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Ostprignitz-Ruppin Campen mit WLAN am Rottstielfließ
Lokales Ostprignitz-Ruppin Campen mit WLAN am Rottstielfließ
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00:20 28.07.2018
Viele Gäste machen seit Jahren Urlaub auf dem Campingplatz am Rottstielfließ. So trifft man Jahr für Jahr am Ufer des Tornowsees auf alte Bekannte und freut sich über Neuerungen vor Ort. Quelle: Anja Reinbothe-Occhipinti
Stendenitz

Kilometerweit geht es hinter Neuruppin in den schattigen Wald hinein, bis der Campingplatz am Rottstielfließ auftaucht. Der Fließ verbindet den Tornowsee mit dem Zermützelsee, wo sich zwei weitere Campingplätze befinden, Rehwinkel und Stendenitz. Vögel zwitschern, der Wind säuselt, Sonnenstrahlen tänzeln über die grüne Wasseroberfläche des Sees.

Es ist die ursprüngliche Natur, weswegen viele Gäste wiederkehren, versichert Christiane Masberg vom Campingplatz- und Uferpflege-Verein Rottstiel.

Alles muss schöner sein als zuhause

Seit gut 24 Jahren ist sie tätig und für alle drei Zeltplätze zuständig. „Vielen ist bewusst, dass es solch eine Landschaft nicht mehr überall gibt. Das Umweltbewusstsein hat zugenommen“, sagt Masberg. Das merke man auch an der ordentlichen Mülltrennung.

Doch Natur allein reiche schon lange nicht mehr aus. „Der Campinggast ist ein verwöhnter Gast.“ Toilette, Bad, Waschmöglichkeiten müssten schöner sein als zuhause.

„Wir haben zwei moderne Vier-Sterne-Sanitäranlagen mit Duschen, Geschirrspüleinrichtung, Waschmaschinen. Auch Kinderbäder sind vorhanden, in denen die Armaturen in entsprechender Höhe sind“, erklärt Christiane Masberg.

Dank Strom-Anschluss ist vieles möglich: Mini-Camping-Kühlschrank einer Familie aus Neuruppin, die seit 15 Jahren Urlaub auf dem Zeltplatz am Rottstielfließ macht. Quelle: Anja Reinbothe-Occhipinti

Alles ist bunt und es gibt Sitzgelegenheiten für die Geschwister. „Solche Anlagen habe ich noch nie auf einem Campingplatz gesehen. Und ich bin schon viel herumgekommen“, schwärmt eine Schweizerin, die auf dem Weg an die Ostsee ist.

Die Sanitäranlagen auf ihren Campingplätzen, die täglich gesäubert werden, seien für viele Gäste das ausschlaggebende Kriterium zu buchen, betont Campingplatz-Chefin Masberg.

Sanitäranlage ist ein Muss

Auch für Susan Henning war es dies einst, als sie 1998 hochschwanger mit dem zweiten Kind war: „Ich wollte unbedingt eine Sanitäranlage auf dem Campingplatz, und hier am Rottstielfließ haben wir das vorgefunden.“

Das Fleckchen Erde kannte die Stendalerin noch aus DDR-Zeiten. „Ich war als Kind schon hier. Damals waren fünf Zeltplätze rund um den See. Nach der Wende wurden alle dicht gemacht. Mit meiner eigenen Familie bin ich dann an einen Platz einen See weitergezogen, an den Zermützelsee. Dort gab es schon Strom und fließend Wasser.“

Von 1998 bis 2001 entstand dann auch auf dem Campingplatz am Rottstielfließ ein Sanitärhaus mit allem Pipapo. „So sind wir dann hierher gewechselt und haben jahrelang Urlaub gemacht“, sagt Henning. Über 20 Mal war sie schon hier.

Stromanschluss am Stellplatz

Immer mit Familie. Oft waren auch Susans Eltern dabei mit Wohnwagen. Nun sind die Kinder groß, der Mann hat keine Lust mehr auf Camping. Seit letztem Jahr campt die Stendalerin nun alleine und genießt es. „Wenn es mir irgendwo gefällt, muss ich wieder hin.“ Alte Zeltplatz-Bekannte trifft sie dabei auch.

In aller Seelenruhe genießt sie vor ihrem mannshohen, blau-weißen Zelt auf Stellplatz Nummer 39 ihr Frühstück. Eine Pampelmuse. Dazu gibt es Knäckebrot. Das hält sich im Zelt, das sich tagsüber bei den hohen Temperaturen ziemlich erhitzt. „Mein Proviant reicht aus, ich brauche keine Brötchen oder sonstiges.“

Die Dauercamper-Plätze am Rottstielfließ sind gut besetzt. Saison ist vom 1. April bis 31. Oktober. Die Mobile und Zelte stehen das ganze Jahr. Quelle: Anja Reinbothe-Occhipinti

Gäbe es alles und noch mehr im Campingshop in der Rezeption. Genauso wie Wasser und Strom an jedem Stellplatz, sagt Christiane Masberg: „Früher war Camping ohne Strom normal und ok. Heute ist er wichtig. Die Leute haben Laptop und Handy dabei.“

Schräg gegenüber im Zelt einer Familie aus Neuruppin, die namentlich nicht genannt werden möchte, wird er gezapft. Ein kleiner weißer Kühlschrank hängt am Netz. Mutter Dagmar ist mit ihren Lieben zum 15. Mal hier, „weil es schön ist und nicht weit weg von zuhause“. Schon beruflich sei sie viel unterwegs, meint sie.

Online checken, wo was los ist

Zusammen mit ihrem Mann schläft sie im großen Zelt, der 15-jährige Sohn hat daneben sein eigenes Domizil aufgeschlagen. Ein paar Meter entfernt zeltet die Tochter der Familie mit ihren eigenen Kindern.

„Bevor wir auf dem Zeltplatz am Rottstielfließ gelandet sind, haben wir in Tschechien Camping ausprobiert“, sagt Dagmar. „Die Sanitäranlagen waren schrecklich. Da ist man lieber in den Wald gegangen. Das ganze Gegenteil von hier.“

Was will der Mensch mehr? „WLAN“, meint Christiane Masberg. „Seit zwei bis drei Jahren wird danach verlangt. Die Gäste haben einen langen Finger wie E. T. Sie informieren sich online über Termine, und wo was los ist.“

Nein, ins Internet muss Susan Henning aus Stendal nicht. Ihr reicht ganz klassisch ein Buch. „Abends sitze ich am Wasser, schaue und lese.“ Wenn sie mal telefonieren muss mitten im tiefen Wald mit schlechtem Empfang, weiß sie sich auch zu helfen. „Wenn man oben am Sanitärhaus steht, hat man Netz.“

Campinggäste sind Aktivurlauber

Ansonsten braucht sie das Handy nicht. Ausflugsziele muss sie online nicht abrufen. Die meisten kennt sie nach über 20 Besuchen auf dem Zeltplatz. Nachher radelt sie zum Kalksee nach Binenwalde.

Campinggäste seien aktive Urlauber, stellt Platzchefin Christiane Masberg fest. Sie halten morgens den Bauch in die Sonne, danach unternehmen sie was. „Wir haben einen Bootsverleih, vermieten Räder. Allerdings möchten viele oft lieber das eigene und bringt es mit.“

Wer einmal seinen Campingplatz gefunden hat, kommt anscheinend immer wieder. „Wir haben 50 Prozent Wiederholungstäter, 50 Prozent neue Gäste. Familien mit Kindern, Paare, Senioren und Dauercamper.“

Wohnwagen und -mobile sind begehrt

Viele seien aus den neuen Bundesländern und kämen mit Wohnwagen. Auch Wohnmobile gäbe es einige. „Zelte haben abgenommen. Am Herrentag und Pfingsten tauchen sie vermehrt auf, sonst eher weniger.“ Gebucht wird zunehmend online.

Auf einen Termin hat sich Susan Henning für nächstes Jahr noch nicht festgelegt, sagt sie: „Ich komme aber bestimmt wieder – auch gerne allein auf den Campingplatz am Rottstielfließ.“ Da weiß man, was man hat: Tornowsee, Ruhe, Wald und gepflegte Sanitäranlagen.

Von Anja Reinbothe-Occhipinti

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