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Ostprignitz-Ruppin Canea-Quartett begeisterte mit Stil-Mix
Lokales Ostprignitz-Ruppin Canea-Quartett begeisterte mit Stil-Mix
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11:32 19.03.2017
Olivia Jablonski und Maline Zickow (v. l.) sind die Violonistinnen des Canea-Quartetts.. Quelle: Regine Buddeke
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Rheinsberg

Am Vortag haben sie noch in der Hamburger Elbphilharmonie gespielt. Am Sonnabend waren sie in Rheinsberg. „Gute Erinnerungen. Maline und ich waren vor etlichen Jahren schon mit unseren jeweiligen Schulorchestern hier zur Probenphase in der Musikakademie“, erzählt Lucas Schwengebecher den 60 Besuchern, die ins Schlosstheater gekommen sind.

Nun, nach abgeschlossenem Studium, gehört das Canea-Quartett zu den jungen, aufstrebenden Kammerquartetten des Landes; die Mitglieder spielen in renommierten Ensembles wie den Hamburger, Lübecker und Bremer Symphonikern mit oder eben im NDR-Elbphilharmonieorchester. Nach Rheinsberg haben die vier sympathischen Musiker ein ganzes Bündel Noten verschiedenster Stile mitgebracht. „Wir wollen bewusst nicht nur auf Klassik setzen“, erklärt Bratschist Schwengebecher. „Wir spielen gerne auch unterhaltsame Musik.“ Heißt: Jazz-Arrangements, Salonmusik der Zwanziger Jahre, Schlager-Evergreens, Minimal-Musik und Standards der jüngeren Musikgeschichte. Gern auch im Zusammenspiel mit anderen Playern wie dem Hamburger Theater „Polittbüro“ oder mit dem Sounddesigner Rick J. Jordan – die audiovisuellen Konzerte werden in Planetarien aufgeführt.

Also E- und U-Musik – unter diesem Motto steht auch das Programm des Samstagnachmittages. Der Beginn ist indes ganz klassisch: ein Streichquartett von Joseph Haydn. Wie ein frischer Frühlingsbote weht das Allegro durch den Saal – der Fokus liegt auf inspiriert emotionalem Zusammenspiel. Dass immer wieder mit stoischer Hartleibigkeit zwischen den Sätzen applaudiert wird, tolerieren die Musiker mit einem Lächeln – zeugt es doch auch von der Begeisterung des Publikums.

Bratschist Lucas Schwengebecherund Joke Flecijn am Cello. Quelle: Regine Buddeke

Dann Philip Glass, der Meister der Minimal-Musik, der in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden ist. „Keine Angst, das ist keineswegs atonal“, beruhigt der Bratschist das Publikum. Das dritte Streichquartett des zeitgenössischen Komponisten ist die Musik zu einem Film über einen japanischen Schriftsteller. Ganz wunderbar klingen die typisch Glass’schen, getriebenen Passagen. Der Minimalmusik ist eigen, dass zumeist kleine musikalische Motive aneinandergereiht werden und sich stetig wiederholen – Variationen des Themas passieren zumeist so schleichend, dass man es kaum merkt. Das vom Canea-Quartett gespielte Werk wirkt recht abwechslungsreich, immer wieder schälen sich kleine Verzierungen aus dem Grundmotiv. Das Thema mäandert mal ins Melancholische, mal ins Mystische. Das ist kein bisschen monoton. Und kein meditatives Allerlei. Man muss sich Glass wie einen Klangteppich vorstellen, bei dem sich auseinander hervorgehende Tonfasern zu einem dichten Gespinst verweben. Das ist sehr spannend, wenn ein paar energische Striche der Geigen in kleine hüpfende Staccato-Läufe übergehen und eine Spannung aufbauen wie vor einem grollenden Gewitter. Das sich am Ende nicht entlädt, sondern in der Ferne verhallt.

Nach der Pause ein Ohrwurm: das Divertimento D-Dur von Mozart. Dann geht es wieder ins 20. Jahrhundert: Mit Alt-Wiener Tanzweisen von Fritz Kreisler wird das Publikum in schwungvollen Dreivierteltakt gewiegt.

Edward Elgars Braut hatte keine Schwierigkeiten bei der Wahl von „Unser Lied“ – ihr Verlobter schrieb ihr als Geschenk zur Verlobung einen „Liebesgruß“. Eigentlich für Violine und Klavier geschrieben, verzaubern die Musiker mit einem Arrangement für vier Streicher.

Dass argentinischer Tango ganz unterschiedlich klingen kann, demonstriert das Quartett mit zwei Größen des Genres: Piazzolla ist etwas für die große Choreografie, Carlos Gardel komponierte für die Salons, den Treffs aller Tangueros. Mit einem Hauch Broadway klingt das Konzert aus. Gershwins „Embraceable You“ ist großes Kino, Cole Porters Jazz-Standard „Let’s do it“ kommt als Streichquartett witzig spritzig daher. Das Publikum ist begeistert und erklatscht sich eine Zugabe: Dvoraks „Humoresque“.

Von Regine Buddeke

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