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Cathrin Pfeifer gab Konzert – erstmals als Trio

Alt Ruppin Cathrin Pfeifer gab Konzert – erstmals als Trio

Wenn Cathrin Pfeifer Akkordeon spielt, vergisst man die Welt ringsum. Und bekommt dafür eine musikalische Weltreise geschenkt. Denn die Musikerin ist herumgekommen in der Welt und hat die Musik ferner Kulturen samt und sonders in ihre Stücke eingewoben. Am Freitag spielte sie, erstmals mit ihrem neuen Trio, im Kornspeicher.

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Cathrin Pfeifer, Andreas Bühler und Takashi Peterson.

Quelle: Buddeke

Alt Ruppin. „Wir kennen uns nun schon so lange, dass es Zeit war, dass sie mal wieder hier spielt“, sagt Gastgeber Manfred Neumann am Freitagabend im ausverkauften Kornspeicher Neumühle in Alt Rppin über Cathrin Pfeifer. 2009 sei die Akkordeonistin das letzte Mal bei ihm aufgetreten – damals als Solistin. „Vom jetzigen Programm bin ich total überrascht“, sagt er.

Cathrin Pfeiffer hat mit dem Percussionisten Andreas Bühler und dem Gitarristen Takashi Peterson zwei Musiker an ihrer Seite, die ihre musikalische Weltreise auf höchst spannende Art und Weise begleiten. Auch für die Musikerin selbst ist das brandneue Trio ein Experiment. „Wir sind praktisch noch im Kennenlernprozess“, sagt sie. Das Konzert sei auch eine Premiere.

Cathrin Pfeifer reist gern umher und hat schon einiges von der Welt gesehen. Ihre Konzertreisen führten sie nach Brasilien, Argentinien, New York, Frankreich, Italien, Großbritannien, Österreich, Marokko, Polen, Finnland, Hong Kong und Madagaskar. Von überall bringt sie sich Inspirationen für ihre Musik mit – insofern kann man ihre Musik stilistisch kaum verorten. Da klingt mal das klagende Bandoneon eines Piazzolla-Tangos durch, mal flirren verspielte Karibik-Rhythmen durch ihre Tasten. Französische Koketterie blitzt genauso auf wie die rauschhafte Musik der Balkanstaaten. Folk oder Rock, Klezmer und Klassik, Ausflüge in die Neue Musik oder schlicht Improvisation – nichts, was nicht in ihre Musik einfließt.

Ihre Stücke sind Reisen. Reisen, in denen sie eintaucht in fremde Kulturen, sich treiben lässt und in die Musik versenkt. Ihr Spiel ist schwerelos und hochkonzentriert zugleich. Für die Zuhörer ist es genauso – auch diese ergeben sich völlig der Musik.

Das Cathrin Pfeifer Trio gibt es erst seit kurzem

Gerade sei sie in Afrika gewesen und habe von da einiges mitgebracht, erzählt Pfeifer, nachdem sie mit einem Stück ihrer Filmmusik zu Andreas Dresens „Nachtgestalten“ gestartet ist. Ein Stück in Moll – überhaupt läge ihr Moll viel eher als Dur, erklärt sie. Versucht hat sie es trotzdem – eben in Afrika. „Als die kleinen schwarzen Kinder alle tanzten, wusste ich, dass es funktioniert“, sagt sie. Und lässt den Zauber aufleben. Hie und da wird getanzt.

Pfeifers Kompositionen sind mit Geschichten verbunden. Etwa das Lied, das beim Versuch entstand, Kirschkompott zu kochen. Bis das Wasser kochte, habe sie zum Akkordeon gegriffen, komponiert. „Am Ende habe ich nicht nur mich selbst vergessen, sondern konnte auch das Kompott vergessen“, scherzt sie. Stattdessen gibt es nun „Candy cherries“ auf die Ohren. Manchmal singt sie zur Musik, manchmal unterstützt sie das Percussion durch Beatboxen. Sie hat ein Lied im Fünf-Achtel-Takt geschrieben, zu dem sie ein eigensinniger Wassertreter inspiriert hat: „Egal wie ich trete, er zieht seinen Ratter-Takt durch“, erzählt sie. Am Ende erntet sie rauschenden Applaus.

Von Regine Buddeke

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