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Ostprignitz-Ruppin Chance für Brandenburger ohne Abschluss
Lokales Ostprignitz-Ruppin Chance für Brandenburger ohne Abschluss
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00:26 12.09.2015
Auf nach Schweden! Die Teilnehmer und ihre Betreuer mit dem Landrat und Vertretern der Projektpartner der IJN. Quelle: Christian Schmettow
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Neuruppin

Sabine aus Neuruppin ist 20 Jahre alt und fest entschlossen: Sie will nach Schweden auswandern und dort in der Gastronomie arbeiten. Nicht des Geldes wegen, sondern weil die Schweden in der Küche viel ruhiger und gelassener Arbeiten als die Deutschen. Das hat sie schon mal bei einem früheren Praktikum im Land der Elche erlebt. Schwedisch zu lernen falle ihr leichter als Englisch, sagt die junge Frau: „Hejhej heißt Guten Morgen.“

Am Montag fahren Sabine und sieben junge Männer im Alter von 18 bis 31 Jahren nach Skövde in Västergötland. Sie kommen aus Neuruppin, Kyritz, Fehrbellin und anderen Orten des Landkreises und absolvieren acht Wochen lang ein Praktikum als Koch, Bäcker, Holzmechaniker, Hausmeister und in anderen Handwerksberufen. „Integration durch Austausch“ lautet das Motto. Junge Erwachsene ohne Abschluss sammeln Berufserfahrung, lernen Sprachen, erweitern ihren Horizont und kommen nach zwei Monaten mit gestärktem Selbstbewusstsein auf den deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zurück – wenn sie nicht wie Sabine im Gastland bleiben.

Service

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Christian Fahner, Rerefent für Wirtschaftsförderung bei der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg REG, setzt auf Rückkehrer: Die Betriebe in Brandenburg brauchen die Fachkräfte selbst – zum Beispiel in der Gastronomie und in der Holzverarbeitung. Die REG ist einer der Träger des Projekts neben dem Oberstufenzentrum, dem regionalen Jobcenter und der Initiative Jugendarbeit Neuruppin (IJN). Die ist jetzt das „steuernde Element“ des Austauschprogramms, sagt IJN-Geschäftsführer Andreas Haake. EU, Europäischer Sozialfonds und das Bundesarbeitsministerium fördern das Projekt über vier Jahre bis 2019 mit rund 1,5 Millionen Euro. In Neuruppin gibt es den Austausch in ähnlicher Form seit 2009. Landrat Ralf Reinhardt hat sich die Projektpartner in Italien und in Frankreich bereits persönlich angesehen: „Das ist ’ne richtig feine Sache“, sagt er. „Meine Begeisterung hält an.“

Christopher aus Kyritz wird als Bäcker in einem Szene-Café in Skövde für die Desserts zuständig sein und will diese Chance nutzen, die ihm das Jobcenter angeboten hat. Der 25-Jährige freut sich auf die tolle Landschaft und die Ruhe in Schweden – und auf die Arbeit: Wenn Arbeit Spaß macht, dann sei es auch egal, dass man dafür sehr früh aufstehen muss, sagt er.

André Martin koordiniert das Projekt bei der IJN und fährt selbst mit nach Schweden. Er hat die Teilnehmer auf das Gastland vorbereitet – mit einem Englischkurs und Einblick in kulturelle Eigenheiten des Gastlandes. Untergebracht sind die Teilnehmer in Holzhütten auf einem Campingplatz. Daniel (24) aus Neuruppin wird dort als Hausmeister arbeiten. Björn (31) aus Kyritz war vor zwei Jahren schon mal in Schweden mit dabei und wird diesmal mit Holz arbeiten. Er freut sich auf die Menschen in Schweden. Die seien ruhiger, entspannter, freundlicher als in Deutschland.

Das kann auch Sabine bestätigen, die auswandern möchte. Bei ihrem vorigen Aufenthalt habe man ihr gleich am zweiten Tag zugetraut, Hauptgerichte zuzubereiten und ihr gesagt, sie möge es langsamer angehen lassen. Damals habe sie den ihr angebotenen Ausbildungsplatz in der Küche abgelehnt und es nachher bitter bereut. Diesen Fehler wird kein zweites Mal machen.

Von Christian Schmettow

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