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Ostprignitz-Ruppin Charles Dickens’ Märchen in Wustrau
Lokales Ostprignitz-Ruppin Charles Dickens’ Märchen in Wustrau
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18:10 22.11.2015
Gruselig schön: Reithallen-Chefin Kathrin Beese mimt den toten Mister Marley. Quelle: Regine Buddeke
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Wustrau

Eine Prozession von Mönchen schreitet gemessen mit geschultertem Sarg durch den Sand der Wustrauer Reithalle und setzt ihn ab. Langsam öffnet sich der Deckel, kettenrasselnd entsteigt ihm der Tote – Mister Marley. Ebenezer Scrooge, gerade seinem Ross entstiegen, erbleicht. Und schon ist man mitten drin in Charles Dickens’ zauberhafter Weihnachtsgeschichte um den alten Griesgram, dem durch drei Geister die Botschaft der Weihnacht gebracht wird, die ihn schlussendlich vom Menschenfeind in einen lebensbejahenden Optimisten verwandelt.

Das funktioniert auch hoch zu Ross, wie die Show des Reit- und Fahrvereins Wustrau am Sonnabend eindrucksvoll unter Beweis stellt. Insgesamt sechs Mal seit August probten die 16 kleinen und erwachsenen Darsteller das Stück, das Kim Anne Bee­se in eine reitertaugliche Fassung umgeschrieben hat. Deren Eltern Kathrin und Ulrich Beese haben die Reithalle zur Verfügung gestellt und wirken beide mit – er an der Technik, sie als Darstellerin. „Ob Bühnenbild oder Kostüm, alle haben sich eingebracht“, sagt Kathrin Beese über das Mammutprojekt. „Aber genau deshalb machen wir das – wegen der Gemeinschaft.“ Das gilt auch für die Pferde: Ob Friese oder Reitpony – die verschiedensten Rassen sind dabei und dürfen ihre Stärken ausspielen. „Pferde sind unsere Partner, keine Sportgeräte“, sagt die Hallenchefin, die ihre zombie-geschminkten Augen für die anfängliche Freidressur noch unter einer venezianischen Maske versteckt.

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Die Reithalle in Wustrau war proppenvoll. Ganze Familien drängten sich vor der Absperrung, um die beliebte Dickens-Geschichte zu erleben: gelesen, gespielt, geritten. Die Mitglieder des Reit- und Fahrvereins Wustrau haben mit viel Engagement die zauberhafte Weihnachtsgeschichte umgesetzt.

Ob Galopp, Damensattel oder Voltigieren – gerade für die vielen mitwirkenden Kinder ist es ein Riesenspaß, die Zuschauer zu unterhalten. Eifrig und konzentriert sitzen sie auf ihren Vierbeinern oder tanzen um den schrullig-fiesen Scrooge herum. Der ist in Wirklichkeit ein freundlicher Zeitgenosse – für Ronald Brandes ist es eher schwer, die ganze Zeit mürrisch zu gucken. „Ich tackere mir noch die Mundwinkel nach unten“, sagt er vor der Show und steigt auf sein Sportpferd Sammajona. Er reite schon, so lange er denken könne. „Das hier ist eine schöne Abwechslung zwischen all den Dressurübungen“, so der leidenschaftliche Hobbyschauspieler.

Die Stühle und Bänke in der Reithalle reichen bei weitem nicht aus für die Zuschauer, die das Schauspiel verfolgen – nicht nur Ruppiner, auch viele Berliner sind vor Ort, wärmen sich an Glühwein und Bratwurst. Eintritt kostet das umjubelte Spektakel nicht. „Wir refinanzieren uns über Kuchen und Co.“, sagt Ralf Hartung vom Verein, der als Vorleser mitwirkt. Er ist vom Andrang überwältigt – die Reiter-Shows finden regelmäßig statt, die Besucherzahlen am Sonnabend sind indes sensationell. „Im Sommer hatten wir 120 Gäste hier – heute sind es 400.“ Ganz überraschend kommt das allerdings nicht. „Wir haben nicht nur Flyer in die Kästen geworfen und Aushänge gemacht, sondern auch im Internet auf das Ereignis hingewiesen“, sagt Ralf Hartung.

Von Regine Buddeke

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