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Chor singt seit 77 Jahren

Gadow Chor singt seit 77 Jahren

Vielleicht ist er mit seinen 77 Jahren nicht der älteste Chor Brandenburgs – bei einem Altersdurchschnitt von fast 80 Jahren aber bestimmt in dieser Beziehung. Trotz Alters und eingeschränkter Mobilität treffen sich die Chromitglieder dennoch regelmäßig. Gerade proben sie für ein Konzert im Rahmen der Dankeschönfeier in der Gadower Dorfkirche am 28. Dezember.

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Seit zwölf Jahren leitet Wolfgang Schiller (l.) den Chor. Zuvor fand alles unter kirchlicher Regie statt.

Quelle: Christian Bark

Gadow. Ursprünglich war er mal als Singekreis vom hiesigen Pastor gegründet worden. Seit 1940 gibt es den Chor in Gadow. Damals war schon Anni Seelig dabei. „Da hatte ich gerade Konfirmation“, erinnert sie sich. Über die ganze Zeit hinweg ist die heute 92-Jährige dem Chor treu geblieben. Seit dem Tode eines 99-jährigen Mitglieds ist sie heute die älteste im Reigen der 15 Senioren, die im Chor mitmachen.

„Man hat uns im Fernsehen mal als ältesten Chor Brandenburgs porträtiert“, sagt Chorleiter Wolfgang Schiller. Nicht unbedingt wegen der mittlerweile 77 Jahre des Bestehens, sondern wegen des Altersdurchschnitts der Mitglieder. Der dürfte Wolfgang Schiller zufolge annähernd bei 80 Jahren liegen. Seit zwölf Jahren führt er Regie im Chor.

Renate Schüler, Vorsitzende des Fördervereins der Gadower Dorfkirche und Tochter von Anni Seelig, hatte ihn dazu überredet, wie er berichtet. „Wir wünschen uns auf jeden Fall jüngere Mitglieder, die das Team verstärken. Gerne auch Männer“, sagt Wolfgang Schiller. Denn mit Karl-Heinz Last, den alle nur „Kalle“ nennen, gibt es nur einen einzigen Sänger im Chor.

Das gemeinsame Singen und der Austausch motivieren zu regelmäßigen Treffen

Das gemeinsame Singen und der Austausch motivieren zu regelmäßigen Treffen.

Quelle: Christian Bark

Wie der Chorleiter, der nebenher noch den Dossower Chor betreut, ist auch Sybille Kühn noch in einem anderen Chor aktiv. „In dem der Wittstocker Kantorei“, sagt sie. Solange sie noch Auto fahren könne, funktioniere das alles gut. Die Gadower indes haben kaum noch Auswärtskonzerte. Auch gemeinsame Treffen über das Singen hinaus finden hauptsächlich im Dorf statt. „Zuletzt haben wir uns mal besingen lassen“, berichtet Renate Schüler. Am ersten Adventswochenende habe fast der gesamte Chor dem Konzert von Sängerin Astrid Hohmann und dem Wittstocker Blasorchester gelauscht. „Das Konzert war richtig in Form eines Weihnachtsmärchens gestaltet worden“, schwärmt sie. „Das war richtig schön“, sagt auch Erika Heiler, die seit 65 Jahren im Gadower Chor singt.

Anni Seelig ist mit ihren 92 Jahren das älteste Chormitglied

Anni Seelig ist mit ihren 92 Jahren das älteste Chormitglied. Sie singt seit 1940 im Chor.

Quelle: Christian Bark

Damit die Singetruppe den Muskern und den vielen Engagierten für die Gadower Kirche etwas zurück geben kann, probt der Chor gerade regelmäßig für ein Konzert. Das soll am kommenden Donnerstag, 28. Dezember, innerhalb einer „Dankeschönfeier“ in der Dorfkirche Gadow stattfinden. „Wir sind im beheizten Foyer unter der Empore“, informiert Renate Schüler. „Die Empore kommen wir kaum noch hoch, also singen wir unten“, sagt ihre Mutter Anni Seelig. Dafür würden sich die Mitglieder von ihren Plätzen erheben und zum Spiel von Wolfgang Schiller singen. Der wird das Konzert wieder mit seinem Keyboard begleiten.

Weihnachtslieder bis 6. Januar möglich

Klassische Chorlieder wie „Musik ist unser Leben“ aber auch Weihnachtslieder gehören beim Konzert am Donnerstag zum Repertoire der Senioren. „Bis zu den Heiligen drei Königen darf man noch Weihnachtslieder singen“, informiert Sybille Kühn. Zwar lasse die Stimme mit zunehmendem Alter bei vielen der Mitglieder nach, in der Gemeinschaft stärkten sich aber alle gegenseitig. „Wir singen hauptsächlich aus Spaß an der Freude“, betont Sybille Kühn.

Ab und an auch mal mit den Chorkollegen aus Dossow. Zuletzt hätten einige Gadower die Dossower beim Goldbecker Burgfest verstärkt. „Es gibt auch regelmäßige Workshops zwischen dem Dossower und dem Gadower Chor“, berichtet Renate Schüler.

Die Dankeschönfeier beginnt am 28. Dezember ab 19 Uhr in der Gadower Kirche.

Von Christian Bark

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