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Ostprignitz-Ruppin Chris Norman bringt Kulturkirche zum Kochen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Chris Norman bringt Kulturkirche zum Kochen
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00:17 23.11.2016
Chris Norman ist immer noch der Sunnyboy – seine Fans haben ihm bis heute die Treue gehalten. Quelle: Buddeke
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Neuruppin

Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an – so heißt es im bekannten Song. Kein Song von Smokie – und er gilt auch kein bisschen für Chris Norman. Der hat es schon mit 22 ordentlich krachen lassen, als er 1972 die Band gründete, die später als „Smokie“ in die Annalen der Pop-Rock-Geschichte eingehen sollte. Schon damals himmelten die Teenies den niedlichen Chris reihenweise an und kreischten vor der Bühne auf seinen Konzerten. Auch heute – mehr als 40 Jahre später – hat sich nichts geändert. Nur die Fans sind älter geworden. Chris Norman auch, aber man merkt es ihm kaum an. Die Teenies von damals drängen sich noch genauso vor der Bühne – das Kreischen ist kaum leiser geworden. Und die Songs sind immer noch die alten.

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Seit mehr als 40 Jahren tobt Chris Norman über die Bühnen der Welt. Er startete als Teenie-Idol mit der Band Smokie. Seine Fans sind mit ihm gealtert und ihm treu geblieben. In Neuruppin rockte er den Saal der Kulturkirche.

Neuruppins Kulturkirche ist am Freitagabend nahezu ausverkauft. Die sonst übliche Bestuhlung ist glücklicherweise verschwunden – wer will bei so einem Konzert auch sitzen? Vor der Bühne drängen sich dicht an dicht – für Klaustrophobe ist das nix – die Fans. Und, ja, es sind auch Männer da und nicht zu knapp. Mädchenschwarm Chris Norman hat halt mehr zu bieten als nur sein Äußeres; er punktet auch mit seinen Hits. Und lässt es auch gleich von beginn an knallen: „I’ ll meet you at midnight“ und „Lay back in the arms of someone“ hört man gleich zu Anfang – man kann Chris Norman nicht vorwerfen, er spare sich die Ohrwürmer bis zu den Zugaben auf. Dafür hat er viel zu viele davon. Vor allem aus der Zeit mit „Smokie“ – auch wenn das nur ein Teil seines Lebens war, so ruft er den Fans gut gelaunt zu. Wenngleich ein guter Teil, für den er dankbar sei. Aber dennoch: „I’m not the guy of Smokie“ („Ich bin nicht der Junge von Smokie“), widerspricht er all jenen, die ihn nur auf diese elf Jahre reduzieren.

„Stumblin’ In“, singt er weiter – die Hymne, die er mit Rockröhre Suzi Quatro aufnahm. Das Publikum tobt einmal mehr, es wird gejubelt und geklatscht und eifrig mitgesungen – textsicher sind fast alle im Saal. Und Chris Norman heizt ihnen gehörig ein, auf Deutsch und Englisch gleichermaßen. „Es ist nett hier bei euch in ...“ – lange Pause – „Neuruppin“, sagt er und grinst breit als er verkündet: „Mein Deutsch ist scheiße!“ Das kann man so nicht sagen – ein paar Brocken hat er wohl schon aufgeschnappt. Zumal seine Band zur Hälfte aus deutschen Musikern besteht: Martina Walbeck an den Keyboards, Axel Kowollik am Bass und Dorino Goldbrunner am Schlagzeug. Dazu die charmante Britin Michelle Plum, die als Duettpartnerin für Chris Norman etwa Suzi Quatro gut vertritt. Gitarre spielt sie auch. Und last but not least Geoff Carline – der mit seinen Gitarrensoli den Saal zum Kochen bringt. Dann hält sich auch Chris Norman auf die feine englische Art zurück und lässt ihn einfach machen. Auch wenn er selbst gern die Bühne rockt, hüpft und schreitet, marschiert und tänzelt, sich vor der ersten Reihe hinkniet und solche Wahnsinns-Lieder wie „If You Think You Know How to Love Me“ singt. Da brennen bei den Fans die Sicherungen durch, man wiegt sich, schwenkt die Arme, lässt Feuerzeug-Apps kreisen. Auf dem Rang tanzt selbstvergessen ein Pärchen – vermutlich haben sie sich vor Jahrzehnten bei diesem Lied kennengelernt – „Tipper“ nannte man die Art zu tanzen damals.

Norman scheut auch vor Fremdsongs nicht zurück – singt „The Boxer“ von Simon und Garfunkel. Dass Chris Norman auch für Kollegen schrieb, etwa für Agnetha Fältskog von ABBA oder Donovan, und sogar mit Dieter Bohlen zusammen produzierte, wissen nur wenige. Seine Songs waren in den deutschen Charts und im Tatort zu hören.

„Wir haben für ihn geschwärmt, als wir 17 waren“, sagt Elke Runge. „Damals in der DDR war er ja unerreichbar für uns.“ Nun holt sie alles nach. Und schwelgt wie damals.

Chris Norman singt und singt – Lieder von seinem neuen Album „Crossover“ und immer wieder die alten Hits: „Living next door to Alice“ – Jubel brandet auf. „Midnight lady“ – das Publikum kommt nicht zur Ruhe. „Needles and Pins“ – die Stimmung kocht fast über. Immer wieder reckt er am Songende die Faust in die Luft und ruckt die Gitarre nach hinten. Das letzte Lied: „Don’t play your Rock’n Roll to me“, singen die Fans laut mit ihrem Idol mit. Ernst meinen sie das freilich nicht. Und klatschen heftig um immerhin drei Zugaben.

Von Regine Buddeke

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