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Christa Wehde ist eine steinreiche Sammlerin

Liebenthal Christa Wehde ist eine steinreiche Sammlerin

Mit einer Steinsammlung legte Christa Wehde vor mehr als 40 Jahren den Grundstein für ihr Hobby. Seitdem verwandelt sich auch das Grundstück in Liebenthal in ein Museum der besonderen Art. Von Steingutzeug über Kellen bis hin zum landwirtschaftlichen Zubehör reicht die Ausstellung. Zweimal stellte sie ihre Schätze bereits öffentlich aus.

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Christa Wehde hat auch eine Kellensammlung, die im Herbst mit Kerzenlicht geschmückt wird.

Quelle: Christamaria Ruch

Liebenthal. Das Hoftor steht immer offen. Wer das erste Mal bei Christa Wehde in Liebenthal zu Besuch ist, braucht sich nicht die Hausnummer zu merken. Das Markenzeichen ist die offene Tür zum Grundstück. Die 78-Jährige lebt nicht nur in der Dorfmitte, sie steht fest verwurzelt und mittendrin in ihrem Geburtsort Liebenthal.

Steine bei der Kartoffelernte zu Tage gefördert

Christa Wehde legte in den 1970er Jahren einen besonderen Grundstein. Und das im doppelten Sinne. Sie begann damals, Steine zu sammeln. Für den Außenstehenden sind das auf den ersten Blick keine besonderen Schätze; aber auf den zweiten Blick ist zu erkennen, wie steinreich die Ostprignitz ist. Damals arbeitete Christa Wehde in der KAP (Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion) Heiligengrabe und stand auf der Kartoffelkombine. 500 Hektar Anbaufläche lieferten nicht nur die Erdäpfel zutage, auch viele Steine kamen dabei zum Vorschein. Irgendwann griff Christa Wehde zu und nahm den ersten Stein mit nach Hause.

Eine alte Walze ziert den Hof

Eine alte Walze ziert den Hof. Und daneben sind überall Dinge aus Stein und anderes drapiert.

Quelle: Ruch

„Es waren immer nur kleine Steine“, sagt sei. Zunächst wanderten diese in einen Eimer, und verschwanden auf dem Dachboden. Doch dann besah sich Wehde ihre Schätze und machte sie salonfähig: Im Wohnzimmerschrank sind die schönsten Exemplare ausgestellt. „Es gibt so schöne Steine in unserer Region“, sagt sie. In der Tat. Ein buntes Farben- und Formenmeer ist bei Wehde ausgestellt. Runde bis ovale oder ganz flache Steine liegen neben eckig-kantigen Exemplaren. Nur der weißrote Stein mit unregelmäßiger Form sticht daraus hervor. „Das ist ein Stein von der Berliner Mauer“, sagt Christa Wehde. Bis in das Wittstocker Museum und in die Kirche in Papenbruch gelangte sie mit ihrer Sammlung.

Steine und andere Dinge verzieren das Grundstück

Obwohl Christa Wehde steinreich ist, gab sie sich noch nicht zufrieden. Schrittweise erweiterte sie ihre Sammelleidenschaft und trug mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann Horst alte Maschinen und landwirtschaftliches Zubehör zusammen. Sogar eine alte Walze ziert den Eingang des Grundstück. „Ich wollte die Walze nicht nur hinstellen, sondern auch schmücken“, so Wehde. Daraufhin gesellte sich eine selbst gezimmerte Bank hinzu, auf der Steingutgeschirr und Scherben in Szene gesetzt sind.

Seit den 1970er Jahren wuchs die Sammlung

Seit den 1970er Jahren wuchs die Sammlung.

Quelle: Ruch

Egal, wo der Besucher auf dem Grundstück hinsieht, an jeder Ecke ist etwas zu entdecken. Und zu jedem Stück kann die Seniorin eine Geschichte erzählen. Da reiht sich braunes Steingutgeschirr aneinander, hängen alte Löffel an einer Kette oder ziehen die ausgedienten Kellen den Blick auf sich. „Es gibt bei mir eine Kellenshow“, sagt sie und lächelt verschmitzt. Dann klärt sie auf: „Nicht, dass Sie denken, ich tanze hier zu meinen Kellen. Nein, im Herbst setze ich Teelichter in jede Kelle und im Dunkeln leuchtet das so schön“, sagt sie.

In dieser Arbeitstasche trug Christa Wehde ihre Schätze aus Stein nach Hause

In dieser Arbeitstasche trug Christa Wehde ihre Schätze aus Stein nach Hause. Die Spuren der Suche sind deutlich zu erkennen.

Quelle: Ruch

Blickt sie dann von ihrer Stube in den Hof, genießt sie den Anblick. Im Winter lagert sie ihre Schätze ein und schützt sie vor der Witterung. Christa Wehdes Enkel Moritz ist ebenfalls von der Sammelleidenschaft begeistert. „Teilweise stellt er mir heimlich etwas Neues hin.“ Doch als beide das erste Mal gemeinsam in einen Antik- und Trödelladen fuhren, kam Christa Wehde aus dem Staunen nicht mehr heraus: „Da habe ich erst mal gesehen, welchen Wert all meine Schätze haben.“

Immer wieder freut sie sich, wenn Besucher vor der Tür stehen und ebenfalls einen Blick auf die Schätze werfen. „Das Tor steht ja immer offen, aber teilweise trauen sich Besucher nicht, herzukommen“, sagt sie.

Von Christamaria Ruch

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