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Club der guten Hoffnung

10 Jahre Rotarier in Kyritz Club der guten Hoffnung

Seit nunmehr genau zehn Jahren gibt es die Rotarier auch im Kyritzer Altkreisgebiet, was im Sommer groß gefeiert werden soll. Dabei handelt es sich bei den „Kleeblatt-Rotariern“ um die jüngste und kleinste Gruppe in der Region vergleichen mit Neuruppin, Wittstock oder Perleberg. Doch nicht allein die Rotarier sind in Prignitz-Ruppin wohltätig aktiv.

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Diane Protz (M.) von der Kita Köritz nahm die Spende am Donnerstag von den Rotariern Elke Meier-Lorenz und Bernd Alisch entgegen.

Quelle: Matthias Anke

Neustadt. Die Puppen tanzen. Kinder lachen. Alle jubeln. Halligalli im Neustädter Stadtteil Köritz! Alexandra Schneider von der „Havelländischen Puppenbühne“ ist es, die da vorne hinterm Vorhang mit ihrem Spiel der Kita einen traumhaften Donnerstag beschert. „Danke!“, sagt deren Leiterin Diane Protz und richtet das aber vor allem auch an die Rotarier aus der Kleeblatt-Region. Denn sie konnte ihren Schützlingen mit dem Kasperletheater mal etwas außerhalb der Reihe anbieten, weil die Rotarier es finanzierten. Und weil in diesem sogenannten „rotarischen Jahr“ 2015/16 die Neustädterin Elke Meier-Lorenz den Hut auf hat in diesem Club, der stets für die gute Sache steht, freuen sich dieses Mal eben Neustädter Kinder.

„Das Geld kam bei der Weihnachtsfeier im Kyritzer Autohaus Füllgraf an unserem Stand zusammen. Wir haben das noch aufgestockt, und ich konnte mir nun aussuchen, wem wir damit etwas Gutes tun“, erzählt Clubpräsidentin Elke Meier-Lorenz, die sonst bekannt ist als Amtsleiterin in der Neustädter Verwaltung.

Auch Bernd Füllgraf von besagtem Autohaus ist Rotarier. Er war der erste Clubchef der Kyritzer Rotarier überhaupt. Genau zehn Jahre ist das jetzt her. Im Sommer soll deshalb groß gefeiert werden. Auch Abgesandte benachbarter Clubs dürften dann dabei sein.

Der Impuls kam aus Wittstock

Genau genommen hatte Füllgraf einen Vorgänger: den Kyritzer Apotheker Guntram Peter. Er war der Gründungsvorsitzende im Jahr 2005. Es dauerte aber bis Anfang 2006, bis der Rotary Club International diese neue Gruppe anerkannte. „Chartering“ nennt sich dieser Prozess.

„Wir sind ein Ableger der Wittstocker Rotarier. Sie sind quasi unser Mutterclub“, erzählte Peter vor einer ganzen Weile der Presse. Da saßen die Rotarier bei einer ihrer allwöchentlichen Treffen im Baumlehrpark „Arboretum Lüttgen-Dreetz“. Förster Roland Protz erklärte derweil alte Apfelsorten.

Die Wittstocker Rotarier sammeln auch schon mal Äpfel ein und lassen Saft daraus machen, um ihn Kindern zu spenden

Die Wittstocker Rotarier sammeln auch schon mal Äpfel ein und lassen Saft daraus machen, um ihn Kindern zu spenden.

Quelle: Gerd-Peter Diederich

Viele solcher Treffen führen die 21 Rotarier an neue Orte. Ausflüge stehen auf dem Programm. Sie führen bis nach Weimar, wie jüngst geschehen. In der Regel aber sieht man sich im Parkhotel „Sankt Georg“ in Neustadt, betrieben von der Familie des Brandenburger Landstallmeisters a.D., Jürgen Müller. Auch er gehört von der ersten Stunde an zum Club.

„In der Öffentlichkeit werden wir ja oft elitär gesehen. Doch darum geht es gar nicht. Jeder von uns ist einfach mit der Region mit Herzblut verbunden. Dadurch haben wir vieles angeschoben“, sagt Müller. So gab es Benefizveranstaltungen für bestimmte, gute Zwecke. Binnen der zehn Jahre wurden weit mehr als 50 000 Euro in Kyritz, Wusterhausen und Neustadt gespendet. Das Drachenboot, das seinen Liegeplatz am Wusterhausener See hat und allen Jugendfeuerwehren der Kleeblatt- Feuerwehren zur Verfügung steht, gehört dazu. Mit der Unterstützung der Rotarier sind die Umkleide- und Sanitärräume für den SV Kyritz modernisiert worden. Die Ausstattung der Küche für die Awo im Kyritzer Mehrgenerationenhaus, die Unterstützung des Ambulanten Hospiz- Dienstes und auch der „Snusel-Raum“ in der Stephanus-Stiftung sind den Rotariern zu verdanken. Die größte Aktion war es zuletzt, 150 Krankenhausbetten, welche die KMG-Klinik nicht mehr benötigte, in ein Krankenhaus in die Ukraine zu bringen.

Die Rotarier verstehen sich als „Netzwerker“, reden sich untereinander mit „Freund“ an. „Wir lernen ständig dazu“, sagt Müller. Die Mitglieder kommen aus unterschiedlichen Branchen. Eine Besonderheit der Kleeblatt-Rotarier ist, dass sie viele Frauen in ihren Reihen haben im Gegensatz zu manch anderem „Charter“, als da etwa wären: Cornelie Schlegel, die Chefin des Ostprignitz-Ruppiner Arbeitsamtes, oder Christine Kruschel, die Direktorin der Kyritzer Diercke-Oberschule. Oder eben Elke Meier-Lorenz. Ihr Vorgänger war Rüdiger Wagnitz – Möbelhausinhaber. Ihr aller Handeln ist immer verbunden mit der guten Hoffnung, dass anschließend etwas vom gesellschaftlichen Mangel beseitigt wird hierzulande und weltweit.

Bei Rotary International heißt es dazu: „Rotary – das sind Menschen wie Sie. Menschen von nebenan, mit Erfolg im Beruf und Bewusstsein für soziale Fragen. Wir erreichen gemeinsam mehr. Und wir schaffen Verbindungen zum Guten.“ Und die eben bis hin zu den kleinen Freuden des Lebens auch kleiner Köritzer Kitakinder.

Edle Spender seit über 100 Jahren

Weltweit gibt es über 1,2 Millionen Mitglieder in rund 35 000 Rotary Clubs. Der Grundstein wurde 1905 in Chicago (USA) gelegt.

Diese Serviceclubs, auch Wohltätigkeitsclubs, sind keine Vereine im herkömmlichen Sinn. Das Präsidentenamt rotiert. Mitglieder werden nicht gewählt. Potenzielle Kandidaten werden angesprochen. Dann wird sich auf die Mitgliedschaft geeinigt. Zur Spendenabwicklung aber gibt es im Hintergrund in der Regel doch Vereine.

Die Kleeblatt-Rotarier bilden die kleinste und jüngste Gruppe unter den Clubs der Region mit weit mehr als doppelter Mitgliederzahl von Neuruppin über Wittstock und Perleberg bis Havelberg. Der Nachwuchs der Feuerwehr Wittstock beispielsweise freute sich dieser Tage über einen Scheck in Höhe von 1508 Euro. Die Rotarier hatten auf dem Weihnachtsmarkt Erbsensuppe verkauft.

Alle Clubs gehören zum sogenannten Distrikt 1940, dessen Bereich von Berlin bis zur Insel Rügen und von Wittenberge bis nach Cottbus reicht.

Vielerorts gibt es zudem ähnlich geartete Gruppen, darunter der Lions-Club als namhaftester. Die Lions sind in Neuruppin und Perleberg aktiv.

Von Matthias Anke

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