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„Cobblestones“ spielten in Köpernitz

Irische Party „Cobblestones“ spielten in Köpernitz

Liebe und Tod, Sehnsucht und Heimkehr, Whisky und Guinness – das ist der Stoff, aus dem die Iren ihre Musik machen. Mit einer gehörigen Portion Spielfreude riss die Berliner Band „Cobblestones“ am Montagabend das Publikum förmlich von den Stühlen, wie bereits vor drei Jahren.

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Trinkfreudige Truppe: die „Cobblestones“ mit Verstärkung im Kulturgutshaus.

Quelle: Regine Buddeke

Köpernitz. „Eine bessere Idee hätten wir gar nicht haben können, als diese verrückten, temperamentvollen Musiker einzuladen“, sagt Gastgeber Bernd Donner am Ende des Konzertes und spricht den 100 Gästen im Kulturgutshaus Köpernitz aus der Seele. 2012 hatten die „Cobblestones“ schon einmal in Köpernitz gezeigt, was sie draufhaben: mitreißende Musik, überschäumende Lust am Leben allgemein und an der Irish-Folk-Musik im Speziellen. Was 2012 gelang, klappt auch am Montagabend: Das Publikum reißt es förmlich von den Stühlen. Eigentlich hätten die weggelassen werden müssen, sind aber beim überwiegend gereiften Köpernitzer Stammpublikum Tradition.

„Links wird am meisten passieren, da stehen die Getränke“, stimmt Andreas Macherauch die Gäste ein und erntet erstes Gelächter. Getränke stehen hoch im Kurs bei den vier Musikern, das hat sich seit 2012 nicht geändert. „Sláinte“ lautet der allgemeine Schlachtruf, der im Laufe des Abends immer wieder erklingen wird – bei jedem werden ein paar Gläser und Flaschen mehr in die Höhe gereckt. Das Publikum lernt schnell. „Sláinte“ ist Gälisch und bedeutet „Auf die Gesundheit“. Das Publikum in den ersten Reihen möge sich bitte zum Einschenken bereithalten, dröhnt Martin Lendt und verspricht den Betreffenden einen spannenden Abend, schon weil man vorn nie sicher sein könne, von fliegenden Knöpfen getroffen zu werden. Oder anderem.

Ein Mann wie ein Baum

Ein Mann wie ein Baum.

Quelle: Regine Buddeke

„Ich hatte mich schon gefreut, dass auch noch andere so stark schwitzen wie ich. Und dann fiel mir ein, dass ich so spucke beim Singen. Tut mir leid“, sagt der Musiker nach dem ersten Einheizer. „The night old murphy died“ – der gute Mann hauchte natürlich in einem Pub sein Leben aus – ging schon ordentlich in die Beine. Die Jungs, allesamt in Kohlenminen-Arbeitskluft gehüllt, Hammer und Schippe am Gürtel und die Schiebermütze in die Stirn gezogen, lassen es ordentlich krachen: Mit Witz und Schnauze führen die vier Vollblutmusiker durchs furiose Programm, jodeln, juchzen, trillern und schmettern aus voller Seele. Das Publikum kann sich dem keine Sekunde entziehen, klatscht und ruckt und zuckt und stampft.

„Uns wurde zugesagt, vor ausverkauftem Haus zu spielen“, beschwert sich – nicht ganz ernst gemeint – der Gitarrist und weist auf einen leeren Stuhl. Obwohl: Zur packenden Musik könne man ja gut die Reise nach Jerusalem spielen. Und wieder ein Song, dass sich die Balken biegen. Er handelt von der Reise eines Schotten, der wenig erlebt, aber viel getrunken hat. Darauf ein Sláinte! Wer von Anfang bis Ende mitzappelt, hat seine halbe Weihnachtsgans locker wieder abgearbeitet. Es geht um Liebe und Tod, Aufbruch und Heimkommen, Whisky und Guiness. Ganz selten brechen sich Balladentöne Bahn, Martin Lendt ist dann gefragt, ein Mann wie ein Baum mit der Stimme eines Troubadours. Das Volumen kommt ganz tief aus seinem Inneren, über seinen stattlichen Bauch reißt er selbst die meisten Witze. Dazu spielt er die Thinwistle wie keiner, auch wenn man das zarte Flötchen kaum sieht zwischen seinen Pranken.

Die Zeit vergeht wie im Fluge

Das flirrende Akkordeon von Andy Knappe ist das Sahnehäubchen. Blitzschnell ist die Zeit bis zur Pause vergangen, genauso schnell das zweite Set. „Wir haben übrigens die Garderobe versteckt“, sagt Martin Lendt und tröstet: „Jeder, der eine CD bei unserer Kohlen-Lore kauft, darf sich eine Jacke aus dem Stapel aussuchen.“ Das Publikum will weiter Musik hören. Bei der versprochenen „internationalen Strophe“ singt es kräftig mit. „Lalala, lalala.“ – „Da hat wohl irgendwer einen anderen Song rausgehört?“, droht Lendt im Scherz. „Ich habe da ein ‚Atemlos‘ gehört.“ Kichern im Saal. „Wollen wir jetzt noch einen trinken – so kurz vorm Ende?“ Oh ja, man will. Und man will Zugaben. Die geben die vier, oder besser Fünf; die Stammband hat einen Schlagwerk-Gastmusiker mitgebracht. Aus dem angetäuschten „Es ist ein Ros entsprungen“ wird die wunderbare Ballade „The Bonnie Banks o’ Loch Lomond“. Als furioses Finale kommt der „Drunken sailor“ – dann ist definitiv Schluss, Musiker und Gäste sind volltrunken. Mit Musik.

Von Regine Buddeke

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