Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Corven braucht eine neue Spende
Lokales Ostprignitz-Ruppin Corven braucht eine neue Spende
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 31.12.2017
Corven ist Fan der Fußballer von Energie Cottbus. Er hofft, dass das Team 2018 wieder den Aufstieg in die dritte Liga schafft. Quelle: Andreas Vogel
Anzeige
Storbeck

Ein paar trockene Brötchen, etwas Müsli und vielleicht einige Kartoffelschalen – mehr braucht Corven nicht, um die fünf Kamerunschafe der Familie zu füttern. Dabei kann er Ilse, Kurt, Pieta, Wilma und Hilde vielleicht sogar kurz streicheln. Das mag der Elfjährige besonders. „Als wir uns die Schafe angeschafft haben, waren sie noch ganz scheu“, sagt Corven.

Zur Galerie
Corven im Alter von sieben 7 Monaten.

Er ist der Kleinste, aber auch der Schnellste im Team

Der Sechstklässler wird schon bald auf das tägliche Füttern der Schafe verzichten müssen. Denn am 7. Januar fährt er mit seiner Mutter Christin Eichler nach München in die Universitätsklinik. Grund: Corven leidet noch immer unter einer seltenen Immunschwäche, dem sogenannten Wiskott-Aldrich-Syndrom. Zweimal, im Mai 2007 und im April 2008, wurde dem Jungen in der Berliner Charité Knochenmark von einem Spender transplantiert, der eine Art genetischer Zwilling von Corven ist. So richtig geholfen hat das leider bis heute nicht. Seine Blutwerte sind weiterhin schlecht. „Die Zahl seiner Thrombozyten ist immer noch niedrig”, sagt Christin Eichler. Die Thrombozyten, die im Knochenmark gebildet und auch Blutplättchen genannt werden, sind wichtig für die Blutgerinnung. Normal wären 150 000 bis 380 000 Thrombozyten je Tausendstel Milliliter. Corven hat etwa 20 000. Kein Medikament, keine Therapie konnte daran bisher etwas ändern. Dabei sollte die Zahl der Thrombozyten eigentlich zwei, drei Jahre nach der Knochenmark-Transplantation steigen. Hinzu kommt, dass seit einiger Zeit aus unerfindlichen Gründen in unregelmäßigen Abständen Corvens Füße anschwellen. Bemerkt er das rechtzeitig, können sie mit einer speziellen Cortisoncreme eingecremt werden. Wenn nicht, muss er meist zur Behandlung ins Krankenhaus nach Berlin. Im schlimmsten Fall ist er dann für mehrere Tage auf einen Rollstuhl angewiesen. Dabei spielt Corven gern Fußball. Acht Tore hat der Fan von Energie Cottbus in dieser Saison schon für Blau-Weiß Walsleben geschossen. Sein Vater Guido Semrau, der auch Trainer der Mannschaft ist, ist stolz auf ihn. „Er ist der Kleinste, aber auch der Schnellste in der Mannschaft.“

Einmal in der Woche an der Infusionspumpe

Die Familie, die vor zwei Jahren von Neuruppin nach Storbeck umgezogen ist, versucht, den Alltag so normal wie möglich zu gestalten – auch wenn das nicht immer leicht fällt. So wurde bei Corvens Schwester Philine (4) vor knapp einem Jahr ein Herzfehler festgestellt. Sie hat die achtstündige Operation im Berliner Herzzentrum vor knapp einem Jahr gut überstanden. Corven muss hingegen bereits seit Mitte August einmal in der Woche für zwei Stunden an eine Infusionspumpe, um sein Immunsystem mit sogenannten Immunglobulinen aufzufrischen.

In Storbeck sind die Probleme, mit denen die Familie zu kämpfen hat, nicht verborgen geblieben. Sowohl in der Kichengemeinde als auch im Dorf selbst wurde gesammelt, zudem gab es eine Spendenaktion für Corven in der Neuen Apotheke im Ruppiner Einkaufszentrum (Reiz). Denn er wird bald geraume Zeit in der Münchener Universitätsklinik verbringen müssen: Ende Januar soll die Chemotherapie beginnen, für Anfang Februar ist die Transplantation von Knochenmark oder Stammzellen von einem anderen Spender geplant. Was transplantiert wird, erfährt Christin Eichler vermutlich Anfang Januar.

Corven füttert bisher täglich die fünf Kamerunschafe, mit trocken Brot, Müsli und Kartoffelschalen. Quelle: Andreas Vogel

Corven hat sich auf seine Art auf den Klinikaufenthalt vorbereitet. Er will einige Bücher mitnehmen, etwa „Wie ich das Überleben überlebte – und Mathe doch noch kapierte“. Zudem freut er sich schon auf die Zeit nach dem Eingriff. Dann will er unbedingt mal nach Italien. Lernt er doch seit zwei Jahren Italienisch an der Schule. „Fremdsprachen finde ich gut.“

Von Andreas Vogel

An der Feuerwache Südwest in Treskow entsteht ein Trainingsgelände samt Übungsturm, der auch den ehrenamtlichen Rettern aus anderen Orten bei der Ausbildung helfen könnte. Bisher üben alle etwa den Umgang mit Leitern in Kyritz – doch dort sind die Termine knapp.

31.12.2017

Weil der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) einfach kein Fachpersonal findet, stellt er zum Jahresende die Pflege von etwa 70 Frauen und Männern im Fehrbelliner Umland ein. Sie werden ab Januar von anderen Pflegediensten betreut. Es gibt schon länger personelle Engpässe, sagt Neuruppins ASB-Chefin Katrin Köppen.

31.12.2017

Der Friedhof in Christdorf besitzt jetzt wieder eine stabile Abgrenzung – dank einer Investition der Stadt. Damit ist ein leidiges Problem endlich beseitigt.

26.02.2018
Anzeige