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Ostprignitz-Ruppin Corven erhält Knochenmark von seiner Mutter
Lokales Ostprignitz-Ruppin Corven erhält Knochenmark von seiner Mutter
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02:22 20.04.2018
Corven aus Storbeck bei Neuruppin, nach der Knochenmarkspende in der Uniklinik in München Quelle: privat
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Neuruppin/München

Gute Nachrichten vom elfjährigen Corven, der seit seiner Geburt an einer seltenen Immunschwäche leidet. Der Sohn von Christin Eichler und Guido Semrau aus Storbeck bei Neuruppin hat Ende März in der Universitätsklinik in München eine Knochenmarkspende von seiner Mutter erhalten – und das neue Verfahren scheint anzuschlagen. „Corven macht tolle Fortschritte, die neuen Zellen bilden sich langsam“, sagt Christin Eichler.

Täglich schon zwei Stunden Unterricht

Zwar ist noch unklar, wann Corven das Krankenhaus in München wieder verlassen kann, weil die Ärzte erst sicher gehen wollen, dass die Blutwerte von Corven stabil bleiben. Doch der junge Fußballer bereitet sich schon seit der vergangenen Woche auf das Leben nach dem Krankenhaus vor – zunächst mit einer Unterrichtsstunde pro Tag, inzwischen sind es zweimal 45 Minuten am Tag, wobei zwischen den Fächern Deutsch, Mathe und Englisch gewechselt wird.

Zwei Transplantationen ohne Erfolg

Corven leidet am so genannten Wiskott-Aldrich-Syndrom. Die Betroffenen haben zu wenig Blutplättchen, die auch Thrombozyten genannt und im Knochenmark gebildet werden. Thrombozyten sind enorm wichtig für die Blutgerinnung. Normal wären 150 000 bis 380 000 Thrombozyten je Tausendstel Milliliter. Corven hatte vor dem Eingriff in München etwa 20 000. Kein Medikament, keine Therapie konnte daran bisher etwas ändern. Selbst zwei Knochenmarktransplantationen, die Corven im Mai 2007 und im April 2008 in der Berliner Charité erhielt, hatten seinen Zustand nicht verbessert.

Füße immer wieder geschwollen

Dabei sollte die Zahl der Thrombozyten eigentlich zwei, drei Jahre nach der Knochenmarktransplantation steigen. Stattdessen schwollen die Füße von Corven in unregelmäßigen Abständen an. Bemerkte er das rechtzeitig, konnten die Füße mit einer speziellen Cortisoncreme behandelt werden. Wenn nicht, musste er meist zur Behandlung ins Krankenhaus nach Berlin. Im schlimmsten Fall war er dann für mehrere Tage auf einen Rollstuhl angewiesen.

Suche nach einem genetischen Zwilling

Weil sich dieser Zustand nicht besserte, hatten die Eltern nach einer weiteren Behandlungsmöglichkeit gesucht. Die Universitätsklinik in München wollte durch ihre Kontakte in die USA dort nach einem passenden Knochenmarkspender suchen, der so eine Art genetischer Zwilling sein muss. Schließlich muss das Immunsystem des Patienten erst mit Medikamenten heruntergefahren und dann neu aufgebaut werden. Das Problem dabei: Der Körper darf die neuen Zellen des Spenders nicht abstoßen.

Potenzielle Spender aus den USA mussten absagen

Zwar gab es fünf potenzielle Spender für Corven, aber alle mussten dann doch aus gesundheitlichen Gründen absagen. Deshalb entschieden die Ärzte in München, bei Corven auf ein Verfahren zu setzen, das es erst seit etwa fünf Jahren gibt. Dabei geht es darum, dass der Patient Gewebe von seiner Mutter implantiert bekommt. Das ist bei Corven am 28. März passiert. Seitdem ist sein Körper dabei, ein neues Immunsystem aufzubauen.

Von Andreas Vogel

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