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DDR-Olympiasieger von 1972 erneut geehrt

Wusterhausen DDR-Olympiasieger von 1972 erneut geehrt

Der DDR-Olympiasieger von 1972 im 20-Kilometer-Gehen, Peter Frenkel aus Potsdam, hat im Wusterhausener Wegemuseum eine Ausstellung von Bildern aus seiner Zeit als Sportfotograf eröffnet. Einen großen persönlichen Bezug zur Dossestadt hat Frenkel dank seiner langjährigen Freundschaft mit Lothar Schick. Der war einst selbst DDR-Olympiakader.

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Peter Frenkel erklärte einige seiner jetzt im Wusterhausener Wegemuseum ausgestellten Fotos. Lothar Schnick (r.) ist seit 40 Jahren mit ihm befreundet.

Wusterhausen. Der Fundus des Wusterhausener Museums wird derzeit aufgearbeitet. Teile der unsortierten Sammlung sollen gesichtet werden und könnten Eingang finden auch in die öffentliche Schau des Heimatmuseums, das aufgrund seiner Spezialisierung weithin besser bekannt ist als das Wegemuseum. Bei diesem „Aufräumen“ stieß Katharina Zimmermann, die seit April das Museum leitet, auf mehrere Exemplare einer interessanten Münze beziehungsweise Medaille. Es ist eine augenscheinlich noch aus DDR-Zeiten stammende typische Nickelmünze mit Rathaus- und Kirchensilhouette auf der Vorderseite und dem Spruch „für verdienstvolle gesellschaftliche Tätigkeit“ samt Stadtwappen auf der Rückseite.

Die Vorderseite der Medaille, von der es noch einige Exemplare im Museum gibt

Die Vorderseite der Medaille, von der es noch einige Exemplare im Museum gibt.

Quelle: Matthias Anke

Für Wusterhausens Kulturvereinsvorsitzende Bärbel Hartwig war es das ideale Stück, um damit jetzt einen Gast der Dossestadt auf besondere Art zu würdigen, wenngleich damit natürlich auch spaßeshalber: Peter Frenkel. Denn Frenkel ist statt Nickel vielmehr Gold gewöhnt. Der heute 77-jährige Potsdamer wurde 1972 in München schließlich DDR-Olympiasieger im 20-Kilometer-Gehen.

Bärbel Hartwig überreichte Frenkel die Wusterhausen-Münze

Bärbel Hartwig überreichte Frenkel die Wusterhausen-Münze.

Quelle: Matthias Anke

Frenkel war Augenzeuge des Attentats auf die Israelis in München 1972

Doch da im Leben Freude und Leid oft nah beieinander liegen, musste auch Frenkel damals eine erschütternde Erfahrung machen. „Wir wurden aufgeschreckt von dem Krach. Als wir aus unserer Unterkunft blickten, sahen wir gegenüber vermummte Gestalten“, erzählte Frenkel als Augenzeuge des Attentats auf die israelische Mannschaft. Ein Foto von ihm, das im Wegemuseum jetzt innerhalb seiner Ausstellung „Olympia ist überall“ noch bis Ende November zu sehen ist, zeigt die Gedenkveranstaltung anlässlich des 40. Jahrestages des Massakers von München.

Frenkels Foto von der Gedenkveranstaltung 2012 anlässlich 40 Jahre Münchener Massaker

Frenkels Foto von der Gedenkveranstaltung 2012 anlässlich 40 Jahre Münchener Massaker.

Quelle: Matthias Anke/Repro

Zu jeder Fotografie konnte Frenkel bei der Vernissage etwas erzählen: von seinen Bildern vom Berliner Olympischen Dorf von 1936 und dem Olympiastadion bis hin zur ehemaligen Wehrmachtsschule in Jüterbog. Auch bekannte Gesichter wie Udo Beyer oder Birgit Fischer sind zu sehen.

Sportfotografie ist Frenkels Passion

Sportfotografie ist Frenkels Passion: hier ein Vierer im Rudern.

Quelle: Matthias Anke/Repro

Frenkels große Verbundenheit mit der Dossestadt ist seiner seit über 40 Jahren bestehenden Freundschaft mit dem Wusterhausener Lothar Schnick zu verdanken. Wie die Besucher der Fotoausstellung von ihm erfuhren, war Schnick seinerzeit „als junger Spund“ beim Empfang der Olympiateilnehmer in Potsdam dabei und gratulierte dort seinem Idol Frenkel. „Der sagte dann zu mir: Junge, wir sind doch Sportler, Du kannst ruhig du zu mir sagen“, erzählte Schnick. Er selbst war als Kanute im Olympiakader für Moskau 1980 vorgesehen, dann jedoch verletzungsbedingt ausgefallen – wie wiederum Frenkel den Besuchern über seinen Freund Schnick verriet. „Der eine schafft’s, der andere eben nicht“, tröstete ihn der Olympiasieger.

Gold für die DDR

Gold für die DDR! Peter Frenkel bei seinem Zieleinlauf in München 1972.

Quelle: Archiv Frenkel

Schnick bezeichnete Wusterhausen dabei als eine „Stadt des Sports“. Beispielhaft genannt wurden Fifa-Schiedsrichter Klaus Scheurell und Ruderer-Trainer Johannes Wujanz. Aber auch im Radsport und Segeln waren die Wusterhausener bereits ganz groß. Und so schwelgte man in Erinnerungen. Die Musik dazu passte vor allem in einem Moment bestens: Hartmut Paschen und Steffen Richter, die erstmals als Saxofon-Duo auftraten, spielten Beethovens „Ode an die Freude“. Es war das Ersatzlied für die deutschen Nationalhymnen 1968 in Mexiko, wo Frenkel auch schon dabei war. Erst 1972 durfte die DDR mit einem eigenen, vollständig unabhängigen Team samt Flagge und Hymne antreten.

Von Matthias Anke

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