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Ostprignitz-Ruppin Dachdecker hängen an Seilen am Turm
Lokales Ostprignitz-Ruppin Dachdecker hängen an Seilen am Turm
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18:22 28.09.2017
Tom Parey schneidet am Boden die Schieferplatten zu, die seine Kollegen anschließend in luftiger Höhe anschrauben. Quelle: Sandra Bels
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Gartow

Wenn man Henner Meger und seinen Sohn Leve Schröder bei der Arbeit zusieht, kann einem schon schwindelig werden. Die beiden Männer reparieren derzeit den Kirchturm in Gartow. Dafür müssen sie sich von der Spitze des Turms abseilen. Der sechseckige Aufbau mit Bekrönung war bei einem Unwetter Anfang August zu Schaden gekommen. „Die Kirche hat keinen Blitzableiter“, sagt Meger. So sei der Blitz unter der Deckung in das Dach gefahren. „Glücklicherweise war nur eine Seite des Turmes betroffen“, sagt der Steiger.

Die größten Schäden befinden sich auf der linken Seite. Zwei Sechstel sind fast komplett zerstört. Sie werden neu eingedeckt. Ein weiterer Teil wird repariert.

Die Arbeiten am beschädigten Kirchturm von Gartow erfolgen ohne Gerüst. Das macht sie kostengünstig. Quelle: Sandra Bels

Pfarrer Alexander Bothe, zu dessen Pfarrsprengel Wusterhausen die Kirchengemeinde Gartow gehört, erinnert sich: „Das sah hier ganz schön wild aus auf dem Boden nach dem Blitzschlag.“ Die Schiefertafeln lagen kreuz und quer auf dem Friedhof. Die Kirchengemeinde muss für die Reparatur nichts bezahlen. Es ist ein Versicherungsschaden. Durch den Einsatz der Steiger sei sie zusätzlich noch kostengünstig, so Bothe. Ansonsten hätte der gesamte Kirchturm eingerüstet werden müssen.

Henner Meger ist mit seinem Team seit Dienstag am Kirchturm beschäftigt. Er repariert mit seinem Sohn den Turm in luftiger Höhe. Zu seinen Füßen schneidet Praktikant Tom Parey die Schieferplatten zu. Am heutigen Freitag wollen die Rostocker mit den Arbeiten fertig werden. Die Platten werden geschraubt. Kaputte Tafeln wurden entfernt. Was noch heil ist, kann wieder verwendet werden. Das wird besonders im oberen Teil der Fall sein. Die neuen Schindeln sind heller als die alten. Meger will sie mischen, damit die Reparatur nicht gleich so stark ins Auge fällt.

Die Gartower Kirche steht unter Denkmalschutz

Im Wesentlichen repariert er Gotteshäuser. Der Rostocker sagt, dass er bestimmt schon auf gut 400 Kirchen gearbeitet hat. Im Frühjahr hatte er einen Auftrag im Bereich Nauen, „wo ich auf zehn verschiedenen Kirchen war“, sagt er. Es ist nun sein erster Auftrag in der Kleeblattregion.

Die Gartower Kirche steht unter Denkmalschutz. Die Anfänge des neugotischen Feldsteinbaus mit Backsteinkanten könnten aus der Zeit der Ersterwähnung 1293 stammen. Der Turm ist nachweislich erst im Jahr 1868 angebaut worden.

Die Kirchengemeinde Gartow hat 38 Gemeindeglieder

Das Gotteshaus wird laut Alexander Bothe unregelmäßig genutzt, zu Weihnachten aber immer. Es ist stark renovierungsbedürftig. „In der Kirche müsste ein ganze Menge gemacht werden“, so Bothe. Er sieht jedoch keine Möglichkeit für eine Finanzierung. Die Kirchengemeinde Gartow hat 38 Gemeindeglieder. Schon deshalb seien die Möglichkeiten begrenzt, so Bothe.

„Es ist nicht einfach zu beantworten, wie es mit der Kirche weiter geht“, sagt der Pfarrer. Abtragen komme keinesfalls in Frage, fügt er an. Allerdings müsse die Sicherheit drinnen wie draußen gewährleistet werden. „Wir sind verpflichtet, das Nötige zu tun, damit niemand zu Schaden kommt“, sagt Bothe. Eine Kirchensanierung sieht er aber eher als Traum.

Auch in den Segeletzer Kirchturm schlug der Blitz ein

Die Gartower Kirche war nicht die einzige in der Gemeinde Wusterhausen, die im Sommer vom Blitz getroffen wurde. Auch in den Segeletzer Kirchturm schlug es ein. Dabei wurden die Schiefereindeckung und die Elektrik beschädigt. Weder die Kirchturmuhr, deren Beleuchtung noch das Geläut funktionierten damals noch. Seit Mittwoch zeigt die Turmuhr aber wieder die aktuelle Zeit an. Auch die Elektrik ist bereits repariert worden. „Die Dachreparatur steht noch aus“, sagt die zuständige Pfarrerin Gundula Reinshagen. Der Turm war nach dem Blitzschlag gesichert worden, so dass bis zum Beginn der Arbeiten nichts passieren kann.

Von Sandra Bels

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