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Damelacker Wehr ist Geschichte

Brandschutz im Umbruch Damelacker Wehr ist Geschichte

Von der zum Jahresende aufgelösten Feuerwehreinheit Damelack bleibt nur eine historische Pferdespritze übrig. Ob und wie sie noch wenigstens von einer Traditionsgarde genutzt werden kann samt des kleinen Gerätehauses, ist noch nicht vollends geklärt. Aber es gibt bereits Ideen.

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Die Damelacker Traditionswehr um Lothar Toppel (2.v.r.) präsentierte sich mit der Pferdespritze auch im Jahr 2013 beim Dorffestumzug in Breddin.

Quelle: Matthias Anke

Breddin. Was im sogenannten Gefahrenabwehrbedarfsplan des Amtes Neustadt angedroht geschrieben stand, ist jetzt verwirklicht. In dem Papier, das vorigen Herbst als Neufassung verabschiedet wurde, hieß es zur Feuerwehr in Damelack: „Perspektivisch Schließung des Standortes.“ Als Datum wurde der 31. Dezember avisiert. Rückwirkend zu diesem Termin werden die Mitglieder des Neustädter Amtsausschusses bei ihrer Sitzung am Montag die 104 Jahre alte Feuerwehr nun tatsächlich per Beschluss auflösen.

Es gibt „ seit längerer Zeit massive Probleme, die Kriterien einer leistungsfähigen Feuerwehr zu erfüllen“, begründet die Neustädter Amtsverwaltung diesen Schritt in der entsprechenden und von Amtsdirektor Dieter Fuchs unterschriebenen Beschlussvorlage: „Es fehlt sowohl an qualifiziertem jüngerem Personal als auch an der notwendigen Mannschaftsstärke. Ein qualifizierter Dienstbetrieb ist nicht gegeben. Die Feuerwehr verfügt über keinen Trupp- oder Gruppenführer.“ Die verbliebenen Mitglieder wurden Mitte Dezember über das Ende informiert. Zuletzt hatten noch 18 auf dem Papier gestanden. Doch mangels Ausbildungsstunden war die Einsatzbereitschaft nicht mehr gegeben. Ohnehin war diese zwischen 6 und 18 Uhr gleich Null. Für die Tagesbereitschaft gibt es laut Gefahrenabwehrplan daher schon seit längerem Vereinbarungen mit dem Nachbarlandkreis Prignitz.

Umbrüche in Neustädter Feuerwehrstruktur

Die Schließung der Damelacker Wehr ist nicht die einzige Folge von Mitgliederschwund oder fehlender Einsatzbereitschaft im Neustädter Amtsgebiet.

In Sieversdorf und Roddahn gibt es keine eigenständigen Wehren mehr. Aber es sind jeweils noch ausgebildete, einsatzfähige Feuerwehrleute vorhanden. Sie wurden voriges Jahr daher in die Feuerwehr Neustadt eingegliedert. Diese ist dadurch wiederum gestärkt. Erst kürzlich würdigte Amtswehrführer Heino Arndt besonders einige Roddahner, die wieder ausgebildet sind und nun zu Einsätzen mit den Neustädtern ausrücken dürfen.

Im Gefahrenabwehrplan ist zudem der „Zusammenschluss der Feuerwehren Breddin und Stüdenitz bei nicht erfolgtem Aufbau einer stabilen Führungsstruktur“ bereits als Möglichkeit festgehalten. Auf gleiche Weise fusionierten schon im Jahr 2011 die Feuerwehren vom Zernitz und Lohm.

Die laut Plan „perspektivische Angliederung von Giesenhorst an Dreetz“ indes rückt in weite Ferne: Dafür sprach die Motivation der Giesenhorster bei ihrer jüngsten Jahresversammlung.

Den Damelackern wurde nun angeboten, als Alters- und Ehrenmitglieder in der Feuerwehr Breddin organisiert zu bleiben. Damelack ist Ortsteil von Breddin. Traditionspflege mit alter Löschtechnik könne auf diese Weise weitergeführt werden. Großes Interesse daran hat Lothar Toppel vom Reit- und Fahrverein. Schließlich ist eine alte, von Pferden gezogene Feuerwehrspritze noch da. Er und weitere Damelacker präsentierten sie schon oft bei Festumzügen oder Paraden der Neustädter Gestüte beispielsweise. Zudem möchte man das kleine Gerätehaus gerne weiternutzen. „Es wäre schade, das aufzugeben“, sagt Lothar Toppel. Beim Osterfeuer etwa dient es als Ausschank. Da es aber der Gemeinde Breddin gehört und vom Amt lediglich betrieben wurde, müsse nun die Gemeinde darüber befinden. Die am Gerätehaus installierte, funkgesteuerte Sirene könne jedenfalls erhalten bleiben, da sie sich im Katastrophenfall kurzfristig aktivieren lasse.

Auch die Pferdespritze gehört nicht dem Amt. Diesem aber liegt ein entsprechender Antrag vom Reit- und Fahrverein bereits vor. Dessen Chef Lothar Toppel, der „auch nicht mehr der Jüngste“ ist, wie er sagt, bedauert die Entwicklung seiner Wehr. Zugleich kritisiert er: „Sie hätte nicht kaputt gehen müssen.“ Es sei schlicht zu wenig getan worden, zu viel habe man schleifen lassen in der Truppe um den letzten Ortswehrführer Hellfried Möller. „Da fehlte Motivation. Es gab weder Grillabende noch Ausflüge.“ Zudem benennt Toppel ein Grundproblem: „Es sind nicht nur die Lehrgänge am Wochenende, statt mit anderen lachend am Badestrand zu sitzen. Dann aber bei Einsätzen Katzen von Bäumen zu holen oder Ölspuren zu beseitigen oder irgendwelche Sachen abzusichern, wofür andere zuständig sein müssten und nicht die Feuerwehr, da macht doch keiner mehr mit.“

Von Matthias Anke

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