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Damit Rheinsbergs Stadtmauer sichtbar wird

Stadt prüft Idee Damit Rheinsbergs Stadtmauer sichtbar wird

Die Findlinge, die früher das Fundament der Rheinsberger Stadtmauer bildeten, sind noch da. Jetzt will die Stadt prüfen, ob die Steine den Verlauf der Befestigung vor dem großen Brand 1740 wieder aufzeigen könnten. Die Idee findet der Rathauschef gut – allerdings rechnet er dabei auch mit einem steinigen Weg durch die Behörden.

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Die Findlinge, die früher das Fundament der Stadtmauer bildeten, bewahrt die Stadt auf. Die Steine sollen den Verlauf der Mauer markieren.

Quelle: Aniol

Rheinsberg. Ein Ei – oder doch eher eine Birne? Vermutlich irgendwie dazwischen geartet war einmal der Grundriss der Stadt Rheinsberg. Wie genau dieser bis zum großen Brand 1740 ausgesehen hat, das haben Archäologen bei der Sanierung der B 122 vor ein paar Jahren dokumentiert. Sie entdeckten damals in der Königsstraße, unweit der Tucholskystraße, dort, wo ehemals die Stadtgrenze verlief, Fundamente der früheren Stadtmauer und bargen dabei viele Findlinge, aus denen ihre Fundamente bestanden.

Fast hätten die Straßenbauer die Steine einfach entsorgt. Der Rheinsberger Bürgermeister Jan-Pieter Rau setzte sich aber dafür ein, dass diese stummen Zeugen der längst vergangenen Zeit aufbewahrt werden. Seitdem werden sie auf dem Gelände des ehemaligen FDGB-Heims „Freundschaft“ an der Menzer Straße gelagert – vielleicht aber nicht mehr lange.

Denn der Hobby-Historiker Jörg Möller hat den Rathauschef mit einer Idee infiziert: Er will, dass die Findlinge entlang des früheren Stadtmauerverlaufs flach in den Boden eingelassen werden. So könnten die Rheinsberger und ihre Gäste besser nachvollziehen, welche Wandlung die Stadt topographisch in den Jahren nach dem Brand, der sie fast völlig zerstört hatte, vollzogen hat. Denn zum einen war das mittelalterliche Städtchen mit etwa 80 Häusern davor deutlich kleiner als die spätere Prinzenstadt mit ihren etwa 170 Gebäuden. Außerdem verfügte es nur über enge, unregelmäßig angelegte Straßen – kein Vergleich zum späteren großzügigen, wohlgeordneten Straßennetz, das nach den Plänen des Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff beim Wiederaufbau entstanden ist und einen völlig neuen Grundriss ergab.

Reste der dicken Steinmauer sind im Schlosstheater zu sehen

„Von der alten Stadtmauer ist in Rheinsberg nicht mehr viel übrig geblieben“, sagt Rau. So kann man Reste der dicken Steinmauer noch im Schlosstheater sehen, wo sie in das Bauwerk integriert wurden. Deshalb gefällt Jan-Pieter Rau die Idee, ihren Verlauf nachzuzeichnen, ausgesprochen gut. Zumal, wenn Tafeln die Betrachter über die Linie auf dem Boden aufklären. Allerdings hat der Verwaltungschef Bedenken, ob die Idee auch umgesetzt werden kann. Schließlich gehören nicht alle Straßen, in die die Findlinge integriert werden sollen, der Kommune. Ob das Land oder der Bund mit dem Eingriff in den Straßenbelag einverstanden sein wird, sei fraglich, so Jan-Pieter Rau. Zumal wenn die Fahrbahn oder der Gehweg zuvor mit Fördergeld saniert wurden, könnte das problematisch sein. Hinzu kommt noch die Denkmalfrage, da der Rheinsberger Stadtkern als Flächendenkmal einen besonderen Schutz genießt.

Ob Rheinsberg sich trotz dieser Gemengelage mit der Idee, die Stadtmauer wieder, zumindest schemenhaft, aufleben zu lassen, durchsetzen wird, sei deshalb ungewiss, so Rau. Trotz aller Skepsis will der Bürgermeister aber zumindest den Versuch wagen und bei den entsprechenden Behörden jetzt nachfragen.

Von Celina Aniol

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