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Damit das alte Schloss erhalten bleibt

Freyenstein Damit das alte Schloss erhalten bleibt

Übrig ist heute nur noch der Wohnturm der einst dreiflügeligen alten Schlossanlage in Freyenstein. Dennoch gehört selbst dieser heute zu den wohl schönsten Renaissancebauten der Region. Doch sein langfristiger Erhalt ist in Gefahr, heißt es vom Förderverein Freyenstein. Er wirbt für eine rasche Sanierung und ein kulturelles Nutzungskonzept des Gebäudes.

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Andrea Müllenberg vom Förderverein hat die Ausstellung im Schloss mit konzipiert.

Quelle: Christian Bark

Freyenstein. Romantisch ragt es aus dem Grün des Freyensteiner Schlossparks hervor. Das alte Schloss, von vielen Freyensteinern auch Burg genannt, gilt bis heute als ein Meisterwerk der Renaissance in der Region. Das hat auch der Förderverein Freyenstein vor Jahren erkannt und steckt viel Energie in den Erhalt und die Vermarktung des Gebäudes aus dem 16. Jahrhundert.

Noch vorhandene Türen im Mauerwerk weisen auf eine Verbindung zum anderen Flügel hin

Noch vorhandene Türen im Mauerwerk weisen auf eine Verbindung zum anderen Flügel hin.

Quelle: Christian Bark

Erhalten ist von der ehemals dreiflügeligen Schlossanlage nur noch der Wohnturm. Der Innenhof wird derweil von den Mauerresten der nicht mehr vorhandenen Flügel umschlossen. „Dort muss ein Verbindungsweg zwischen Wohnturm und dem angrenzenden Gebäude existiert haben“, verweist Fördervereinsmitglied Andrea Müllenberg auf Konturen eines Daches sowie vorhandene Holztüren, die heute in einigen Metern Höhe ins Leere führen. Beachtlich seien auch die Schmuckterrakotten. Doch so schön die Anlage auch wirken mag, sie bedarf dringend einer Restaurierung. „Hier muss was getan werden“, fordert Andrea Müllenberg. Noch seien es kleine Maßnahmen, doch wenn man noch länger warte, verschärfe sich der Bedarf.

Vom Herrschaftssitz zur Burgruine


Konrad von Rohr mit dem Bau der ursprünglich dreiflügeligen Renaissanceschlossanlage. Möglicherweise existierte dort seit dem 14. Jahrhundert eine Wasserburg. Architekt war Dominicus Parr.

1620 fiel das Schloss an die Familie von Winterfeld – es war bereits im 17. Jahrhundert dem Verfall preisgegeben, weil das Geld fehlte.

Im späten 18.Jahrhundert verkommt das Schloss zum Brauhaus und zur Brandweindestille. Erst ab 1968 wurde das alte Schloss restauriert und konnte 1974 der Öffentlichkeit übergeben werden. Ein Brand vernichtete 1978 fast den gesamten Innenraum. Ein Wiederaufbau erfolgte ab 1980.

„Der Innenraum braucht besonders im Winter eine Notbeheizung“, erklärt sie. Um den Frost vom Interieur fern zu halten. Auch die Porträts der Familie von Winterfeld, denen die Schlossanlage lange Zeit gehört hatte, hätten eine Sanierung und Berahmung nötig. Wichtiger sei aber, dass das alte Schloss mehr Beachtung findet. Bei aller Freude über die Sanierung des neuen Schlosses moniert der Verein, dass auch das „alte“ nicht in Vergessenheit geraten darf. So war es schon vor Jahrhunderten. Die Schlossherren schienen mehr Wert auf den Erhalt des neuen als des alten Gebäudes gelegt zu haben. „Ein Rätsel ist aber, warum gerade der Wohnturm erhalten blieb“, sagt Andrea Müllenberg. Und selbst der berge bis heute einige Geheimnisse.

Seit Juli sind im alten Schloss historische Postkarten und Fotos zu sehen

Seit Juli sind im alten Schloss historische Postkarten und Fotos zu sehen.

Quelle: Christian Bark

Um die Faszination der Freyensteiner und ihrer Gäste am alten Schloss wieder zu erwecken, gibt es seit 2015 eine Ausstellung zur Geschichte des Gebäudes. Sie ist zu besonderen Anlässen wie dem Tag des Offenen Denkmals oder auf Nachfrage bei der Touristeninformation zu besichtigen. Seit Juli sind im Schloss auch historische Ansichten und Postkarten von Freyenstein ausgestellt. Andrea Müllenberg würde sich wünschen, dass das Gebäude wieder Ort für Kulturveranstaltungen wird. Dazu fehle bislang ein zweiter Fluchtweg, der aber womöglich sehr einfach hergestellt werden könne. Aktuell habe der Verein zwei Broschüren zur Baugeschichte der Burg in Arbeit. Sie sollen 2018 erscheinen und interessante Theorien enthalten.

Von Christian Bark

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