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Damit die Jüngsten zur Sprache kommen

Acht Kitas im Kreis bekommen weiterhin Geld für frühe Sprachförderung Damit die Jüngsten zur Sprache kommen

Wenn Babys ihre ersten Worte brabbeln, sind alle entzückt. In vielen Familien gerät die Begeisterung für die Sprachfähigkeiten der Jüngsten nach dieser Phase aber schnell in den Hintergrund - mit schweren Folgen für die Kinder. Acht Kitas aus Ostprignitz-Ruppin widmen sich daher vor allem der Sprachförderung.

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In der Rheinsberger Kita „Spatzennest“ trainiert Diana Schwarz mit den Kindern die richtige Aussprache.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Denn diese entwickeln oft, wenn sie nicht in das Land der Wörter eingeführt werden, sprachliche Defizite, die später häufig zu Schwierigkeiten in der Schule oder psychischen Auffälligkeiten führen. Damit es nicht soweit kommt, fördert der Bund seit 2011 deutschlandweit rund 4000 Kitas, die sich besonders um die Sprachentwicklung kümmern. Nun hat die Regierung das Programm, das eigentlich Ende 2014 auslaufen sollte, bis 2015 verlängert. Das bedeutet, dass auch acht Kindergärten in Ostprignitz-Ruppin im Jahr 2015 je 25.000 Euro erhalten.

"Wir freuen uns sehr darüber", sagt Carmen Lungfiel, die die Rheinsberger Awo-Kita "Spatzennest" leitet. Denn dank des Programms, das sich an Kinder unter drei Jahren richtet, werden sprachliche Fehlentwicklungen viel früher entdeckt und behandelt als zuvor. Etwa ein Drittel der Vorschulkinder in der Kita wurde bislang nach der obligatorischen Schuleingangsuntersuchung ein Jahr lang gefördert. "Aber das ist viel zu spät", so Lungfiel. Nicht alle Schäden lassen sich in dem Alter noch richten. "Wir haben viele sozialschwache Familien, die sich oft kaum um die sprachliche Entwicklung kümmern, da ist es notwendig, die Defizite früh zu kompensieren." Das Programm zeige jetzt schon Wirkung. "Wir merken tagtäglich, dass die meisten Kinder durch die zusätzliche Förderung viel besser sprechen als vorher."

Durch das Programm kann sich die Rheinsberger Erzieherin Diane Schwarz 20 Stunden lang in der Woche nur diesem Thema widmen. Sie hat keinen Gruppendienst, dafür viele Fortbildungen. Ihr Wissen gibt sie indes nicht nur an Kinder weiter. "Sie arbeitet auch mit uns Erziehern. Dadurch haben wir uns alle in diesem Bereich sehr weiterentwickelt." So seien die Betreuer zum Beispiel jetzt in der Lage festzustellen, wenn ein Kind schlecht hört. "Das merken wir viel früher als vorher und können die Eltern schneller zum Arzt schicken." Und das hat wiederum Auswirkungen auf die sprachliche Entwicklung: Denn wer schlecht hört, hat oft auch Probleme mit der Aussprache.

Neben der Kita in Rheinsberg werden im Kreis noch die Neuruppiner Kita "Kunterbunt" und "Gänseblümchen", die Kyritzer "Hundert Sterne", Kindertagesstätte und "Kunterbunt" sowie die Neustädter "Köritz" und "Spiegelberg" gefördert. Das Programm helfe, die späteren Bildungschancen zu erhöhen, sagt der Neuruppiner CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke. "Die Sprache ist der Schlüssel für alle weiteren Bildungsebenen. Daher ist die gezielte Sprachförderung der richtige Weg."

Von Celina Aniol

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