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Dank Ehrenamt noch Dorfleben

Dreetz Dank Ehrenamt noch Dorfleben

Wie andere Dörfer auch war Dreetz einst deutlich besser mit öffentlichen Einrichtungen ausgestattet, doch lebendig ist das Dorf noch immer. Dazu tragen die vielen ehrenamtlich Aktiven entscheidend bei.

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Beim Frühlingsfest der Volkssolidarität in Dreetz ist immer richtig was los. Am 22. April soll wieder gefeiert werden.

Quelle: Matthias Anke

Dreetz. Die Gemeinde Dreetz und die Dreetzer machen beinahe regelmäßig auf sich aufmerksam: Seien es die Feuerwehr, die Angler, die Sportler und Motorsportler, der Förderverein samt Heimatstube, das Arboretum, das Gemeindezentrum oder der Jugendclub. Und doch sieht der Trend für das Dorfleben nicht wirklich gut aus. Einkaufsmöglichkeiten gibt es im Ort kaum noch. Gaststätten gibt es nicht mehr. Sowohl Raiffeisenbank als auch Sparkasse haben ihre Filialen inzwischen geschlossen.

Das bereitet vielen Dreetzern Sorgen. Bei der Umfrage zur MAZ-Dorfserie brachte das auch eine Reihe von ihnen zum Ausdruck. Besonders deutlich wurde Erika Schramm aus der Dreetzer Waldsiedlung.

Einst florierte der Einzelhandel im Dorf

„Ich liebe meine zweite Heimat Dreetz“, schreibt sie. „Als elfjährige Heimatvertriebene aus Ost-Brandenburg habe ich in Dreetz eine neue Heimat gefunden.“ Bis zur Wende um 1990 habe man im Ort gut gelebt: „In Dreetz konnten Sie alles kaufen. Wir hatten drei Bäcker, zwei Fleischer, drei Lebensmittelgeschäfte, einen Gemüseladen einschließlich Fisch, ein Textilgeschäft, ein Haushaltwarengeschäft.“ Sieben Gaststätten habe es im Dorf mal gegeben. „Nach der Wende konnte keine einzige finanziell überleben.“ Erika Schramm lässt keinen Zweifel daran, wie sehr sie dies bedauert. „Von allem ist nichts mehr übrig geblieben. Nur ein kleiner Minimarkt kämpft ums Überleben.“ Vor allem für die älteren Dreetzer sei das sehr bedauerlich. „Alle müssen nach Neustadt, um ihre Einkäufe zu erledigen.“

Doch immerhin: Seit Januar gibt es einen neuen Versuch, die alte Kaufhalle in der Schulstraße wiederzubeleben. Dagmar Bundermann und Angela Klenke haben in dem leer stehenden Gebäude eine kleine Boutique eröffnet (MAZ berichtete). Sie schätzen die Situation im Ort genauso ein wie Erika Schramm und wollen mit ihrer Initiative etwas dagegensetzen. Ihre Idee ist eine Art Begegnungszentrum. Und Platz für weitere Angebote bietet die alte Kaufhalle genug.

Heute sorgen vor allem Verein für Leben

Schon jetzt ist es ja beileibe nicht so, dass die Dorfbewohner nur noch zu Hause in ihren Stuben sitzen. Wie gesagt: Es gibt viel ehrenamtliches Engagement in Dreetz und eine Gruppe hält Erika Schramm dabei unbedingt für ebenfalls erwähnenswert: Die Volkssolidarität. „Die Volkssolidarität, die Menschen im höheren Alter anspricht und aktivieren möchte, ist in Dreetz auf gutem Weg“, betont sie. Zu verdanken sei das ganz maßgeblich Ingeborg und Walter Taschenberger. Ingeborg Taschenberger leitet die örtliche Gruppe der Volkssolidarität. Natürlich hat sie dabei noch weitere Mitstreiter, aber Taschenbergers bilden nach Auffassung vieler Dreetzer seit Jahrzehnten die treibende Kraft. „Spielenachmittage und Themendiskussionen, Frühlingsfest, Herbstfest, Weihnachtsfeier sind sehr schöne Veranstaltungen, die stets gut besucht sind“, schreibt Erika Schramm. „Ich wünsche mir, dass diese Menschen mehr Beachtung finden und dass das Miteinander und Füreinander wieder mehr Bedeutung in unserer Gesellschaft erhalten. So viele Menschen brauchen Hilfe und Fürsorge.“

Damit scheint es in Dreetz aber noch vergleichsweise gut zu klappen. Man unternimmt viel gemeinsam. Der Veranstaltungskalender der Gemeinde ist gut gefüllt. Am nächsten Sonnabend, dem 11. März, beispielsweise wird auf Einladung der Kommune im Gemeindezentrum Frauentag gefeiert. Ebenfalls noch im März stehen der Sportlerball und die Mitgliederversammlung des Fördervereins an. Am 22. April feiert die Volkssolidarität dann ihr beliebtes Frühlingsfest. Es gibt kaum einen Monat im Dorf ohne irgendeine mehr oder minder gesellige Zusammenkunft.

Von Alexander Beckmann

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