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Ostprignitz-Ruppin Dank an ehrenamtliche Flüchtlings-Paten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Dank an ehrenamtliche Flüchtlings-Paten
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00:17 12.10.2016
Die Ehrenamtler aus Vielitzsee. Quelle: Regine Buddeke
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Herzberg

Mittlerweile habe man sich an den Anblick der neuen Einwohner längst gewöhnt: ob im Bus, in der Kita, auf der Straße oder auch im Netto-Markt – so beschreibt es Lindows Amtsdirektor Danilo Lieske am Freitagabend im Herzberger Gemeindezentrum. Das sei am Anfang noch ganz anders gewesen, erinnert Lieske an hitzige Einwohnerversammlungen vor einem knappen Jahr, an fremdenfeindliche Demonstrationen und Gegenkundgebungen , in denen es darum ging, dass auch im Lindower Amtsbereich Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Nun sind sie da und das Leben normalisiert sich für die Flüchtlinge und die Lindower nach und nach.

Die Initiative „Lindow hilft“ Quelle: Regine Buddeke

Daran haben auch die vielen freiwilligen Helfer großen Anteil, die anpackten, wo es nötig war: die Wohnungen einrichteten, Suppe zum Empfang kochten, Patenschaften übernommen und die Asylbewerber zum Arzt oder Behörden begleitet haben. Mancher hat Deutschunterricht erteilt, manche betreuten die Kinder, organisierten Praktikums-Plätze, halfen in der Kleiderkammer oder übernahmen Fahrdienste – bis hin zu Fahrten nach Eisenhüttenstadt.

All jene Vielitzseer, Rüthnicker, Herzberger und Lindower, die sich dauerhaft ehrenamtlich darum gekümmert haben, dass die Neuankömmlinge nicht allein im Regen stehen gelassen werden, wurden am Freitag beim „Tag des Ehrenamtes“ vom Amtsausschuss mit einer Rose und einer Medaille bedacht – im Rahmen einer Feierstunde mit Büfett und Musik.

Herzberger Ehrenamtler. Quelle: Regine Buddeke

„Der Staat wäre mit seinen Möglichkeiten in der Versorgung bereits erschöpft, wenn es die Ehrenamtler nicht gebe“, würdigt Lieske in seiner Dankesrede die rund 50 anwesenden Helfer – nicht alle konnten am Freitag kommen. Integration könne nur von Mensch zu Mensch gelingen: „Offenheit statt Angst vor dem Fremden. Akzeptanz statt Vorurteil“, wirbt er. Fremdheit könne man nur dadurch begegnen, indem man sich Fremdes bekanntmache. Da hätten die Ehrenamtler keine Sekunde gezögert. Wie in Vielitzsee, wo die Leute die Dinge von Anfang an in die Hand genommen hätten. „Bei uns in der Gemeindeversammlung gab es keine Diskussionen – alle waren dafür, dass wir Flüchtlinge im leer stehenden Bürgerhaus aufnehmen“, erinnert sich Gemeindevorsteher Dieter Fischer. Es gab einen Spendenaufruf, um das Haus einzurichten. Dann waren sie auch schon da“, so Fischer. „Schade, in zwei Wochen sind nur noch zwei bei uns“, sagt er – es sei ein lehrreiches Jahr gewesen.

Danilo Lieske dankt Kita-Leiterin Jutta Kaiser und der Schulleiterin Marina Makowiak (r.). Quelle: Regine Buddeke

Die Rüthnicker waren die ersten Gastgeber des Amtes. Brita Köcher ist gerade zweifache Ehren-Oma ihrer Patenfamilie geworden. Ralf-Peter Voigt bedankt sich beim Lindower Partnerschaftsverein, der seinen Transporter mehrfach für die vielen notwendigen Fahrten zur Registrierungsstelle in Eisenhüttenstadt zur Verfügung stellte – nicht nur er haben viel Zeit geopfert, um den Flüchtlingen zur Seite zu stehen. Und auch Geld, etwa beim gerade stattgefundenen Sponsorenlauf an der Lindower Schule. Denn auch da und in der Kita passiert Integration – nebenbei und effektiv. Beim kulturellen Rahmenprogramm tanzte zwischen den Herzberger Kids eines der Flüchtlingsmädchen mit, als gehörte sie schon seit Jahren dazu – selbstvergessen und mit strahlenden Augen. So, wie alle Eltern ihre Kinder aufwachsen sehen wollen.

Von Regine Buddeke

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