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Ostprignitz-Ruppin Dank für die Retter Neuruppins
Lokales Ostprignitz-Ruppin Dank für die Retter Neuruppins
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00:18 29.04.2016
Vor mehr als einem Jahr hatte Wolfgang Freese die Idee zu der Gedenktafel. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Dass es so schwierig werden würde, eine Gedenktafel aufzustellen, hätte Wolfgang Freese nicht gedacht. „Ich bin da vielleicht ein bisschen naiv herangegangen“, räumt der Neuruppiner jetzt ein. Vor gut einem Jahr hatte er die Idee, eine Tafel aufzustellen, die die Menschen würdigt, die 1945 verhindert hatten, dass Neuruppin noch wenige Tage vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges von der Roten Armee in Schutt und Asche gelegt wird.

Wolfgang Freese hatte gehofft, die Tafel zum 70. Jahrestag der Befreiung aufstellen zu können. „Ich dachte, dass das vielleicht ein paar Wochen dauert“, sagt er im Rückblick. Für seine Idee fand er schnell viele Unterstützer. Und musste leider auch feststellen, dass das Vorhaben weit schwieriger wird als anfangs geglaubt. Doch jetzt ist es endlich soweit. Nach mehr als einem Jahr Vorbereitung soll die Gedenktafel am Sonntag, 1. Mai, am Ufer des Ruppiner Sees enthüllt werden. Im Donnerstag wird eine Firma am Ende der Neuruppiner Seestraße das Fundament gießen.

Der Text der Tafel war lange umstritten

Um den Text, der auf der Tafel stehen soll, wurde lange gestritten. Vor allem aber um die Namen, die darauf verzeichnet sind. 70 Jahre nach dem eigentlichen Ereignis gibt es kaum noch Menschen, die aus eigener Erinnerung berichten könnten, was 1945 passiert ist. Und viele Überlieferungen unterscheiden sich deutlich.

Ende April 1945 ging die Rote Armee auf der anderen Seite des Ruppiner Sees in Stellung. Der Kommandant forderte die Neuruppiner auf, bis zum nächsten Tag ein deutliches Zeichen der Kapitulation zu senden. Sollte das nicht erfolgen, würden die Truppen angreifen. Soweit kam es am Ende nicht. Mehrere Neuruppiner setzten alles daran, die Zerstörung der Stadt zu verhindern. Am Turm der Pfarrkirche wurden weiße Fahnen gehisst, ebenso am hohen Giebel der damaligen Adolf-Hitler-Schule, der heutigen Montessorischule, und an etlichen anderen Gebäuden.

Drei Neuruppiner ruderten über den See

Drei Neuruppiner nahmen schließlich ihren Mut zusammen, setzten sich am Morgen des 1. Mai 1945 in ein Boot und ruderten mit einer weißen Fahne als Zeichen der kampflosen Übergabe auf die andere Seite des Ruppiner Sees. An diese drei Menschen will Freese mit der Tafel jetzt erinnern: Rudi Knolleisen, Hans Solf und Elfriede Mahling. „Wenn sie nicht gewesen wären, dann würde Neuruppin heute nicht so aussehen, wie es aussieht“, ist Wolfgang Freese überzeugt: „Ich denke, wir sind diesen Menschen zu tiefem Dank verpflichtet.“

Die drei mussten die Sowjet­armee bei ihrem Einzug in Neuruppin begleiten; die Soldaten fürchteten trotz der weißen Fahnen offenbar einen Hinterhalt.

Es war nicht leicht herauszufinden, wer genau damals im Boot saß. Exakte Aufzeichnungen scheint es nicht zu geben. Nach den ersten Veröffentlichnungen über die geplante Gedenktafel meldeten sich aus ganz Deutschland Menschen bei Wolfgang Freese, die Hinweise geben wollten, oft widersprüchliche. Jetzt steht der Text aber fest.

Finanzierung ausschließlich durch Spenden

1800 Euro kostet die Gedenktafel. Fast die gesamte Summe hat Freese durch Spenden zusammenbekommen. 200 Euro fehlen noch, aber auch bei denen hofft er, dass sich noch Unterstützer finden.

Übergabe: Enthüllt wird die Gedenktafel amam Seeufer am Ende der Seestraße. Wer das Projekt unterstützen will, kann Spenden mit dem Verwendungszweck „Gedenktafel“ auf das Konto des Vereins Esta Ruppin mit der Iban DE80 3506 0190 1567 0670 30 bei der KD-Bank überweisen. Auf Wunsch gibt es eine Spendenbescheinigung.

Von Reyk Grunow

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