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Ostprignitz-Ruppin Darritzer Orgel fast fertig saniert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Darritzer Orgel fast fertig saniert
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00:28 20.11.2015
Matthias Beckmann bei der Arbeit. Quelle: Luise Fröhlich
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Darritz

Besser eine Orgel, die schlecht spielt, als eine Orgel, die gar nicht spielt. Unter diesem Motto sind in der Darritzer Kirche in den vergangenen Jahren viele Orgelspiele über die Bühne gegangen. Weil das Instrument in die Jahre gekommen war, blieb dem Zuhörer das wahre Potenzial lange Zeit verborgen. Seit zwei Monaten arbeitet nun Orgelbauer Matthias Beckmann aus Friesack auf Hochtouren daran, sie zu sanieren. Pünktlich zum 1. Advent soll es ein Eröffnungskonzert in der Kirche geben – mit neuen und frischen Orgelklängen.

Vorgefunden hat Beckmann die Darritzer Orgel voller Taubenkot. „Das passiert nicht selten, wenn mal ein Kirchenfenster kaputt geht und sich die Vögel hier einnisten“, sagt er. Vor anderthalb Jahren hatte sich der Orgelbaumeister und Restaurator mit einem eigenen Betrieb im Havelland um die Sanierung beworben. Derzeit ist er dabei, die neuen Orgelpfeifen aus einer Zinn-Blei-Mischung einzusetzen. Allein die neuen Pfeifen haben rund 4000 Euro gekostet. Insgesamt seien laut Joachim Pritzkow, dem Vorsitzenden der Gesamtkirchengemeinde Temnitz, etwa 10 000 Euro für die Orgelsanierung fällig geworden.

Der Orgelbauer zeigt zwei Pfeifen. Quelle: Luise Fröhlich

Der berühmte deutsche Orgelbauer Albert Hollenbach aus Blankenberg hatte die Orgel vor mehr als 120 Jahren in seiner Heimat­region erbaut. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die kostbaren Metallpfeifen aus der Kirche gestohlen und in den 50er Jahren nur provisorisch ersetzt. Um die Orgel wieder spielbar zu machen, hatte der Eberswalder Orgelbauer Karl Gerbig hölzerne und metallene Pfeifen zusammengesucht und eingesetzt. „Alle Töne funktionierten zwar, aber das Gebläse war nie richtig angeschlossen. Und auch optisch war die Orgel völlig entstellt“, erzählt Beckmann. 1993 wurde das Instrument erneut saniert und der Tretbalg durch ein Gebläse ersetzt, das allerdings viel zu laut war, um die Orgel richtig stimmen zu können. Auch dadurch war der Klang verzerrt.

In Zukunft soll das kein Thema mehr sein, denn das neue Orgel­gebläse im Wert von 1500 Euro hat einen eigenen Schallschutzkasten. Außerdem profitiert der Orgelspieler von einer kleinen Lampe über der Klaviatur. Auch das fehlende Registerschild, mit dem man verschiedene Klangfarben anwählt, wird ersetzt. Alles weitere soll bewusst im Originalzustand der 50er Jahre erhalten bleiben.

Kirche ist besser besucht als die Walslebener

Dieser Punkt war auch für Joachim Pritzkow entscheidend. „Man soll nachempfinden können, wie die Orgel damals geklungen hat“, so der Vorsitzende der Kirchengemeinde. Er selbst hat zu der kleinen Darritzer Dorfkirche eine ganz besondere Beziehung, weil er dort getauft und konfirmiert wurde. „Wenn ich über diese Kirche rede, läuft es mir eiskalt den Rücken runter“, sagt er. Zudem sei sie eine der fünf Hauptkirchen in der Gemeinde und damit noch besser besucht als die Kirche in Walsleben. Nichtsdestotrotz stehen im Laufe der Zeit immer mehr Sanierungsarbeiten am Kirchenbau an. 2017 etwa soll die Außenhaut aus Backstein restauriert werden. „Vorher muss aber erst der Holzwurm raus“, sagt Pritzkow. Der Förderverein für die Kirche Darritz-Wahlendorf sammelt dafür regelmäßig Spenden, die dem Erhalt des Gotteshauses zugute kommen. Die Orgelsanierung allerdings sei komplett aus dem Haushalt der Kirchengemeinde Temnitz finanziert worden, so Pritzkow. Als Nächstes soll die Orgel in der Walslebener Kirche saniert werden.

Bei dem Eröffnungskonzert der neuen Orgel in Darritz am 29. November soll der Kreismusikschuldirektor Harald Bölk persönlich spielen. Matthias Beckmann möchte darüber hinaus Fotos zur Verfügung stellen, mit denen er seine Arbeit an der Orgel dokumentiert hat. Diese will er mit einem Beamer an die Wand projizieren und so einen Einblick in das Innenleben der Orgel und in seine Handwerkskunst geben.

Von Luise Fröhlich

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