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Ostprignitz-Ruppin Das Blütenmeer von Fretzdorf
Lokales Ostprignitz-Ruppin Das Blütenmeer von Fretzdorf
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00:18 15.04.2016
Manuela Pieler ist seit 1997 Marktleiterin in Fretzdorf. Quelle: Claudia Bihler
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Fretzdorf

„Wenn die Kinder im Bett sind, also so um sieben oder acht Uhr abends, geh ich meist gleich darauf ebenfalls schlafen“, sagt Manuela Pieler, Marktleiterin des Landgard-Blumengroßmarktes in Fretzdorf. Schließlich beginnt für sie und einige der insgesamt 16 Mitarbeiter im Großmarkt die Arbeit bereits morgens um 2.30 Uhr. Vor allem jetzt in der Saison sind die Mitarbeiter zeitig auf den Beinen: Um fünf Uhr in der Früh öffnet der Markt für die Kunden, die aus der ganzen Region zwischen Neuruppin und der Ostseeküste zum Einkaufen in das Gewerbegebiet an der Autobahnabfahrt Herzsprung an der A 24 kommen. Ob Blumenhändler, Baumarkt, Friedhofsgärtner oder Garten- und Landschaftsbauer: Sie alle möchten schließlich ihre Sortimente zusammengestellt haben, bevor sie selbst ihre Geschäfte öffnen. Dazu gilt es, bis zu 14 Lkw täglich zu entladen und die grünen Waren auf der Großmarktfläche einzusortieren.

Seit 13 Jahren gehört der Fretzdorfer Blumen- und Pflanzengroßmarkt zur Unternehmensgruppe Landgard – ein genossenschaftlicher Zusammenschluss von deutschlandweit über 3000 Erzeugerbetrieben. Das sind Gärtnereien, die entweder Schnittblumen, Obst und Gemüse oder auch Topfpflanzen produzieren. 1994 hatte Heiner Petersen den Markt begründet, der vor allem zwei Vorteile hatte. Zum einen die Nähe zur Autobahn, zum anderen die kurzen Wege zu den Erzeugern. Dennoch bleiben dem Markt eine Insolvenz nicht erspart. Landgard, die Gruppe, die damals noch unter anderem Namen firmierte, übernimmt den Markt – alle Mitarbeiter behalten ihre Arbeitsplätze.

Mandarinenbäumchen mit vielen Früchten warten im Markt auf die Wiederverkäufer. Quelle: Claudia Bihler

Heute ist der Großmarkt ein „Cash & Carry Markt“, ein Abholmarkt, der zum ausgedehnten Standortnetz der Landgard-Gruppe gehört. Vor allem im März, April und Mai herrscht Hochbetrieb – die Wiederverkäufer fahren teilweise mehrmals den Großmarkt an, um den Kundenbedarf zu stillen. „Weil wir hier in einer ländlichen Region sind, gehen Gemüsepflanzen gut“, sagt Manuela Pieler, und zeigt auf die großen Wagen, auf denen Salat und Porree, Tomaten und Gurken bereits auf ihre Abnehmer warten. Großflächig das Angebot von Kräutern aus konventionellem und biologischem Anbau, Polsterpflanzen und Stauden blühen, eine Miniart von Mandarinenbäumchen reckt fleißig ihre kräftig tragenden Zweige in die Luft. In der Baumschule haben die Magnolienbäume gerade den Höhepunkt ihrer Blütezeit überschritten und warten darauf, in einem Garten ihre Pracht im nächsten Jahr erneut zu entfalten. Frisch ist es in der Halle für Schnittblumen: Schließlich sollen Rosen, Tulpen oder Gerbera erst beim Endkunden zu voller Blüte gelangen. Dagegen blühen in der Floristikabteilung die Seidenblüten dauerhaft: Hier finden die Großkunden alles das, was sie an ergänzenden Sortimenten in ihren Geschäften anbieten möchten – vom Blumentopf bis zum Riesen-Gartenzwerg in neonfarbenem Outfit.

Gartenzwerg reloaded: In Großformat und Neonfarben. Quelle: Claudia Bihler

Strikt schränkt Landgard seine Kundschaft ein: Privatpersonen dürfen hier gar nicht einkaufen, für die Kundenkarte muss ein branchentypischer Gewerbeschein vorgelegt werden. Sonderangebote gibt es allerdings auch für die Händler, sagt Manuela Pieler – etwa in dieser Woche die blauen Glockenblumen. „Aber wir bedienen auch das hochpreisigere Segment, je nach Kundenwunsch.“ Möchte der etwas, was in Fretzdorf nicht vorhanden ist, kann innerhalb kürzester Zeit nachgeliefert werden. Zwischen dem Niederrhein in Westfalen nahe der holländischen Grenze, Sachsen und bis nach Brandenburg zirkulieren ständig Lkw – dieser Rundservice sorgt dafür, dass die Waren ständig frisch und innerhalb von 24 Stunden verfügbar sind.

Für diesen Rundverkehr sorgt eine Tochtergesellschaft der Landgard. Manuela Pieler: „Die Gruppe sorgt schon gut für uns.“ Unter anderem übernimmt Landgard auch die Vermarktungsaktivitäten für die angeschlossenen Betriebe.

„Wenn man heute die Käufer betrachtet, die in den Blumenläden ihre Ware holen, wird schnell klar, dass die meisten zur gehobeneren Altersklasse gehören", sagt Georg Platen von der Firmenzentrale in Straelen am Niederrhein. „Wir haben also eine neue Kampagne entwickelt, mit der wir frech, mitunter provokant in den sozialen Netzwerken im Internet aktiv sind, um jüngere Kunden anzusprechen.“ Betitelt ist sie mit „Blumen - 1000 gute Gründe“, und sie soll der gesamten Branche helfen. Do-it-yourself-Ideen werden gezeigt, Saisonaktionen gestartet, wie etwa zur bevorstehenden Grillsaison. Die Rezepte fürs Steak mit Gartenkräutern gibt es dann als Mehrwert mit dazu.

Von Claudia Bihler

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