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Ostprignitz-Ruppin Das Dorf feiert seine B 167 – auch ohne Land
Lokales Ostprignitz-Ruppin Das Dorf feiert seine B 167 – auch ohne Land
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00:17 26.10.2016
Vertreter aller Vereine schnitten das Band durch, das die Dabergotzer kurz entschlossen quer über die B 167 gespannt hatten. Quelle: Reyk Grunow
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Dabergotz

Ulrich Krebs ist sauer und damit hält er nicht hinterm Berg. Anderthalb Jahre lang musste sich der Dabergotzer Bürgermeister den Ärger der Einwohner anhören. Die Probleme beim Umbau der B 167, der Ortsdurchfahrt, schienen kein Ende zu nehmen. Und der Landesbetrieb für Straßenwesen als Bauherr habe vieles eher schlimmer gemacht, statt zu helfen, sagt Krebs.

Mit mehrmonatiger Verzögerung ist die B 167 endlich fertig. Am Sonnabend haben die Dabergotzer das mit einem kleinen Fest gefeiert – ganz allein, ohne Vertreter des Landesstraßenbetriebs, ohne Vertreter der Baufirmen. „Die habe ich nicht eingeladen“, sagt der Bürgermeister.

Bürgermeister fühlt sich schlecht informiert

Der Umbau der Bundesstraße hat ihm zugesetzt, auch gesundheitlich, das gibt der Bürgermeister zu. Natürlich haben sich die Bürger immer wieder an ihn gewandt mit ihren Problemen und Beschwerden. „Wenn ich mit dem Fahrrad durchs Dorf gefahren bin, hat das manchmal drei Stunden gedauert“, erinnert er sich.

Doch meistens konnte auch Ulrich Krebs nicht helfen. Schon, weil er oft genug selbst überrascht wurde, was da rund um die gesperrte Ortsdurchfahrt schon wieder passierte. „Der Landesbetrieb hat sich hier manchmal aufgeführt wie ein Diktator“, sagt der Bürgermeister. „Die habe ihre Sicht durchgesetzt, ganz egal, was wir hier vor Ort dazu gesagt haben.“ Außerdem seien Informationen meist nur ans Amt Temnitz in Walsleben gegangen. Krebs hätte sich gewünscht, dass die Planer viel mehr mit ihm und der Gemeinde gesprochen hätten.

Und er hätte sich gewünscht, dass es nach dem Ende der Querelen und des vielen Ärgers eine offizielle Eröffnung der B 167 gegeben hätte. Aber das, sagt er, wollte das Land nicht.

Das Land wollte keine Feier zur Übergabe der neuen Straße

Dabei hatte doch Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider beim ersten Spatenstich für das Bauvorhaben im Mai 2015 noch versichert, wie gern sie wiederkommen würde, wenn die 1200 Meter lange Ortsdurchfahrt fertig ist. Doch dann kam die Übergabe ganz sang- und klanglos. Das passierte Ende September. Straßenbauer haben die Absperrungen und Warnschilder weggeräumt – das war’s mit der Eröffnung.

Nach all dem Ärger wollten es die Dabergotzer dabei aber nicht belassen. Fast hundert Einwohner kamen am Sonnabend zu der kleinen Feier vor dem Gasthaus Paries. Ulrich Krebs hatte Vertreter aller Vereine und Gruppen im Dorf eingeladen, mit ihm das obligatorische Band zur Übergabe durchzuschneiden. Dafür sperren die Bürger kurzerhand ihre Ortsduchfahrt noch einmal. Diesmal nur für zwei Minuten.

Von Reyk Grunow

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