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Ostprignitz-Ruppin „Das Feuer neu entfachen“
Lokales Ostprignitz-Ruppin „Das Feuer neu entfachen“
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02:15 14.10.2015
Wolfgang Dost (Mitte) mit dem neuen Vereinsvorstand: Kay-Michael Thonack (l.), Gitta Albrecht sowie Philipp Wacker, der neue Vorsitzende, und Andy Thierbach (r.). Quelle: Björn Wagener
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Wittstock

Philipp Wacker ist der neue Vorsitzende des Vereins der Freunde des Gymnasiums Wittstock. Er löste am Freitagabend Wolfgang Dost ab, der fand, dass es nach 20 Jahren in dieser Position höchste Zeit für einen Wechsel an der Spitze sei. Wolfgang Dost bleibt dem Verein jedoch treu. Auch der Vorstand wurde neu gewählt. Ihm gehören neben Philipp Wacker auch Gitta Albrecht, Kay-Michael Thonack und Andy Thierbach an. Gleichzeitig wurde Wolfgang Dost zum Ehrenmitglied ernannt. „Ich bin froh, dass die Geschicke des Vereins in junge, sehr geeignete Hände übergeben werden“, sagte er. Für die Zukunft wünsche er sich, dass der Verein bildungspolitische Entwicklungen auf Landesebene aufmerksam verfolgen, mehr Repräsentanz auf Schulveranstaltungen zeigen und an der Mitgliederwerbung arbeiten möge. Derzeit gehörten dem Verein 29 Mitglieder an. Philipp Wacker sagte, dass er das „Feuer neu entfachen“ wolle. Dazu zähle neben der Mitgliederwerbung erst einmal das Sammeln neuer Ideen für Aktivitäten.

Gitta Albrecht würdigte die engagierte Arbeit Wolfgang Dosts in den vergangenen 20 Jahren. Dieser wiederum nahm den Abend zum Anlass, um auf die Vergangenheit zurückzublicken. 1995 hatte Dost den Vorsitz von Kurt Zellmer übernommen, der den Verein bis dahin seit seiner Gründung am 10. September 1992 geführt hatte. Bereits im Oktober 1993 habe das „Haus gewackelt“, als es um den heftig umstrittenen Erweiterungsbau für das Gymnasium ging. Damals sei gleichzeitig der Versuch unternommen worden, den Bürgermeister abzuwählen, der allerdings „eine totale Pleite“ gewesen sei. Dost erinnerte unter anderem auch an die Proteste pro Gymnasium vorm Landtag oder an die Mitwirkung an den Feierlichkeiten zur 125-Jahr-Feier der höheren Bildungsanstalt.

2019 gibt es wieder Grund zum Feiern. Dann steht das 150-jährige Bestehen des Gymnasiums an. Bis dahin könnte sich das Haus gewandelt haben. Denn Architektin Bärbel Kannenberg stellte am Freitagabend auch Möglichkeiten vor, wie das Gymnasium baulich modernisiert werden könnte. Dabei zeigte sie jedoch lediglich Dinge auf, die machbar wären. Ob sie tatsächlich einmal umgesetzt werden, steht derzeit noch nicht fest. Doch demnach hätte das separate Essenhaus keine Zukunft. Vielmehr könnte die Mensa ins Souterrain des Altbaus verlegt werden – mit Anschluss zum Schulhof und Sitzflächen im Freien. Das würde Betriebskosten sparen, weil kein separates Gebäude unterhalten werden müsste. Außerdem könnten die vorhandenen Sanitäranlagen genutzt werden. Im Erdgeschoss wäre eine Cafeteria mit Anbindung an eine digitale Bibliothek denkbar. Auf den Fluren des Altbaus herrsche weitgehend „Tristesse“, der entgegengewirkt werden sollte, sagte Bärbel Kannenberg und wies darauf hin, dass sich die Umgebung einer Schule „im Unterbewusstsein der Schüler abbildet“ und eine wesentliche Wirkung auf deren Wohlbefinden habe. Außerdem betonte sie ausdrücklich, dass es sich bei ihren Sanierungsvorschlägen nicht um Luxus handele. Vielmehr gehe es darum, eine zeitgemäße Lernatmosphäre zu schaffen. Das sei auch eine Wertschätzung der Schüler. Die vorgestellten Möglichkeiten, die noch eine Reihe weiterer Veränderungen beinhalteten, würden etwa vier bis fünf Millionen Euro kosten, sagte Bärbel Kannenberg. Grundsätzlich biete das Gymnasium Platz für rund 400 Schüler. Derzeit besuchten es laut Schulleiter Helmut Kühn 374 Schüler.

Bürgermeister Jörg Gehrmann stellte in Aussicht, dass bis Ende 2016 Entscheidungen bei der Schulstandortplanung getroffen werden sollen. Auch werde man sich bis dahin weiter mit der Frage zu befassen haben, wie es baulich am Gymnasium weitergehen soll. Der Verein der Freunde des Gymnasiums Wittstock wird also auch künftig ein breites Betätigungsfeld finden, um sich in die Entwicklung der Bildungseinrichtung einzubringen.

Von Björn Wagener

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