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Das Gedächtnis der Stadt zieht um

Kyritz Das Gedächtnis der Stadt zieht um

Fast 15 Jahre lang hatte die Kyritzer Heimatstube ihr Domizil in den Kellerräumen unter der Bücherecke am Marktplatz. Zwar zentral in der Knatterstadt gelegen, führte die Einrichtung auf Grund der versteckten Lage ein Mauerblümchendasein. Das wird sich ändern, denn der Umzug in einen attraktiveren Standort steht nun an.

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Die ersten Kartons sind schon gepackt. Richtig ernst wird es dann nächste Woche.

Quelle: André Reichel

Kyritz. Die ersten Umzugskartons sind schon gepackt. Helmut Wagner und Angela Städeke vom Heimatverein werden in nächster Zeit noch viele weitere Kisten und Kartons füllen müssen, denn die Heimatstube wird die bislang genutzten Kellerräume unter der Bücherecke am Marktplatz verlassen und ins neue Domizil in der Johann-Sebastian-Bach-Straße 6 umziehen.

Es ist so einiges zusammengekommen in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten. Aktenkopien aus verschiedenen Archiven, Unterlagen zu wichtigen Ereignissen der Stadtgeschichte, historische Fotos und viele andere Dinge, die in irgendeiner Form mit der Knatterstadt zu tun haben, hängen im Moment noch in beiden Räumen an den Wänden, liegen in Vitrinen, Schubladen und Schränken. „Wie groß die Sammlung ist, merkt man erst, wenn man umzieht“, sagt Helmut Wagner staunend. Der Heimatforscher und seine Kollegin Angela Städeke freuen sich schon sehr auf den neuen Standort ihrer Heimat-stube. Der befindet sich unmittelbar am Klostergelände, das zum Kyritzer Kulturzentrum ausgebaut werden soll. „Das ganz aus der Nähe beobachten zu können, wird sicher sehr spannend“, sagt Angela Städeke.

Noch steht das Baugerüst, aber hier zieht die Heimatstube ein

Noch steht das Baugerüst, aber hier zieht die Heimatstube ein.

Quelle: André Reichel

Am allerwenigsten wird das Team des Heimatvereins die große Treppe vermissen, die hinab zur bisherigen Heimatstube führt. „Dieses Hindernis kostete uns viele, vorwiegend ältere Besucher, die ja meist nicht mehr so gut zu Fuß sind“, da ist sich Helmut Wagner ganz sicher. Zwar muss man auch am neuen Standort ein paar Stufen erklimmen, doch im Falle eines Falles gibt es auf der Rückseite des Hauses einen ebenerdigen Zugang.

Obwohl in Gedanken ganz und gar mit dem bevorstehenden Umzug beschäftigt, arbeiten Angela Städeke und Helmut Wagner dennoch mit Hochdruck an einer neuen Ausstellung, bei der es um alte Kyritzer Ansichten gehen wird, die bislang kaum bekannt sind. Die Idee dazu hatte die Kyritzer Bibliotheksleiterin Silka Laue und sie schlug auch die Bibliothek als Ausstellungsort vor. Aus rund 150 historischen Aufnahmen, die aus der Zeit von 1900 bis 1980 stammen, durfte sich Silka Laue jene Motive selbst aussuchen, die schon bald in Form stark vergrößerter Abzüge in den Räumen der Bibliothek zu sehen sein werden. „Mit dieser Ausstellung ziehen wir einen Schlussstrich und wenden uns voller Zuversicht dem Neuen zu“, sagt Helmut Wagner, der von Anfang an im Heimatverein aktiv war.

Unscheinbar

Unscheinbar: der Eingang zum einstigen Heimatstubenstandort.

Quelle: André Reichel

Im Juli 2002 zog der Verein mit seiner Heimatstube in die Kellerräume am Marktplatz ein. „Wir waren froh, dass wir nach langem Suchen endlich Räume bekommen konnten. Dafür sind wir der Wohnungsbaugesellschaft bis heute sehr dankbar“, sagt Helmut Wagner.

Den Grundstock für Archiv und Fundus der Heimatstube bildete ein aufgelöstes Privatmuseum eines Kyritzers. Vereinsmitglieder und Schenkungen mehrerer Bürger machten die Heimatstube zu dem, was sie heute ist. Die allererste Ausstellung thematisierte das Kyritzer Apothekenwesen und wurde am 27. Februar 2003 in den Kellerräumen eröffnet. Es folgten weitere Sonderausstellungen, beispielsweise über Feuerwehr und Stärkefabrik. „Insgesamt waren es elf hier in unseren Räumen“, sagt Helmut Wagner.

Ab den 20. März ist die Heimatstube erst einmal geschlossen. Eine Woche später ist die Schlüsselübergabe für die neuen Räume in der Bach-Straße. Die vielen Kartons wollen Helmut Wagner und Angela Städeke selbst transportieren. Bei den schweren Möbeln bekommen sie Hilfe. Die Neueröffnung in der Bach-Straße ist am 1. Mai.

Von André Reichel

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