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Ostprignitz-Ruppin Das Gutshaus Köpernitz steckt voller Geschichte
Lokales Ostprignitz-Ruppin Das Gutshaus Köpernitz steckt voller Geschichte
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00:18 21.05.2016
Bernd Donner im sanierten Gutshaus – mit dem alten Bebauungsplan von Neu-Köpernitz. Quelle: Regine Buddeke
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Köpernitz

Wenn Bernd Donner erst einmal ins „historisieren“ kommt, ist er so schnell nicht zu bremsen. So viel ist es, was er in jahrzehntelanger Forschung und Recherche über Köpernitz, Neu-Köpernitz und Heinrichsfelde – alles Gemeindeteile von Heinrichsdorf – ans Tageslicht gefördert hat. „Die drei Gemeindeteile sind alle aufs engste mit dem Gutshaus verbunden“, erklärt er. Das Gutshaus – heute Kulturgutshaus – ist das Vorzeigeprojekt und gleichermaßen Mittelpunkt der Gemeinde. Eine Fundgrube immerwährender Forschung, eine Stätte des sozialen Zusammenlebens der Dörfler, eine kulturelle Instanz mit Konzerten, Ausstellungen, Lesungen und thematischen Abenden und nicht zuletzt ein architektonisches Kleinod. Das bereits Fontane besuchte und in seinen Wanderungen erwähnte. Und auch wenn der die dortige Hausherrin, die Gräfin de la Roche Aymon nie wirklich kennengelernt hat – beschrieb er sie dennoch als „Gräfin Goldhaar“ und rühmte ihre Vorzüge.

Der Ursprung des Gutshauses – erzählt Bernd Donner – sei im 16. Jahrhundert, lange vor der Gräfin, die Meierei derer von Bredow gewesen. „Das prinzliche Vorwerk des Schlosses in Rheinsberg.“ Man sei gerade dabei, herauszufinden, welches die ältesten Bestandteile des Gutshauses seien, berichtet Donner mit Forscherlust im Auge. Jochen Hochsieder, der Chefrestaurator im Rheinsberger Schloss, habe sich da gerade dahintergeklemmt. Mittels Kernbohrungen im Holz lasse sich das Alter der Balken oder Dielen recht genau bestimmen. „Die Meierei war so etwas, wie eine LPG des Spätmittelalters“, versucht Donner es plastisch zu machen. Milchprodukte wie Butter und Käse aber auch Fleisch und Getreideprodukte seien dort hergestellt worden. Während des 30-jährigen Krieges habe das Gut brachgelegen, ehe die kleine Kolonie danach langsam wieder gedieh, ausgebaut und erweitert wurde. 1798 lebten in Köpernitz zehn Büdner, eine Art Pächter, die das Land beackerten, zwei Leineweber, sowie je ein Müller, Schäfer, Schneider und ein Ziegelstreicher. Die kleinen Häuser – „Buden“ – der Büdner stehen zum Teil jetzt noch, wenn auch komplett modernisiert. Zu Zeiten der Gräfin, die von 1826 bis 1859 das Gut erfolgreich bewirtschaftete, gehörte zum Anwesen auch eine Wassermahl- und eine Schneidemühle, eine eigene Ziegelei und eine dampfbetriebene Gutsbrennerei. Dass die Gräfin ihre Wurstwaren erfolgreich sogar zum Hof lieferte ist bekannt.

Das Gerichtssiegel der Gräfin. Quelle: Buddeke

Bernd Donner zeigt stolz das aufgefundene Gerichtssiegel der Gräfin, was bei Aufräumarbeiten gefunden wurde und als Bild rekonstruiert wurde. „Das Wappen der Zeuners und der Aymons vereint in einem Siegel“, so der Lord Schlüsselbewahrer des Gutshauses, und Chef des Vereins, der sich über die Jahre erfolgreich um die Sanierung des Gebäudes bemühte – das seit 2015 in neuem Glanz erstrahlt. Alle Besucher seien immer sehr beeindruckt davon, dass der Verein das Erbe so gut pflege.

Mit Neuköpernitz habe es jedoch eine ganz andere Bedeutung, erzählt Donner weiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe man in Köpernitz viele Flüchtlinge unterbringen müssen. Es entstand die Idee, an beiden Seiten der Straße nach Heinrichsfelde, der Außenstation des Gutes, 35 Parzellen, anzulegen: mit Häuschen und kleinem Grundstück – so dass die Neusiedler sich eine Existenz aufbauen können. Donner hat eine Karte, wie es geplant war: mit breitem Dorfanger, Verkaufsstelle, Kirche und Gesellschaftshaus. Es kam indes anders: nur elf Familien trauten sich, dort zu siedeln. Entsprechend viel ungerodeter Wald steht jetzt zwischen den wenigen Neu-Köpernitzer Gehöften. Auch Heinrichsfelde mit seinen sieben Neubauernhäusern ist nicht gerade eine City. Es war früher einmal die Schäferei des Gutes: mit 800 Schafen. Donner, der heute dort lebt, hat noch ein weiteres Detail über „seine“ Gegend herausgefunden.

„1884 wollte Ferdinand von Zeuner, der Neffe der Gräfin, hier eine Eisenbahn bauen lassen“, sagt er und zückt eine Petition, die damals an den preußischen Staat ging. „Und das war lange vor dem Bau der Strecke zwischen Berlin und Lindow“, so Donner mit ein wenig Stolz in der Stimme. Von Zeuner habe akribisch restauriert, wer alles von solch einer Strecke profitieren würde, die letztlich aber doch an mangelndem Kapital scheiterte. „Heute wäre das eine hochinteressante Strecke“, so Donner. „Verkehrstechnisch wären wir viel besser angebunden.“

Von Regine Buddeke

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