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Das Rheinsberg-Modell in Berlin

Rheinsberg Das Rheinsberg-Modell in Berlin

Rheinsberg hat bei der Unterbringung von Asylsuchenden mit seinem dezentralen Modell einen Sonderweg eingeschlagen. Über die Erfahrungen der Stadt mit den über das Stadtgebiet verstreut liegenden Flüchtlingswohnungen hat der Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft jetzt auf einer großen Konferenz in Berlin berichtet.

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Asylsuchende in Rheinsberg auf dem Weg zu ihren Wohnungen.

Quelle: Celina Aniol

Rheinsberg. Keine Ghettobildung in Rheinsberg – mit dieser Forderung trat die Prinzenstadt Ende 2014 in die Debatten um Flüchtlingsunterbringung ein. Und hatte damit keine einfache Position zu einer Zeit, als jeden Monat Zehntausende Asylsuchende nach Deutschland kamen und ein Dach über dem Kopf bekommen sollten. Der Landkreis, der die ihm Zugewiesenen auf die Kommunen verteilen musste, lehnte das kompliziert scheinende Konzept der dezentralen Unterbringung ab. Die Stadt pochte dennoch darauf, dass Flüchtlinge in einzelnen Wohnungen statt in einem Heim leben, setzte sich zum Teil durch – und zieht heute eine positive Bilanz des Wohnverbund-Modells, wie Stephan Greiner-Petter, Chef der Rheinsberger Wohnungsgesellschaft, jetzt in einer Flüchtlingskonferenz des Verbands Berlin-Brandenburgische Wohnungsunternehmen berichtete.

Zwei klare Vorteile des Rheinsberger Modells seien die fehlenden Auseinandersetzungen unter den Flüchtlingen sowie ihre bessere Integration in das Stadtleben. Denn anders als in Gemeinschaftsunterkünften wohnen die Menschen unterschiedlicher und oft verfeindeter Nationalitäten und Glaubensrichtungen im Verbund nicht auf engsten Raum. So komme es zu weniger Streitigkeiten. Weil die 40 Flüchtlingswohnungen über die Stadt verteilt sind – es gibt maximal eine Wohnung pro Aufgang, höchstens zwei pro Wohnobjekt –, sei die Akzeptanz der Rheinsberger ihren neuen Mitbürgern gegenüber größer.

Probleme beim Aufbau der nötigen Infrastruktur

Greiner-Petter sagte aber auch nicht, dass die Kommune bei dem Aufbau der nötigen Infrastruktur wie zusätzlichen Busverbindungen oder Kita-Plätzen Probleme hat. An dieser Stelle sollten Bund und Land die Gemeinden stärker unterstützen, forderte der Rewoge-Chef bei dem Treffen in Berlin, bei dem auch Ministeriumsvertreter zu Gast waren. Auch bei der Betreuung der Hilfesuchenden müsse nachgebessert werden. Zwar habe der Kreis Ostprignitz-Ruppin von sich aus den Betreuungsschlüssel von einem Sozialarbeiter für 120 Menschen auf 1:70 gesenkt. Das reiche aber beim Verbund mit langen Wegen zwischen den zu Betreuenden oft nicht aus.

Dass es in Rheinsberg dennoch gut läuft, hänge neben den vielen ehrenamtlichen Helfern damit zusammen, dass alle Beteiligten sich für alles zuständig fühlen. So erledige die Rewoge neben ihren Kernaufgaben auch die der Sozialbetreuer. Das Interesse der Konferenzteilnehmer an dem Modell, das in dieser Größenordnung einzigartig im Verbandsgebiet ist, sei groß gewesen, so Greiner-Petter. Denn viele stehen jetzt nach dem Abebben der ersten großen Flüchtlingswelle vor Heimauflösungen und damit an der Schwelle zur dezentralen Unterbringung.

Von Celina Aniol

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