Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Das Rheinsberg-Modell in Berlin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Das Rheinsberg-Modell in Berlin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 21.07.2016
Asylsuchende in Rheinsberg auf dem Weg zu ihren Wohnungen. Quelle: Celina Aniol
Anzeige
Rheinsberg

Keine Ghettobildung in Rheinsberg – mit dieser Forderung trat die Prinzenstadt Ende 2014 in die Debatten um Flüchtlingsunterbringung ein. Und hatte damit keine einfache Position zu einer Zeit, als jeden Monat Zehntausende Asylsuchende nach Deutschland kamen und ein Dach über dem Kopf bekommen sollten. Der Landkreis, der die ihm Zugewiesenen auf die Kommunen verteilen musste, lehnte das kompliziert scheinende Konzept der dezentralen Unterbringung ab. Die Stadt pochte dennoch darauf, dass Flüchtlinge in einzelnen Wohnungen statt in einem Heim leben, setzte sich zum Teil durch – und zieht heute eine positive Bilanz des Wohnverbund-Modells, wie Stephan Greiner-Petter, Chef der Rheinsberger Wohnungsgesellschaft, jetzt in einer Flüchtlingskonferenz des Verbands Berlin-Brandenburgische Wohnungsunternehmen berichtete.

Zwei klare Vorteile des Rheinsberger Modells seien die fehlenden Auseinandersetzungen unter den Flüchtlingen sowie ihre bessere Integration in das Stadtleben. Denn anders als in Gemeinschaftsunterkünften wohnen die Menschen unterschiedlicher und oft verfeindeter Nationalitäten und Glaubensrichtungen im Verbund nicht auf engsten Raum. So komme es zu weniger Streitigkeiten. Weil die 40 Flüchtlingswohnungen über die Stadt verteilt sind – es gibt maximal eine Wohnung pro Aufgang, höchstens zwei pro Wohnobjekt –, sei die Akzeptanz der Rheinsberger ihren neuen Mitbürgern gegenüber größer.

Probleme beim Aufbau der nötigen Infrastruktur

Greiner-Petter sagte aber auch nicht, dass die Kommune bei dem Aufbau der nötigen Infrastruktur wie zusätzlichen Busverbindungen oder Kita-Plätzen Probleme hat. An dieser Stelle sollten Bund und Land die Gemeinden stärker unterstützen, forderte der Rewoge-Chef bei dem Treffen in Berlin, bei dem auch Ministeriumsvertreter zu Gast waren. Auch bei der Betreuung der Hilfesuchenden müsse nachgebessert werden. Zwar habe der Kreis Ostprignitz-Ruppin von sich aus den Betreuungsschlüssel von einem Sozialarbeiter für 120 Menschen auf 1:70 gesenkt. Das reiche aber beim Verbund mit langen Wegen zwischen den zu Betreuenden oft nicht aus.

Dass es in Rheinsberg dennoch gut läuft, hänge neben den vielen ehrenamtlichen Helfern damit zusammen, dass alle Beteiligten sich für alles zuständig fühlen. So erledige die Rewoge neben ihren Kernaufgaben auch die der Sozialbetreuer. Das Interesse der Konferenzteilnehmer an dem Modell, das in dieser Größenordnung einzigartig im Verbandsgebiet ist, sei groß gewesen, so Greiner-Petter. Denn viele stehen jetzt nach dem Abebben der ersten großen Flüchtlingswelle vor Heimauflösungen und damit an der Schwelle zur dezentralen Unterbringung.

Von Celina Aniol

In Berlin wird in diesen Tagen über den überarbeiteten Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes bis 2030 beraten. Land, Kreis und Gemeinden bestehen weiter auf einem echten sechsspurigen Ausbau der Autobahn A 24. Ob es dafür wirklich noch Hoffnung gibt, ist aber frühesten Anfang August klar.

21.07.2016

Erst als der Fischer Lutz Gäntikow aus Zippelsförde mit seiner kraftvollen Stimme zur Neuruppiner Swingtime Dixieband stieß, wurde diese so richtig bekannt. Die Musiker sorgten für ein New-Orleans-Gefühl, wo immer sie auftraten. Nach schwerer Krankheit ist Gäntikow nun gestorben, wenige Wochen nach seinem 65. Geburtstag.

21.07.2016

Der nächste Teil unserer MAZ-Serie „Künstler der Region“ ist Jana Harder gewidmet. Sie gehört zu den besten Pferdemalerinnen im Lande. Dabei hätte es in ihrem Lebenslauf einst alles auch ganz anders kommen können. Mittlerweile aber bannt sie nicht nur die Spitzenpferde des Brandenburgischen Haupt- und Landgestüts Neustadt auf Leinwände.

21.07.2016
Anzeige