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Ostprignitz-Ruppin „Das Wichtigste ist das Drücken“
Lokales Ostprignitz-Ruppin „Das Wichtigste ist das Drücken“
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00:20 23.10.2017
Selbstversuch: Die Viertklässler konnten an ihren Freunden die stabile Seitenlage üben. Quelle: Sandra Bels
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Kyritz

Die Viertklässler der Kyritzer Goethe-Grundschule lernten gestern Rescue-Anne kennen. Es ist eine Puppe, an der die Herzdruckmassage geübt werden kann. Man muss nur die Mitte des Brustkorbs finden, beide Hände übereinanderlegen und dann mit dem Handrücken kräftig und tief drücken. „Das Wichtigste ist das Drücken und davor einen Notruf abzusetzen“, erklärte die Anästhesistin Ines-Antje Wittstock von der Kyritzer KMG Klinik den Jungen und Mädchen.

An der Puppe merkten sie, wie schwer das mit dem Drücken wirklich ist. Deshalb hatte ihnen die Ärztin auch gesagt, dass sie im Notfall unbedingt um Hilfe rufen müssen. „Wenn ihr es allein auch nicht schafft, so könnt ihr aber einen kräftigeren Erwachsenen, der sich nicht auskennt, bei der Reanimation anleiten“, so die Anästhesistin. Geübt wurde mit Musik. Im Takt drückte es sich etwas leichter. Das Knacken im Brustraum von Anne bewies: Alles richtig gemacht.

Erste Hilfe stand am Donnerstag beim Projekttag in der Grundschule für die Viertklässler auf dem Programm. Dabei wurde aber nicht nur die Reanimation geübt. Die Kinder erfuhren ebenso, wie man einen Notruf richtig absetzt. Dann wurde die stabile Seitenlage geübt. Die Kinder erfuhren natürlich auch, wann sie anzuwenden ist und was sie bewirkt. Im dritten Klassenraum lagen Binden und Pflaster auf dem Tisch. Dort erklärte die Krankenschwester Doreen Goldmund zunächst wie ein Fingerkuppenverband angelegt wird. Ruck zuck waren die Fingerkuppen weiß. Schwerer wurde es dann beim Druckverband mit einem Verbandspäckchen. Zum Nachlesen für Zuhause bekamen die Kinder das Gelernte noch einmal gebunden.

Der Projekttag wurde von Mitarbeiterinnen des Kyritzer KMG Klinikums organisiert. Drei von ihnen sind nicht nur Krankenschwestern, sondern haben Kinder in den vierten Klassen. Die Mütter hatten das Projekt „Jeder kann ein Held sein“ bei den Klassenlehrern vorgestellt, nachdem sie es im Internet kennengelernt hatten. „Die Schulleitung war sofort sehr aufgeschlossen“, sagt Martina Nachtigall. Sie, Roxana Hübner und Manja Leck arbeiten im Kyritzer Krankenhaus. Ihr Arbeitgeber stellte sie und die Anästhesistin Ines-Antje Wittstock für den Tag frei. Doreen Goldmund ist in einer privaten Praxis tätig.

Das Projekt „Jeder kann ein Held sein“ ist für Grundschüler konzipiert und fand erstmals an der Schule statt. Es wird vom Verein Pépinière getragen. Der setzt sich aus Medizinstudenten der Berliner Charité, Ärzten, Rettungsdienstmitarbeitern und Freiwilligen zusammen. Der Verein unterstützt den Aktionstag mit Reanimationspuppen, an denen die Kinder üben. Außerdem hatten die KMG-Mitarbeiterinnen fünf eigene Puppen dabei. Der Verein will mit dem Projekt das Ehrenamt im Bevölkerungsschutz stärken und die erste Hilfe auch in den Lehrplänen der Grundschulen verankern. Er soll erreicht werden, das Menschen in Zukunft nicht mehr wegsehen, wenn andere Menschen Hilfe brauchen.

Das sehen auch die Beteiligten der KMG Klinik so. Schnelles Handeln im Notfall sei kann Leben retten. Deshalb ist es wichtig, dass bereits Schülerinnen und Schüler mit den Techniken der Wiederbelebung vertraut gemacht werden. Die Mütter hatten bei dem Projekt auch die Fahrradausbildung, die im Mai in den Klassen stattfindet, im Blick.

„Ganz große Klasse“, sagte der Schulleiter Holger Wichert über die Erste-Hilfe-Ausbildung. Er hat nichts dagegen, dass sie auch in den kommenden Jahren stattfindet. Dazu konnten die KMG-Mitarbeiterinnen aber noch nichts sagen. Holger Wichert könnte sich durchaus eine Kooperation mit dem Krankenhaus dazu vorstellen.

Projekte gab es auch in den anderen Klassen der Grundschule. Zumeist stand der Herbst im Mittelpunkt. An verschiedenen Stationen konnten sich die Kinder ausprobieren. Die Klasse 3a beschäftigte sich mit der Kartoffel. Sie spielte schon im Sachkundeunterricht eine Rolle. Am Donnerstag wurde zuerst Kartoffelsalat gemacht und dann schnippelten die Schüler Kartoffelstempel aus rohen Erdäpfeln.

Von Sandra Bels

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