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Das letzte Urgestein von Friedheim

Heike Jaap will bleiben, so lange es geht Das letzte Urgestein von Friedheim

Heike Jaap hat noch nie in der Großstadt gewohnt. Das kleine Friedheim in der Prignitz ist ihre Heimat, in der sie so etwas wie ein Urgestein ist. Sie liebt das Landleben, die Weite, wenn sie aus dem Fenster ins Grüne schaut. Zusammen mit ihrem Mann übernahm sie in den 90er Jahren das Elternhaus.

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Lutz und Heike Jaap lieben Pferde und haben die Leidenschaft an ihre Töchter weiter gegeben.

Quelle: Sandra Bels

Friedheim. Heike Jaap hat noch nie woanders gewohnt. Friedheim ist ihre Heimat. Sie liebt das Landleben, die Weite, wenn sie aus dem Fenster ins Grüne schaut. „Ich kann mir gar nichts anderes vorstellen“, sagt das letzte Friedheimer Urgestein.

Ihr Vater stammte aus Friedheim, die Mutter war Bärensprungerin. Der Vater starb jedoch, als Heike Jaap 17 Jahre alt war. Die Mutter blieb auf dem Hof zurück. Sie verliebte sich in den 90er Jahren noch einmal und zog nach Kyritz. „Da musste ich mich entscheiden – verkaufen oder bleiben“, erzählt die Tochter. Schon damals wohnte sie mit ihrem Mann Lutz in Friedheim. Er stammt aus Brüsenhagen. „Ich hatte großes Glück. Er hatte sich damals längst in Friedheim verliebt“, so Heike Jaap. Und so stand fest, dass beide das Elternhaus übernehmen.

Ideale Bedingungen für das Hobby, die Pferdezucht

Pferdeliebhaber Lutz Jaap, der die Leidenschaft an die Töchter Pia (10), Christin (27) und Anja (22) weitergab, fand auf dem Hof und drumherum ideale Bedingungen für sein Hobby, die Pferdezucht. Er hatte sich nach der Wende als erstes ein Pferd gekauft. Ursprünglich wollte er einen Hof in der Altmark aufbauen. Er sagt heute: „Wenn Heikes Vater nicht so früh gestorbnen wäre, dann wären wir sicher nicht hier geblieben.“

Jaaps haben sich in den vergangenen Jahren ihr Domizil nach ihren Wünschen hergerichtet. „Irgendwie sind wir immer am Bauen“, sagt Mutter Heike. Das Grundstück ist mehr als 10 000 Quadratmeter groß. Da gibt es viel zu tun. Nach Feierabend, denn Heike Jaap und ihr Mann haben Jobs außerhalb. Sie arbeitet in Kyritz und ihr Mann ist für seinen Arbeitgeber, ein Energieunternehmen, viel unterwegs. Die großen Töchter leben in Niedersachsen – eine studiert und eine arbeitet in einem Gestüt – kommen jedes Wochenende nach Hause. Die Pferde locken.

Pferde statt Puppen im Kinderzimmer

Und Nesthäkchen Pia ist schon genauso Pferdeverliebt wie der Papa. „Statt Puppen hat sie Pferde in ihrem Zimmer“, erzählt die Mutter. Ob eines der Mädchen den Familienhof einmal übernehmen wird, das wissen Jaaps heute noch nicht. Sie würden die Töchter auch nicht dazu drängen. Pia ist mittlerweile das einzige Schulkind in Friedheim. Sie wird jeden Morgen vom Bus vor der Haustür abgeholt und zur Schule nach Demerthin gebracht.

Wenn Heike Jaap an die nächsten Jahre denkt, wird ihr ein bisschen wehmütig ums Herz. Nach dem Tod ihrer Männer sind die Friedheimerinnen weggezogen. Die Häuser gehören jetzt Neu-Friedheimern. „Wir haben einen guten Kontakt zueinander, aber es ist trotzdem anders“, sagt Heike Jaap. Sehr traurig ist sie darüber, dass Tante Meier, zu der sie schon in ihrer Kindheit ein super Verhältnis hatte, im Mai 2015 starb. Gerda Meier war das Friedheimer ­Original, lebte aber schon lange allein.

Von Sandra Bels

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