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Das letzte „besondere Konzert“ mit „Final Stap“

Protzen Das letzte „besondere Konzert“ mit „Final Stap“

Es war das letzte Mal: die Protzener Veranstaltungsreihe „Das besondere Konzert“ geht nach der 14. Auflage zu Ende. Den Organisatoren sind zunehmend mehr Steine in den Weg gelegt worden, sie wollen nicht mehr. In all den Jahren kamen gute Musiker und viele Fans nach Protzen. Auch am Sonntag war der Saal rappelvoll, als „The final Stap“ spielte.

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Krach aus Leidenschaft – so das Motto von „Final Stap“: Christian Sorge, Prinzensänger Tobias Künzel, „Trainer“ Mike Kilian und Bassist Dirk Posner (v. l.) lassen die Sau raus.

Quelle: Buddeke

Protzen. „Nichts ist unendlich, so sieh das doch ein“, singt Dirk Michaelis in seinem Kulthit. Traurig aber wahr. Und trifft nun auch eine Veranstaltungsreihe, die seit vielen Jahren bei den Fans beliebt war. „Nicht kleckern. Protzen!“ – so in etwa war die Devise, die sich Bernd Haucke, umtriebiger Musiker und Wahl-Protzener auf die Fahnen geschrieben hatte. Er hat, gemeinsam mit dem musikbegeisterten Gastronom Hartmut Pelzer, seit 2009 ganze 14 mal „Das besondere Konzert“ organisiert. Beim ersten spielten „Kuhle and the Gang“ auf – es folgten DDR-Größen wie Engerling oder Monokel. Dank seiner guten Kontakte zur Musikszene – mit etlichen Kollegen hat er bereits zusammen gespielt und sich auch selber in der Konzertreihe gern mal an die Drums gesetzt – hat Haucke es fertiggebracht, die Konzerte zu „vertretbaren Preisen“ ins kleine Dorf zu holen – zuerst ins Gutshaus, später in die Turnhalle, dann wieder ins Gutshaus. Und immer kamen die Fans von nah und Fern. Das ist seit Sonntag Geschichte.

Jane Sakel als Gastsängerin

Jane Sakel als Gastsängerin.

Quelle: Regine Buddeke

„Ich habe keine Lust mehr auf den Kampf mit den Behörden“, bekennt Bernd Haucke. In der Turnhalle – in die deutlich mehr Zuschauer passten – durften die Konzerte seit Fertigstellung des Gutshauses nicht mehr stattfinden. Mittlerweile soll er fürs Plakate Aufhängen bezahlen und seit neuestem würde man ihm auch noch 15 Prozent Vergnügungssteuer von den Konzerteinnahmen abverlangen, berichtet er. „Wir sind ein gemeinnütziger Verein und machen das hier alle zum Spaß. Um ein bissel Kultur aufs Land zu kriegen, qualitativ hoch aber trotzdem bezahlbar“, sagt er resigniert. Er sei jetzt aber aus dem Alter raus, dass er sich noch Stress mit den Behörden machen müsse. „Für das letzte Konzert hätten wir so viel mehr Karten verkaufen können – wir hätten die Turnhalle füllen können.“

Prinzensänger Tobias Künzel (l) im knappen Leibchen singt, wenn er nicht gerade drummert

Prinzensänger Tobias Künzel (l.) im knappen Leibchen singt, wenn er nicht gerade drummert.

Quelle: Regine Buddeke

Der kleine Saal im Gutshaus ist rappelvoll: zum letzten besonderen Konzert lassen es die Veranstalter noch einmal richtig krachen und haben – als finale Band „Final stap“ eingeladen – eine Mix-Band aus Christian Sorge und Mike Kilian, die bei der Stones-Coverband „Starfucker“ Keith Richards und Mick Jagger mimen, aus Prinzen-Sänger Tobias Künzel, und Bassist Dirk Posner. Die Idee entstand 2003, alle vier hatten Lust darauf, große Songs der Rockgeschichte zu singen, eine Setlist, die allen zusagte, war damals schnell gefunden und so rockt sich das Quartett in krachiger Unbekümmertheit durch deutsche Lande.

Hoch das Glas und auf Ex

Hoch das Glas und auf Ex: Testschluck aus dem Dopingröhrchen. Wohl bekomms.

Quelle: Regine Buddeke

Die diesjährige Tour’n’Beutel – man beachte das nette Wortspiel, die Turnbeutel gibts am Ende als Souvenir – kommt betont sportlich daher. In DDR-Sportlerkluft, hautengen Ganzkörperkondomen für Radler, Judoanzügen oder Boxer-Bademänteln arbeiten sich die selbst ernannten Olympioniken durchs Programm und geben ihrem Affen ordentlich Zucker. Mit Im Turnerteam sind als Specialguests auch „Fools-Garden-Sänger Peter Freudenthaler sowie Rockröhre Jane Sakel, ihres Zeichens Musikpromoterin. Trainer Mike Kilian plaudert sich im schönsten Beckenbauer-Bayrisch durchs Programm und versucht, den Hits ein sportliches Motiv zu verpassen. Das funktioniert bei „We can work it out“, „Kung Fu fighting“ und „The winner takes ist all“ auch ganz gut. So gut, dass immer mal der Arzt mit dem Reagenzglas zur Dopingkontrolle anrückt.

„Lemontree“ mit Fools-Garden-Sänger Peter Freudenthaler (l)

„Lemontree“ mit Fools-Garden-Sänger Peter Freudenthaler (l.).

Quelle: Regine Buddeke

Schnell gefüllt und hoch die Tassen auf Ex. Das Publikum lacht und schüttelt sich zugleich. Die Stimmung im Saal kocht, jedes neue Kostüm wird gefeiert. „Ah, scheiß. I hoab meine Flamme vergessen“, sagt Trainer Kilian im Cäsarenkostüm und führt seine Mannen zum musikalischen Olymp: Christian Sorge zaubert fette Riffs und saftige Slides, Tobias Künzel drummert sich in Ekstase und schreckt auch nicht vor einer Startklappe zurück, während sich Kilian die Seele aus dem Leib singt. Die Luft brennt – es ist ein furioser Abschluss einer tollen Zeit.

Von Regine Buddeke

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