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Das total verhexte Schloss

Freyenstein Das total verhexte Schloss

Die Frauen-Motorradtruppe „Tieffliegende Hexen“ machte eine Stippvisite in Freyenstein. Die „Powermädels“, wie sie sich nennen, schauten sich Schloss und Burg an.

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Die „Tieffliegenden Hexen“ vorm Schloss – natürlich mit standesgemäßer Kopfbedeckung.

Quelle: Björn Wagener

Freyenstein. Besen waren gestern. Die moderne Hexe ist anspruchsvoller geworden. Sie braucht ordentlich Power unterm Hintern – und schon geht’s ab, nicht hoch, aber schnell. Die „Tieffliegenden Hexen“ nahmen am Sonntagnachmittag Kurs auf Freyenstein. Die hundert Prozent weibliche Motorrad-Truppe rauschte mit ihren dicken Maschinen und sonorem Brummen heran. Das machte Eindruck: „Ich will mir das nur mal angucken“, sagte ein Freyensteiner im Vorbeigehen. Das Ziel der 25 Biker-Ladys mit ihren standesgemäßen Hexenhüten war das Ensemble mit Schloss und Burg. Beides wollten sie sich einmal genauer anschauen und ließen sich von „Schlossherrin“ Christine Neumann herumführen. Dieses Ausflugsziel hatten zwei der „Hexen“ Ende Oktober 2016 entdeckt, waren begeistert und kündigten schon damals an, mit den „Powermädels“, wie sie sich selbst nennen, im Juni wiederkommen zu wollen, berichtet Christine Neumann, die in der großen Hofstube für Kuchen gesorgt hatte.

Immer im Juni ist Hexentag

Sabine Stettner ist „Oberhexe“ und Chefin von insgesamt 240 gleichgesinnten Frauen. Unternehmungen auf ihren Motorrädern machen sie viele, aber nur einmal im Jahr ist Hexentag, der wichtigste Ausflug im Veranstaltungskalender. Er findet immer am zweiten Sonntag im Juni statt, „egal, ob es regnet oder stürmt“, sagt Sabine Stettner, während sie sich eine Zigarette anzündet. Dieser fixe Termin soll dafür sorgen, dass sich die Mädels langfristig darauf einstellen können, damit möglichst viele dabei sind, „meist so zwischen 15 und 20“, sagt die Chefin.

Schnelle Maschinen sind das Markenzeichen der „Tieffliegenden Hexen“

Schnelle Maschinen sind das Markenzeichen der „Tieffliegenden Hexen“

Quelle: Björn Wagener

Vor vier Jahren gründete sie die „Tieffliegenden Hexen“. Warum? „Weil mein Mann eifersüchtig ist. ’In einer gemischten Truppe fährst du mir nicht mit’“, habe er gesagt. Also gründete Sabine Stettner einfach eine Frauen-Motorradtruppe und dachte sich auch gleich den passenden Namen dafür aus. Es sei kein Verein, eher eine lockere Gemeinschaft.

Eine tolle Gemeinschaft

Die Mitfahrerinnen kommen alle aus dem Raum Berlin-Brandenburg, sind zwischen 18 und um die 50 Jahre alt und haben verschiedenste Berufe – unter anderem Rechtsanwältin, Polizistin oder Kindergärtnerin. „Das ist toll, so können wir uns auch über alle möglichen Sachen unterhalten. Und bei Problemen weiß immer eine Rat“, erzählt die Chefin. Aber ganz oben auf der Liste stehe natürlich der gemeinsame Spaß auf zwei Rädern. „Wir sind schon recht zügig unterwegs. Deshalb nehmen wir auch niemanden mit einer kleinen 125-Kubikzentimeter-Maschine bei uns auf. Die könnte nicht mithalten“, sagt Sabine Stettner.

Besonders ins Auge fällt in der Gruppe eine Harley Davidson. „Ja, deshalb hab’ ich auch keinen Mann, die gucken alle immer nur zum Motorrad“, ruft die Besitzerin schmunzelnd herüber. Wer neu in der Gruppe ist, werde gleich voll integriert. „Hier muss sich niemand hochdienen oder so.“ Auch sonst werde auf der Straße Sicherheit groß geschrieben. „Wir fahren versetzt. Und bei Bedarf sperren Blocker kurzzeitig Straßenbereiche ab.“

Bisher keine Unfälle

Das soll dafür sorgen, dass die Gruppe zusammenbleibt. Es gebe zwar immer mal wieder Autofahrer, die sich in die Gruppe hineindrängen, aber Unfälle seien bisher ausgeblieben. Sind die „Tieffliegenden Hexen“ umsichtiger als Männer-Bikergruppen? „Das mag sein. Das ganze Testosteron fährt ja nicht mit“, sagt Sabine Stettner, die ihren Motorradführerschein mit 18 Jahren gemacht hat. Das war 1978. Heute fährt sie eine Aprilia mit 148 PS, ihr „sechstes oder siebentes“ Motorrad. „Ich liebe es.“

Von Björn Wagener

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