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David Knopfler im Konzert

Neuruppin David Knopfler im Konzert

Schon 40 Jahre ist es her, dass die Dire Straits gegründet wurden: unter anderem von David Knopfler, dem jüngeren Bruder des großen Mark. Nach drei Jahren ging David Knopfler eigene Wege: im ausverkauften Konzert in der Neuruppiner Kulturkirche spielte er zumeist seine eigenen Songs. Und ein paar der legendären Band.

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David Knopfler ließ seine raue Stimme zumeist in eigenen Titeln aufblitzen; dahinter Bub Roberts, der die Dire-Straits-Slides draufhat.

Quelle: Buddeke

Neuruppin. Dass es kein reiner Dire-Straits-Abend wird, kann man David Knopfler nicht ernsthaft vorwerfen. Immerhin ist er bereits drei Jahre nach der Gründung aus der Band und dem Schatten seines älteren Bruders Mark ausgetreten, um eine Solokarriere zu starten. Insofern wäre es fast Etikettenschwindel, sich nunmehr – 40 Jahre nach der Gründung der Dire Straits – auf deren legendären Songs auszuruhen.

David Knopfler, der die Band damals mitbegründet hatte, hat zwölf eigene Alben produziert, aus denen er sich am Samstagabend in der ausverkauften Neuruppiner Kulturkirche bedienen konnte. Mit „Six blade knive ’79“, „Where do you think you’re going“ und „Once upon a time in the West“ singt er auch drei Titel von den Dire Straits, die von den Fans sofort jubelnd erkannt werden, sobald der erste, so bandtypische Gitarrenslide erklingt – Mark Knopfler war ein Meister darin, und Bub Roberts hat den Sound bestens in den Fingern. Überhaupt hat David Knopfler eine Supertruppe um sich geschart, die ihn und seine rau-schmeichelnde Stimme perfekt begleitet: Dire-Straits-Keyboarder Alan Clark, Harry Bogdanovs, Pete Shaw und Martin Ditcham sind Meister ihres Instruments. Lag es an der Tagesform, dass der Funke doch nicht vollends in den Saal übersprang?

Gute Musiker, gute Songs

Gute Musiker, gute Songs. Das Publikum ließ immer wieder einmal Jubelrufe hören.

Quelle: Regine Buddeke

David Knopfler startet mit „Jericho“ und bleibt bis zur Pause mehr im gemäßigten Moll. Seine Pianoballaden sind wunderbar. Knopfler macht ein wenig Smalltalk mit dem Saal. „Hier in Deutschland hätten wohl nur drei Prozent Trump gewählt“, mutmaßt der 64-Jährige und lässt keinen Zweifel an seiner Meinung über den Präsidenten. „Too much“ (zu viel) ruft einer aus der Menge – man lacht. Nach der Pause geht es balladig weiter: „Say it isn’t so“ ist ein wunderbarer Song neueren Datums, den der Brite seiner Frau widmete.

„America“ entstand, so Knopfler, in Nashville. „Es war eigentlich eine perfekte Nacht, einen Lovesong zu schreiben“, erzählt er. Das wurde verworfen. Stattdessen entstand der Song über George W. Bush. Das Resultat ist ausgesprochen schön anzuhören.

Nach diesem Lied – es waren gerade erst ein Dutzend Titel gespielt – verlassen die Musiker ohne Vorwarnung recht abrupt die Bühne. Das lassen die Fans nicht zu. In Salamitaktik werden den Musikern noch sechs weitere Stücke abgerungen, die Stimmung steigt von Song zu Song noch ein wenig an – stehende Ovationen und selbstvergessen Tanzende, wie man sie sonst zuweilen in der Kulturkirche erlebt, bleiben eher aus. „Sultans of Swing“, ruft einer laut. Er wird nicht erhört. „Vielleicht hätte man nicht zu viel Dire Straits erwarten dürfen – aber es ist halt David Knopfler“, meint Christian Jank. „Sonst berührt mich Livemusik immer – aber heute kam wenig rüber.“ „Kein Dynamit“, konstatiert Mathias Köppen. „Alle warten auf die Explosion. Aber die passiert nicht.“ – „Es groovt nicht wirklich“, meint Gerhard Doll. „Die Musik war gut – aber ich habe auf ein paar ältere Songs gehofft“, sagt Bernd Gummelt. „Schöne Musik – ich hätte aber gern mehr getanzt“, sagt eine Frau.

Von Regine Buddeke

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