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Ostprignitz-Ruppin Deep-Purple-Tributeband rockt Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Deep-Purple-Tributeband rockt Neuruppin
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00:17 31.03.2016
„Child in time“ – dicht am Original: Sänger und Purpendicular-Gründer Robby Thomas Walsh. Quelle: Regine Buddeke
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Neuruppin

Als erstes muss man hier einmal eine Lanze für Lord Bishop brechen. Der Hüne aus der Bronx und seine Band bereiten seit Jahren unermüdlich die Bühne für die Hauptakteure im Neuruppiner Kulturhaus Stadtgarten. Ob neulich erst Uriah Heep oder vor zwei Jahren Eric Burdon, Lord Bishop heizte die Menge vorher ordentlich an. Eine Flasche Whisky kreist im Vorfeld eines großen Abends – erwartet wird Deep Purples Drummer-Legende Ian Paice – über die Bühne; Spekulationen über deren Inhalt beugt Lord Bishop vor, indem er sie auch ins Publikum hinunter reicht. Laut, funky, authentisch und ohne ein Blatt vor dem Mund heizt er die Menge an. Mischt harten Rock mit sattem Soul und vollbringt wahre Wunder an seiner Gitarre. The Hendrixian, so nennt er seine Thorndal-Gitarre – der Name ist Programm wie sein Sound: Hendrixian Motörfunk nennt er ihn selbst. Hochstapelei kann man ihm nicht vorwerfen, auch Gab Velazquez am Bass ist ein Teufel am Instrument, er spielt ihn senkrecht und waagrecht, liegend, stehend, während Drummer Duda Jow es sich nicht nehmen lässt, zwischen all seinem Equipment fingerfertig zwei halbvolle Biertulpen, die auf seinen Trommeln stehen, zu beklöppeln. Wer kann, der kann. Die Menge tobt. Und hört nicht auf, bis inmitten des melodramatisch-wabernden Intros die anderen Helden des Abends erscheinen.

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Ian Paice und die Mannen von Purpendicular ließen nichts anbrennen: mit Hits wie „Sweet child in time“, „Black night“ und „Smoke on the water“ brachten sie das Publikum an den Rand der Ekstase.

Gut 650 Fans sind am Samstagabend im Neuruppiner Stadtgarten, um das beste von Deep Purple zu hören. Von der – so heißt es – besten Purple-Tributeband schlechthin: Purpendicular. Und am Schlagzeug sitzt kein Geringerer als Ian Paice, der Deep-Purple-Drummer selbst. „Still the best Rock-Drummer of the world“ (immer noch der beste Rockdrummer der Welt), huldigt Robby Thomas Walsh, gebürtiger Ire, der Purpendicular 2007 gründete und genauso wunderbar screamen kann wie sein Alter Ego des Originals, Ian Gillan.

Deep Purple ist Kult, Millionen lieben den Mix aus harten Gitarrenriffs, orgiastischer Hammond-Orgel, markantem Gesang und Rhythmen, die wie Dynamit in Richtung Heavy Metal zielen. Dezibel ist das Zauberwort, Deep Purple gilt als „lauteste Popgruppe der Welt“ – so steht es jedenfalls im Guinessbuch der Rekorde von 1975. Mit fast 150 Millionen verkauften Alben gehören die 1968 gegründete britische Formation zu den erfolgreichsten Rockbands weltweit.

Scheinwerferkegel zucken, der erste Song„Ted the mechanic“ lässt schon nahezu vergessen, dass da zu Seiten von Ian Paice nicht die Originale stehen. Satte Riffs, flirrende Slides, Walsh singt sich die Seele aus dem Leib, während er seinen Mikrofonständer wie einen Fetisch zwischen seinen Händen melkt, wie eine Gitarre schrammt oder in die Höhe reckt.

„Child in Time“ – die Hymne! „Aaahaha“, schallt es von überall her – nicht nur die Band peitscht sich hier in Ekstase. Walsh screamt, schluchzt, knarzt, stöhnt. Ein Hochleistungs-Song für die Akteure, die Luft brennt, die Bühne bebt, die Fans toben. „Als wäre es erst gestern“, sagt ein Weißhaariger beseelt lächelnd, Jugend strahlt aus seinen Augen.

Ein „Schwanensee“-Motiv wird zu rockigem Inferno, aus dem die Gitarre funkelt. Überhaupt liebt die Band es, Motive aus Klassik oder Country einzubinden – das macht den hymnischen Sound erst wahrhaft rund. „A romantic song“, so Walsh, entpuppt sich als Metal-Marathon, bei dem sich nicht nur Paice in Trance trommelt. Ein neuer Titel, viele alte – der Abend gipfelt im Höhepunkt „Smoke on the water“ – ersehnt und umjubelt.

Von Regine Buddeke

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