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Ostprignitz-Ruppin Dem Grauen eine andere Sprache gegeben
Lokales Ostprignitz-Ruppin Dem Grauen eine andere Sprache gegeben
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00:18 21.04.2016
Faustine und Lilou wurden bei der Übersetzungsarbeit von Carmen Lange (v.l.n.r.) unterstützt. Quelle: Christian Bark
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Nur am Rande hatten Faustine Belliet und Lilou Flassch-trauth in ihrer französischen Heimat etwas von den Todesmärschen am Ende des Zweiten Weltkriegs mitbekommen. Das Thema sei lediglich mal im Geschichtsunterricht ihrer Schule in La Rochelle angeschnitten worden, wie sich Lilou erinnert. Während ihres dreimonatigen Schüleraustauschs am Gymnasium im mecklenburgischen Lübz sollten sie dem Grauen, das noch kurz vor Ende des Krieges von deutschen SS-Männern und ihren Helfern im Belower Wald und anderswo verübt worden war, ein Stück näherkommen.

„Ich habe den Kontakt zu den Jugendlichen über meinen Mann herstellen können“, erinnert sich die Leiterin der Todesmarsch-Gedenkstätte im Belower Wald, Carmen Lange. Der sei Französischlehrer am Lübzer Gymnasium und somit Bezugsperson der jungen Franzosen während ihres Auslandsaufenthalts.

Lange hatte für die fleißigen Praktikanten eine ganz bestimmte Aufgabe vorgesehen: Die Übersetzung der Infotafeln der Gedenkstätte vom Deutschen ins Französische. „Viele Opfer der Todesmärsche kamen aus Frankreich“, sagt Lange und verweist dabei auf das wachsende Interesse französischer Überlebender und ihrer Nachkommen an der Aufarbeitung der Geschehnisse im Frühjahr 1945.

Übersetzung war emotionale Herausforderung

Bei allem Lernvorteil in deutscher und europäischer Geschichte während so einer Aufgabe, die Geschehnisse in ihre Sprache zu übersetzen, war für die 15-jährigen Teenager dann doch schon sehr starker Tobak. „Oft hat mich das Gelesene traurig gemacht“, berichtet Faustine von ihren emotionalen Erlebnissen während des einmonatigen Praktikums in der Gedenkstätte. Trotzdem habe sie die Aufgabe freiwillig und gerne übernommen.

Insgesamt 15 Seiten haben die Schüler in den vergangenen vier Wochen auf Französisch zusammengeschrieben. „Wir haben fast alle Tafeln übersetzen können, aber noch nicht alles aufgeschrieben“, berichtet Lilou. Das wollten sie in dieser Woche, die sie noch in Lübz verbringen, dann nachreichen.

Oft sei es für die Franzosen schwer gewesen, für die deutschen Worte eine passende Übersetzung zu finden, wie die Schüler sagen. „Aber sie haben das ganz toll gemacht“, lobt Lange ihre Praktikanten. Die wollen übrigens bald wieder nach Below kommen. „Im Sommer bin ich wieder in Lübz“, kündigt Lilou an. Dann werde sie bestimmt bei der Gedenkstätte vorbeischauen.

Von ihrer Arbeit und den emotionalen Erfahrungen mit der deutschen Geschichte sollen auch ihre französischen Mitschüler erfahren. „Wir werden im Unterricht sicher darüber sprechen“, blickt Faustine in die Zukunft.

Von Christian Bark

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