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Dem Verfall auf den Fersen

Kyritz Dem Verfall auf den Fersen

Die Arbeitsgruppe „Kyritz lückenlos“ verweist nach sieben Jahren auf eine Reihe von Erfolgen. An vielen Stellen werden verfallende Häuser derzeit wieder hergerichtet. Zugleich gibt es aber Fälle, in denen der Erfolg bislang ausblieb. Die Gruppe will den Druck weiter erhöhen.

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Direkt am Kyritzer Stadteingang wird ein Haus saniert, um das sich die Arbeitsgruppe „Kyritz lückenlos“ seit Jahren bemüht hat.

Quelle: Alexander Beckmann

Kyritz. Sieben Jahre nach ihrer Gründung zieht die Arbeitsgruppe „Kyritz lückenlos“ (früher: „Verfallbedrohte Häuser“) eine überwiegend positive Bilanz. Das Gremium war 2010 vom Kyritzer Bauausschuss ins Leben gerufen worden, um leerstehende Gebäude in der Innenstadt vor weiterem Verfall zu bewahren. Man wollte die Eigentümer zum Handeln bewegen, sie über Möglichkeiten der Unterstützung informieren und im Notfall auch die gesetzlichen Mittel nutzen, um Druck auszuüben. Die vier ehrenamtlichen Mitglieder der Gruppe treffen sich alle drei Wochen und arbeiten eng mit dem Bauamt der Stadt zusammen.

Prioritätenliste im ständigen Wandel

Erster Schritt sei es gewesen, eine Liste von Häusern mit dringendem Handlungsbedarf zu erstellen, berichtet der Vorsitzende Hans-Jürgen Päzolt. „Davon konnten inzwischen einige gestrichen werden.“

Nicht selten bedeutete das für Arbeitsgruppe und Stadtverwaltung jahrelange Arbeit. Im Fall der Maxim-Gorki-Straße 31 zum Beispiel war der Eigentümer lange Zeit unauffindbar. Letztlich gelang die Kontaktaufnahme doch. Die Stadt konnte das Grundstück erwerben und zum Verkauf vorbereiten.

Aktiv war die Arbeitsgruppe auch in der Prinzenstraße 9 und 11, was schließlich im Bau der neuen Innenstadtkita mündete. Meist konnten sich die ehrenamtlichen Hausretter auf gutes Zureden, auf Beratung und aufs Mutmachen beschränken. In der Maxim-Gorki-Straße 22 wird nun ebenso saniert wie in der Johann-Sebastian-Bach-Straße 55. Letzteres Haus gehört dem Kirchenkreis. „Da gab es lange Verhandlungen“, erinnert sich Päzolt. „Aber es läuft jetzt.“

Zur Not mit dem Baugesetzbuch

Zugleich gebe es eine Hand voll „sehr hartnäckiger Fälle“. Letztes Mittel, um Häuser vorm Verfall zu retten, ist das sogenannte Modernisierungs- und Instandsetzungsgebot nach Paragraf 177 des Baugesetzbuches. Damit stellt die Kommune dem Eigentümern ein Ultimatum: Entweder er wird aktiv – gern auch mit öffentlicher Förderung – oder die Kommune tut das auf seine Kosten. Schon 2012 hat die Arbeitsgruppe vier solcher Gebote beantragt. Die Stadtverordneten stimmten zu, entsprechende Erlasse vorzubereiten. Schon das bewog einige Eigentümer, die Sanierung nun doch anzugehen. Am Marktplatz 20 und in der Graf-von-der Schulenburg-Straße 15 sind inzwischen Bauleute am Werk. Teilweise erfolgten auch Besitzerwechsel wie in der Holzhausener Straße 6. „Aber da haben wir jetzt ein ganz gutes Gefühl“, sagt Hans-Jürgen Päzolt.

Verfallsdatum klar überschritten

Verfallsdatum klar überschritten: In Fällen wie diesem ist die Stadt bereit, dem Eigentümer die Sache ganz aus der Hand zu nehmen.

Quelle: Alexander Beckmann

Schlechter sieht es in der Holzhausener Straße 16 aus. „Da bewegt sich seit Jahren gar nichts“, schätzt der Arbeitsgruppenvorsitzende ein. „Wir haben jetzt erreicht, dass eine Arbeitsgruppe der Stadt ab sofort klären wird, wie sich ein Sanierungsgebot juristisch umsetzen lässt. Wir wollen also den Druck weiter erhöhen.“

Die Gruppe will weitermachen

Die Gruppe hat durchaus Erfolge vorzuweisen. Die Zahl der maroden Häuser in der Stadt sinkt weiter. Dass die Arbeit bald ausgehen wird, erwartet aber keiner der Aktiven. „Wir machen regelmäßig Rundgänge. Und wenn uns da was auffällt, dann wird unsere Liste eben aktualisiert“, kündigt Steffen Michaelis an. Manfred Michaelis erklärt: „Mit Sicherheit sind einige Leute genervt. Aber das ist ja unser Ziel.“

www.kyritz-lueckenlos.de

Von Alexander Beckmann

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