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Ostprignitz-Ruppin Dem Vogelgezwitscher auf der Spur
Lokales Ostprignitz-Ruppin Dem Vogelgezwitscher auf der Spur
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00:17 01.06.2016
Jürgen Kaatz (Mitte) erklärte der Gruppe, wie die Entwicklung der Vogelpopulation mit dem Ökosystem am See zusammenhängt. Quelle: Christian Bark
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Dranse

Eine klassische Vogelwanderung für Touristen war es zugegebener Maßen nicht. Vielmehr wollte der Organisator der Tour um den Dranser See, die Bürgerinitiative „Wittstock contra Industriehuhn“, am Samstag zeigen, welcher Gefahr der einzigartige Naturraum um den See herum ausgesetzt wäre, wenn die in nur wenigen Kilometern Entfernung geplante Hähnchenmastanlage in Groß Haßlow in Betrieb gehen würde.

„Der See liegt in direkter Windrichtung der Anlage“, erklärte sie. Aus den Schornsteinen ausgeblasene multiresistente Keime könnten so in die Umwelt gelangen und damit das ökologische Gleichgewicht im und am Gewässer empfindlich beeinträchtigen. Doch die Natur ist nur ein Argument, mit dem die Initiative den juristischen Feldzug des Naturschutzbundes (Nabu) gegen umstrittene Genehmigungen durch das Landesumweltamt zur Vergrößerung und Bauverlängerung der Mastanlage unterstützt.

Albrecht Gautsch schaute durch sein im Wanderstock integriertes Fernrohr. Quelle: Christian Bark

„Dass wir uns über den Nabu gegen den Weiterbau der Anlage wehren können und damit Natur und Umwelt retten, wollten wir mit der Wanderung auch demonstrieren“, erklärte die Sprecherin der Initiative, Andrea Stelmecke. Jüngster Erfolg sei die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg gewesen, die Klage des Mästers gegen den nun vom Umweltamt verhängten Baustopp abzuweisen. „Wir rechnen mit weiteren Erfolgen im Hauptsacheverfahren“, sagte Stelmecke. Dann gehe es erneut um die Klage des Nabus gegen das Umweltamt.

Und so war es kein Zufall, dass die meisten Tourteilnehmer Mitglieder der Bürgerinitiative waren. So auch Albrecht Gautzsch aus Dranse. „Ich möchte, dass unser See so sauber bleibt“, erklärte er. Dass sich viele Vogelarten dort wohlfühlten, konnte Gautzsch durch sein im Wanderstock integriertes Minifernrohr beobachten.

Auch Meister Adebar gab sich die Ehre. Quelle: Christian Bark

Und auch Ornithologe Jürgen Kaatz, der die Wanderung anführte, zückte gefühlte hundert Mal sein Fernglas, um auf das Gezwitscher ein Bild der Vögel folgen zu lassen. „Mit der Bürgerinitiative habe ich persönlich wenig zu tun“, sagte Kaatz. Wohl aber sehe er auch eine Gefährdung des Sees und seiner Vögel mit dem Bau einer Großmastanlage. Doch nicht nur von der gehe Gefahr für die Tiere aus. Auch verstärkt aufkommende Fressfeinde wie Mink oder Waschbär bedrohten einige Vogelarten in ihrem Bestand.

Während der rund zehn Kilometer langen Wanderung ging Kaatz immer wieder auf Fragen der Teilnehmer ein. Er erklärte, wie der Einsatz von Pestiziden auf den Feldern die für Vögel wichtige Insektennahrung verringere und auch, warum es vermeintlich wieder mehr Elstern gibt. „Das hängt auch wieder mit der Nahrung zusammen“, antwortete er auf eine Frage. In Siedlungen fänden die Vögel mehr Futter als in freier Natur. Darum würden wir sie öfter sehen.

Von Christian Bark

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