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Ostprignitz-Ruppin Demerthin: 10 000 Euro für Schloss-Analyse
Lokales Ostprignitz-Ruppin Demerthin: 10 000 Euro für Schloss-Analyse
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00:17 14.04.2016
Von außen sieht es gut aus, von innen jedoch bedauernswert: das Schloss in Demerthin. Quelle: Sandra Bels
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Demerthin

10 000 Euro soll sie kosten, die Sanierungs- und Nutzungsanalyse für das Renaissanceschloss Demerthin und dessen Umfeld. Anhand des Papiers könne man Aussagen über die künftige Nutzung des Gemäuers treffen, erklärte Bürgermeister Stefan Freimark den Mitgliedern des Hauptausschusses der Gemeindevertretung Gumtow. Die sind mit dem Vorschlag, dass die Gemeinde die 10 000 Euro bezahlen soll, aber nicht einverstanden. „Wir hätten dann nur ein Schriftstück darüber, was passieren kann, aber nichts Konkretes“, sagte Kathrin Voigt (Bürger für Gumtow).

Empfehlung vom Denkmalschutzamt

Die Empfehlung zum Erstellen der Analyse kommt von der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Prignitz und vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum. Sie haben dafür eine Aufgabenstellung erarbeitet und Architektur- sowie Ingenieurbüros empfohlen.

Das Schloss ist Eigentum der Gemeinde und steht unter Denkmalschutz. Durch die bereits vor Jahren erfolgte Sanierung von außen konnte zunächst der Verfall gestoppt werden. Im Inneren besteht jedoch dringender Handlungsbedarf. Stroh hängt von der Decke herab. Den Stuck erkennt man nur noch teilweise. Manche Räume sind für Besucher gesperrt. Ein Museum zeigt im Erdgeschoss unter anderem bäuerlichen Hausrat. Der Verein Prignitzdorf Demerthin betreibt es. „Für einen dauerhaften Erhalt braucht das Schloss eine Perspektive“, so Freimark. Die soll sich innerhalb der Analyse ergeben.

Es gibt Angebote für eine finanzielle Unterstützung

„Wenn das Schloss den Behörden so wichtig ist, warum müssen wir dann in Vorleistung gehen?“ Das wollte Hauptausschussmitglied Bernd Teickner (Bürgerfraktion) wissen. Er fragte auch, warum der erste Schritt nicht aus einem anderen Topf bezahlt werden kann. Freimark sagte daraufhin, dass es Angebote für finanzielle Hilfen gebe, sie sich aber auf die Realisierung der Pläne, die im Nutzungskonzept festgeschrieben werden, beziehen. „Den ersten Schritt muss die Gemeinde selbst tragen“, so der Bürgermeister. Er gab auch zu bedenken, dass die untere Denkmalschutzbehörde auch Auflagen in Sachen Analyse erteilen könne. Das sahen einige Ausschussmitglieder jedoch als Erpressung an. Eine Entscheidung war zu der Vorlage nicht zu treffen. Sie lag dem Ausschuss zunächst nur als Information vor.

Eine Perspektive muss für das Schloss gefunden werden

Die Idee für das Nutzungskonzept war bei einer Beratung über die Entwicklung des Renaissanceschlosses Demerthin entstanden, die bereits vor einem Jahr stattgefunden hatte. Vertreter des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege, von der Brandenburgischen Schlösser Gesellschaft, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, vom Landkreis Prignitz, der Familie von Klitzing und der Gemeinde Gumtow waren dabei. Alle waren sich einig, dass zeitnah eine Perspektive für das Schloss gefunden werden muss. Durch die noch vorhandene ursprüngliche Raumaufteilung ist das jedoch nicht einfach. Bestimmte Nutzungen wie zum Beispiel ein Hotelbetrieb sind ausgeschlossen. Wegen der kulturhistorischen Bedeutung sollte die Raumstruktur erhalten werden, lautet die Empfehlung der Denkmalschützer. Das Schloss ist weitestgehend in seinem ursprünglichen Zustand erhalten und zählt deshalb zu den 25 bedeutendsten Schlössern und Herrenhäusern in Brandenburg.

Denkmalfachliche Bestandsaufnahme wird gefordert

Die untere Denkmalschutzbehörde und das Landesamt für Denkmalpflege haben in der Aufgabenstellung zum Erarbeiten der Analyse anzuarbeitende Punkte festgelegt. So soll eine Einführung in die Baugeschichte gegeben und der Denkmalwert ermittelt werden. Gefordert wird auch eine denkmalfachliche und baugenehmigungsrechtliche Bestandsaufnahme plus Dokumentation der Schäden. Der Ist-Zustand soll statisch bewertet werden. Brandschutz, Fluchtwege und Leitungssysteme sind näher zu beleuchten. Inhalt des Konzeptes soll weiterhin eine Kostenschätzung für eine nutzungsneutrale Restaurierung und Sanierung sein. Außerdem geht es um die Entwicklung von denkmalverträglichen Nutzungsideen.

Im ersten Stockwerk hängt das Stroh von der Decke Quelle: Sandra Bels

Von Sandra Bels

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