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Demo gegen Rechtsradikale in Wusterhausen

Mehr Stimmen fürs Recht auf Asyl Demo gegen Rechtsradikale in Wusterhausen

NPD und „Freie Kräfte“ aus dem ganzen Nordwesten Brandenburgs hatten für den Sonnabendmorgen zu einer Kundgebung gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in Wusterhausen aufgerufen. 15 Menschen reisten an. Auf der Gegenseite verteidigten etwa 40 Demonstranten das Recht auf Asyl.

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Rund 40 Menschen stellten sich den Neonazis in Wusterhausen in den Weg und demonstrierten für Vielfalt und Toleranz.

Quelle: Alexander Beckmann

Wusterhausen. Knapp 40 Demonstranten aus dem ganzen Landkreis, darunter viele Wusterhausener, fanden sich am Sonnabendvormittag nahe dem Wusterhausener Übergangswohnheim für Asylsuchende zusammen, um gegen einen Aufmarsch Rechtsradikaler zu demonstrieren. Der Anlass: NPD und „Freie Kräfte“ aus dem ganzen Nordwesten Brandenburgs hatten zu einer Kundgebung gegen die Aufnahme von Asylbewerbern aufgerufen: Etwa 15 Menschen kamen. Ausgestattet mit Transparenten unter anderem zum „Erhalt von Volk und Heimat“ liehen sie über Lautsprecher der Fremdenfeindlichkeit lautstark ihre Stimmen. Bewohner des Wohnblocks in der Rudolf-Breitscheid-Straße zeigten sich genervt. „Macht doch mal wat!“, forderte einer die zahlreichen Polizeibeamten auf, die die Situation absichern sollten. Er wurde auf das Demonstrationsrecht verwiesen.

Die Gegendemonstranten, unter ihnen Landrat Ralf Reinhardt und Wusterhausens Bürgermeister Roman Blank, sangen Lieder und trugen Plakate: „Asyl ist Menschenrecht“. Auch Rufe wie „Haut ab, ihr Brandstifter!“ waren zu hören. Erst vor wenigen Tagen war in Nauen eine geplante Unterkunft für Flüchtlinge durch Brandstiftung zerstört worden.

Nach etwa einer Stunde lösten sich die Versammlungen ohne Zwischenfälle auf. Die rechtsradikalen zogen weiter nach Wittstock und Rheinsberg, wo sie weitere Kundgebungen geplant hatten. Auch dort fanden sie eine Überzahl von Gegendemonstranten vor.

In Wusterhausen verabschiedete Landrat Ralf Reinhardt die Gegendemonstranten: „Wir haben hier in sehr kurzer Zeit sehr viele Flüchtlinge unterbringen müssen. Aber Sie hier in Wusterhausen haben uns gezeigt, wie man diesen Menschen helfen kann.“ In der Stadt herrsche ein gutes Klima. „Menschen haben ein Recht auf ein menschenwürdiges Willkommen und auf ein ruhiges, friedliches Leben.“ Auf MAZ-Nachfrage bestätigte Reinhardt, dass der Flüchtlingsstrom selbstverständlich eine Herausforderung sei – die der Landkreis aber bisher ganz gut meistere. „Noch kommen wir ohne Turnhallen und Zeltstädte aus.“

Derzeit sind in dem ehemaligen Kurheim in der Wusterhausener Seestraße rund 100 Flüchtlinge untergebracht. Die Erweiterung der Kapazität auf etwa 250 ist geplant. Dazu sollen auf dem Gelände feste Bungalows errichtet werden, die sich später auch für andere Zwecke nutzen lassen. In der Wusterhausener Kommunalpolitik ist speziell dieser Punkt umstritten: Man sähe es lieber, wenn die seit Jahren leerstehende alte Schule für die Unterbringung umgebaut würde. Der Landkreis lehnt dies bislang unter anderem aus Kostengründen ab.

Von Alexander Beckmann

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