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Ostprignitz-Ruppin Demo gegen Windkraft-Riesen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Demo gegen Windkraft-Riesen
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19:34 15.12.2017
Fast 100 Menschen demonstrierten gestern früh in Rohrlack gegen Windkraftwerke in Ortsnähe. Quelle: Foto: Andreas Vogel
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Rohrlack

Sigrun Walter wohnt zwar in Berlin, aber da ihre Tochter derzeit im Ausland weilt, reiht sich die Mutter am Freitagmorgen eben ein zur Demonstration gegen Windräder in Rohrlack. „Hier in der Region gibt es genug Windräder. Es soll doch nicht aussehen wie auf der Nauener Platte“, sagt Sigrun Walter.

„Der Abstand ist viel zu gering“

Auf der Nauener Platte drehen sich mehr als 160 Energieriesen. Zwar sollen bei Rohrlack und dem benachbarten Vichel lediglich 23 jeweils bis zu 240  Meter große Windräder gebaut werden – doch der Mindestabstand beträgt laut den Planungen gerade einmal 1000 Meter. „Dieser Abstand ist viel zu gering“, sagt Almut Wichmann-Erler. Die Ortsvorsteherin von Rohrlack ist Musiktherapeutin und betreut auch Menschen in der Gemeinde Temnitztal, zu der Rohrlack und Vichel gehören. Für Wichmann-Erler ist es deshalb selbstverständlich, bei der Demonstration dabei zu sein. Gibt es doch in Rohrlack und Vichel schon seit Jahren sozialtherapeutische Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, die dort leben und arbeiten – und besonders sensibel auf Veränderungen in ihrer Umgebung wie Lautstärke, Bewegungen und Blinklichter reagieren.

Sowohl in Rohrlack als auch in Vichel gibt es sozialtherapeutische Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, die dort arbeiten und wohnen. Quelle: Andreas Vogel

Potsdam-Mittelmark macht es vor

Doch die Planer, die die sogenannten Eignungsgebiete für Windräder ausweisen, haben darauf keine Rücksicht genommen. Für Leonhard Schuster, seit 17 Jahren für die Hausleitung der Einrichtung in Rohrlack verantwortlich, ist das ein Unding. Weiß er doch, dass es auch anders geht. So gilt rund um die neurologische Klinik in Beelitz (Potsdam-Mittelmark) ein Mindestabstand von 3000 Metern zu Windrädern. Auch der Berliner Kinderarzt Karl-Reinhard Kummer, der Menschen mit neurologischen Störungen in den Einrichtungen in Rohrlack und Vichel betreut und behandelt, hält einen Mindestabstand von 3000 Metern zu den Windrädern für notwendig. „So wünschenswert eine ökologische Energiegewinnung, unter anderem mit Windkraft ist, sind doch gesundheitliche Überlegungen zu berücksichtigen“, betont Kummer.

Regionalplaner beraten am Dienstag

Auch angesichts dieser Unterstützung fände es der Hausleiter Schuster deshalb am besten, wenn die Experten ihren für die drei Landkreise Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel gültigen Regionalplan Wind noch einmal überarbeiten und dabei die Bedürfnisse der Bewohner in den sozialtherapeutischen Einrichtungen berücksichtigen. Das klingt nicht so schwer. Immerhin sieht der neue Regionalplan Wind sowieso einen Mindestabstand von 1500 Metern von Windrädern zu Krankenhäusern und Reha-Kliniken vor. Der Punkt müsste also lediglich um die sozialtherapeutischen Einrichtungen in der Region ergänzt und der Mindestabstand erweitert werden. Doch die Planer befürchten, dass dann der gesamte Entwurf noch einmal ausgelegt werden müsste. Diese Gefahr sieht Hausleiter Schuster nicht. „Man kann doch das Papier unter dem Vorbehalt auslegen, dass auch Menschen, die in sozialtherapeutischen Einrichtungen leben, besonders geschützt werden müssen.“ Die Regionalplaner werden am Dienstag, 19. Dezember, in Neuruppin über diesen Vorschlag beraten.

Zwei Polizeiwagen sicherten die Demonstranten und sperrten die Dorfstraße. Quelle: Andreas Vogel

Von Andreas Vogel

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