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Ostprignitz-Ruppin Demo wird für Neonazis zur Schlappe
Lokales Ostprignitz-Ruppin Demo wird für Neonazis zur Schlappe
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18:59 08.06.2015
Rund 2000 Menschen schafften es, die Neonazi-Demo zu stoppen. Quelle: MAZ
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Neuruppin

Selbst die Neonazis müssen zugeben, dass ihr sogenannter Tag der deutschen Zukunft in Neuruppin eine Schlappe war. Am Sonnabend hatten die rund 600 Teilnehmer den Aufmarsch in Neuruppin bereits nach einem Drittel der Strecke abbrechen müssen. „Wir haben es nicht nötig, uns und unseren Kameraden etwas vorzumachen“, schreiben sie etwas rotzig auf ihrer Facebook-Seite.

Liveticker

Die MAZ hat im Liveticker über die Demo berichtet. Den Verlauf der Demo können Sie hier nachlesen.

Auch Gabriele Schlamann vom Mobilen Beratungsteam wertet den frühen Abbruch als Misserfolg für die Organisatoren, die Freien Kräfte Neuruppin/Osthavelland. Zum ersten Mal in der Geschichte des Tags der deutschen Zukunft war es Gegendemonstranten gelungen, Neonazis zur Umkehr zu zwingen. „Natürlich ist es ein Misserfolg, dass die Teilnehmer nicht so weit gekommen sind wie sie wollten“, sagt sie. „Man wird schauen müssen, welchen Stellenwert die Freien Kräfte Neuruppin/Osthavelland künftig in der Szene haben.“

Allerdings, so Schlamann, hätten es die regionalen Veranstalter geschafft, Rechtsextreme aus ganz Deutschland nach Neuruppin zu holen. Die gesamte Bandbreite des neonazistischen Spektrums marschierte mit – Vertreter der Neonazi-Organisationen NPD/JN, der „Rechten“ und des „Dritten Weges“, aber auch viele Freie Kräfte. „Es gab viel Unterstützung aus anderen Bundesländern“, sagt Gabriele Schlamann. „Wenn gerufen wird, schließen sich alle an – egal welche Querelen sie sonst haben.“

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Der Demonstrationszug der Neonazis startete bereits zu spät, weil es zu vielen Gegendemonstrationen kam.Der Tag im Liveticker unter: www.MAZ-online.de/neuruppin

An dem rechtsextremen Aufzug nahm ebenfalls ein etwa 50 bis 60 Mann starker schwarzer Block aus „Autonomen Nationalisten“ und Freien Kräften teil. Nach Angaben von Beobachtern sollen in diesem durchaus gewaltbereiten Block auch Teilnehmer aus der Region gewesen sein – insbesondere der Prignitz. Dem Mobilen Beratungsteam hatten Zeugen gemeldet, dass Neonazis kurz zuvor in Wittstock für den Straßenkampf trainiert haben sollen.

Neonazis halten Rede mit stark rassistischem Inhalt

Nachdem die Rechtsextremen in Neuruppin eine Niederlage einstecken mussten, könnten sich die Freien Kräfte weiter radikalisieren, befürchtet Gabriele Schlamann. Noch am Bahnhof hatte Bea Koch, die zu den führenden Köpfen der Freien Kräfte Neuruppin/Osthavelland gehört, eine Rede mit „stark rassistischem Inhalt“ gehalten. Später am Kreisverkehr an der Neustädter Straße soll Koch einen Abendspaziergang angedroht haben – wenn nicht so viel Polizei vor Ort ist.

Verletzte Polizisten

Bei der Demo sind 16 Polizisten verletzt worden. Die Polizei zieht aber ein positives Fazit. Harsche Kritik an ihrem Einsatz gibt es dagegen von den Jusos.

Offen ist, wie sich der „Dritte Weg“ entwickelt. Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes versucht die Partei, eigene Strukturen in Brandenburg aufzubauen. Maik Eminger, Bruder des im Münchner NSU-Verfahren angeklagten André Eminger, kam auch nach Neuruppin. „Der Dritte Weg wird versuchen, sich weiter zu behaupten“, so Gabriele Schlamann.

Mehr als 2000 Gegendemonstranten hatten den Zug der Neonazis aufgehalten oder unter dem Motto „Schöner leben ohne Nazis“ auf dem Schulplatz gefeiert. „Dort war eine Superstimmung“, sagt Schlamann. Nach den mitunter negativen Erfahrungen, die Gegendemonstranten in Neuruppin machen mussten, sei das friedliche Fest ein wichtiges Signal. „Das wird eine Weile tragen.“

Von Frauke Herweg

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