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Demonstration nach Unfall auf der Dorfstraße

Sewekow Demonstration nach Unfall auf der Dorfstraße

Nach der Kollision eines Holztransporters mit einem Reisebus in einer Kurve malten die Sewekower ihren Protest auf Plakate und demonstrierten an der Unfallstelle. Tempo 30 soll kontrolliert und auf alle Fahrzeuge ausgeweitet werden. Die Bürger sorgen sich um die zu schmale Straße. Dazu hat der Landkreis eine andere Meinung.

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Fast die Hälfte ist auf den Bus angewiesen

Einwohner aller Generationen machten nun ihrem Protest an der Unfallstelle in Sewekow Luft.

Quelle: Privat

Sewekow. Mit diesem Szenario haben die Einwohner in Sewekow schon lange gerechnet. Vergangene Woche am Mittwoch wurde daraus Realität: Der Anhänger eines Holztransporters kollidierte mit einem Reisebus in einer Rechtskurve der Dorfstraße. Mitten im Ort. Die 45 Fahrgäste blieben unverletzt, der Sachschaden beläuft sich auf 10 000 Euro (die MAZ berichtete).

Dieser Unfall setzte die Einwohner in Bewegung. „Wir müssen etwas machen.“ sagte Heidi Schäfer vom Heimatverein Sewekow. Ursprünglich sollten die Mädchen und Jungen am Sonnabend eine ausgelassene Kindertagsfeier erleben. Doch dann griffen sie mit ihren Eltern zu Pinsel und Farbe und malten Plakate. Auf einem steht „Lkws, wir haben Angst vor Euch.“ Die Idee für diesen Spruch stammt von den Kindern, so Heidi Schäfer. Die Erwachsenen gingen noch weiter: „Unfälle, Straßenschäden – muss erst jemand sterben?“ Mit diesen Plakaten demonstrierten Einwohner aller Generationen an der Unfallstelle.

Jürgen Mendel: „Ein längst erwarteter Unfall auf der Straße“

„Das war ein längst erwarteter Unfall auf der Straße“, sagt Jürgen Mendel, stellvertretender Ortsvorsteher in Sewekow. Die Straßenführung ist kurvenreich – drei unübersichtliche Abschnitte ziehen sich durch den Ort. Vor allem am Abzweig von der Dorf- zur Schulstraße und am Ende dieser Straße zurück auf die Dorfstraße kommen Autofahrer in Bedrängnis. Hinzu kommt die 90-Grad-Kurve hinter dem Bauerncafé Nöhmke. Wer hinter dem Feriengut von der Schulstraße auf die Dorfstraße und dann in Richtung Bauerncafé fährt, passiert zudem einen Abschnitt mit einem sehr schmalen Bürgersteig. „Wenn sich dort Lkw im Begegnungsverkehr befinden, müssen sie auf den Bürgersteig ausweichen, damit es nicht zum Unfall kommt.“, sagt Jürgen Mendel. Das sieht Mathias Wittmoser, Straßenverkehrsamtsleiter beim Landkreis in Neuruppin, anders: „Die Straße ist nicht zu schmal, sie ist sechs Meter breit und entspricht den technischen Vorschriften.“ Den Unfall führt er auf Fahrfehler vom Holzlaster zurück.

Bisher gilt Tempo 30 in Sewekow nur für Lkws

Bisher gilt Tempo 30 in Sewekow nur für Lkws.

Quelle: Christamaria Ruch

Vor allem diese Fahrzeuge treiben die Einwohner um. „Es gibt viele Lkws, die die Strecke von Mecklenburg zur Autobahn abkürzen und hier durch Sewekow fahren.“, sagt Heidi Schäfer. „Sewekow ist kein Unfallschwerpunkt.“, so Wittmoser gegenüber der MAZ. „Die Gefahr von Unfällen besteht unabhängig vom Verkehrsaufkommen.“, sagt Heidi Schäfer. Auch die Straßenführung im Nachbarort Berlinchen ist laut Jürgen Mendel und Heidi Schäfer „gar nicht für diesen Schwerlastverkehr ausgelegt.“

Seit mehr als einem Jahr steht die Sicherheit der Bürger regelmäßig beim Ortsbeirat im Gespräch. „Wir brauchen kurzfristige Lösungen, denn die enge Straße ist nicht dazu geeignet, den Verkehr zu fassen.“, sagt Jürgen Mendel. Und: „Wir haben zwei klare Forderungen: Wir benötigen eine kontrollierte Tempo-30-Zone für alle Fahrzeuge und wir bitten darum, dass der Ausbau der Bundesstraße 189n zwischen Wittstock und Mirow beschleunigt wird.“ Bislang gilt Tempo 30 im Dorf nur für Lkw. Perspektivisch soll auch eine Ortsumgehung in Angriff genommen werden, setzt Mendel als Forderung nach. „Dieser Unfall ist für uns Anlass genug, auf eine Verbesserung der Lage, vor allem für die Kinder, zu drängen“, sagt Jürgen Mendel.

„Die Einwohner können sich mit ihrem Revierpolizisten in Verbindung setzen und die Situation im Dorf schildern“, empfiehlt Polizeisprecherin Dörte Röhrs von der Polizeidirektion Nord in Neuruppin.

Direkter Ansprechpartner für alle Belange ist der Landkreis, weil es sich in Sewekow um eine Landesstraße handelt. Mathias Wittmoser sagt auf MAZ-Anfrage: „Der Landkreis kann noch mal kontrollieren, ob die Geschwindigkeit dort gelasert werden kann. Wir waren dort längere Zeit nicht zur Kontrolle.“ Er schränkte ein: „Das ist aber keine Zusicherung.“

Von Christamaria Ruch

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