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Den Druck erhöhen

Landkreis, Kreis und Bürgerinitiativen reden über Entlastung für L15 und L18 Den Druck erhöhen

Politiker, Verwaltungsvertreter und Bürger haben sich am Donnerstag zusammengesetzt und über Möglichkeiten diskutiert, wie die L 15 und die L 18 für anwohnerfreundlich gestaltet werden könnte. Andrea Stelmecke war danach enttäuscht. „Ich habe erwartet, dass das Gespräch etwas konkreter wird“, sagt sie.

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Die Proteste der Tremnitzqueller BI, die die Lkws auf der L 18 ausbremst, sollen nach dem Treffen weitergehen.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. „Bei uns fallen die Häuser zusammen, wenn ein Laster vorbeifährt, weil es so wackelt, – und wir reden hier um den heißen Brei herum, sagte Andrea Stelmecke. Sie lebt in Schweinrich und musste schon die Wand ihres Wohnhauses abstützen, damit der Giebel nicht abknickt. Nun ist sie Mitglied der Bürgerinitiative „Leben ohne Beben“, die für Verkehrsberuhigung und Sanierung der Ortsdurchfahrt an der L 15 kämpft. An diesem Donnerstagvormittag ist sie mit anderen BI-Mitgliedern und Vertretern der Temnitzqueller Initiative gegen den Mautausweichverkehr an der L 18 zu einem Gedankenaustausch mit Politikern, Vertretern der Kreisverwaltung, des Landes und der betroffenen Kommunen nach Neuruppin gekommen.

Das Gespräch sei „sehr sachlich“ verlaufen, berichtet der Landtagsabgeordnete Dieter Groß (Die Linke), der das Treffen hinter verschlossener Tür initiiert hatte. Die Stimmung im Pressegespräch danach ist allerdings schnell gereizt. Zuerst aber skizziert Landrat Ralf Reinhardt nüchtern die Eckdaten. Aus seiner Sicht ist die geforderte Sperrung der L 15 oder der L 18 für den Schwerlastverkehr nicht möglich, weil die zu geringe Zahl der Lkw diesen Schritt nicht rechtfertigt. „Und eine solche Anordnung hätte auch gerichtlich keinen Bestand“, so Reinhardt. Bei einer aktuellen Zählung in Rossow wurden pro Tag rund 250 Laster bei insgesamt rund 1000 Autos gezählt. Mehrere tausend müssten es aber sein, damit eine Sperrung den Gang vor Gericht besteht, der von den Lobbyisten der Spediteure in jedem Fall angestrebt werden würde, so der Landrat. Eine Sperrung würde außerdem den Verkehr auf andere Strecken verschieben – und dort erneute Proteste auslösen.

Teile der L 18 seien zudem mit EU-Fördergeld ausgebaut worden. Mit der Annahme der Hilfe habe man sich verpflichtet, dass die Straße künftig für den Schwerlastverkehr zur Verfügung steht. Eine Sanierung der L 15 und L 18 sei indes nicht in Sicht, weil das Land kein Geld dafür hat. Gab Potsdam 2009 für die Straßen noch 80 Millionen aus, werden es 2014 nur 12,2 Millionen sein. „Das reicht gerade mal für den Winterdienst und das Flicken schlimmster Löcher“, so Frank Schmidt vom Landesbetrieb Straßenwesen bei dem Treffen. Wann die Straßen, für die die Sanierungspläne bereits in der Schublade liegen, ausgebaut werden, sei völlig offen.

„Ich sehe bei uns Gefahr in Verzug“, sagt Andrea Stelmecke. „Muss erst ein Haus zusammenfallen, damit etwas passiert?“ Das Wackeln der Häuser sei „völlig normal“, wenn man an einer Landesstraße wohnt, sagt Vizelandrat Werner Nüse mehrfach und heizt damit die Stimmung auf. Auch Landrat Ralf Reinhardt macht deutlich, dass er sich zwar um das Thema kümmern will und vor allem den Druck auf das Land wegen des Ausbaus erhöhen will – an erster Stelle seiner Prioritätsliste stehe es aber nicht.

Mag sein, dass das Gespräch hinter verschlossenen Türen sachlich verlief. Am Ende des Treffens liegen die Nerven aber blank. Nur die L-18-Vertreter sind ruhiger. „Ich hatte keine Erwartungen an das Gespräch, also bin ich auch nicht enttäuscht“, sagt BI-Sprecher Johannes Oblaski. „Zu sagen, die Beben in unseren Häusern seien normal, halte ich für falsch“, sagt Andrea Stelmecke. „Und auch arrogant. Denn wir müssen darunter leiden.“

Von Celina Aniol

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