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Ostprignitz-Ruppin Den Gästen den Hof gemacht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Den Gästen den Hof gemacht
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02:15 19.08.2015
Das Burgfest in Goldbeck zog am Sonnabend viele Gäste an. Quelle: Fotos (4): Björn Wagener
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Goldbeck

„Kennt ihr die Geschichte vom Doppelmord im Schloss, wo das Blut in Strömen die Treppe runterfloss?“, sang der Dossower Dorfchor unter anderem am Samstagnachmittag in Goldbeck. Im Hof der dortigen Burg hatten es sich Samstagnachmittag viele große und kleine Gäste gemütlich gemacht, um es sich bei Kuchen und Getränken gut gehen zu lassen und das Programm zu genießen. Es gab allerhand Musik und Kleinkunst. Zwei Jongleure bezogen gar einen Besucher in ihre Show ein und ließen die Kegel haarscharf an seinem Kopf vorbeifliegen. Kinder konnten sich schminken lassen, basteln oder malen. So hatte die kleine Lotte – wie auch andere Kinder – vor den Toren der Burg viel Spaß daran, ein Wappen zu entwerfen und zu zeichnen. Klaus Doll rauschte wenig später mit einem auffällig bunten Motorrad heran und unterhielt vor allem die kleinen Gäste.

Arnold Tefs spielte Schach gegen fünf Gegner gleichzeitig. Quelle: Björn Wagener

Aber auch in den Räumen der Burg gab es einiges zu entdecken. Dort zeigte das Puppentheater „Karotte“ das Stück „Peperonika“. Ein paar Zimmer weiter drehte sich alles um Schach. Arnold Tefs vom Schach-Club Wittstock nahm es mit fünf Gegnern gleichzeitig auf. Dabei handelte es sich um Besucher, die sich kurz zuvor anmelden konnten, wenn sie die Herausforderung im Denksport annehmen wollten. Die Schachbretter waren in einer Reihe angeordnet. Auf einer Seite hatten die fünf Spieler nebeneinander Platz genommen, ausstaffiert mit zwei Zetteln mit den Aufschriften „Ich habe gesetzt“ und „Ich überlege“. Ihnen gegenüber stand Arnold Tefs. Wenn der jeweilige Gegner angezeigt hatte, gesetzt zu haben, machte auch Tefs seinen Zug. So ging er von Brett zu Brett und dachte sich in fünf verschiedene Spielsituationen hinein.

Der Dossower Dorfchor sang unterhaltsame Lieder. Quelle: Björn Wagener

Dabei waren vor allem Flüchtlinge mit von der Partie. Auch sonst hatten sich etliche von ihnen unter die Besucher gemischt. Das hatte Kerstin Zillmann vom Bündnis „Wittstock bekennt Farbe“ ermöglicht. Sie war mit einem Transporter zweimal von Wittstock nach Goldbeck gependelt, um Flüchtlinge zum Fest und wieder zurück zu bringen.

„Wir haben 1000 Euro Landesförderung zur Finanzierung von Ausflügen bekommen“, berichtet sie. Das Geld war kürzlich beantragt worden – gemeinsam mit einem zweiten Projekt im selben Umfang, bei dem Flüchtlingen Grundkenntnisse der deutschen Sprachen vermittelt werden sollen (die MAZ berichtete). Möglicherweise könne auch das noch bewilligt werden. Das Burgfest wurde zum dritten Mal auf der Burg in Goldbeck gefeiert. Nachdem Anfang der 1990er Jahre die Tradition abriss, finden die Feste seit Sommer 2013 wieder statt. Den Menschen gefiel’s. Eintritt mussten sie nicht zahlen. Der Hof war voll, und es herrschte entspannte Stimmung. Zwar gab es zwischendurch mal einen Schauer, aber das machte den Besuchern nicht viel aus.

Von Björn Wagener

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