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Ostprignitz-Ruppin Den Landfrieden verkündet
Lokales Ostprignitz-Ruppin Den Landfrieden verkündet
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00:18 28.06.2017
Mit den Urkunden, die den Landfrieden besiegeln: Jörg Gehrmann, Marianne Schmidtke, Antje Styskal und Andreas Sprick (v.l.). Quelle: Björn Wagener
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Wredenhagen

Der Landfrieden ist verkündet. Prignitzer und Mecklenburger haben sich am Samstagnachmittag beim Burgfest im mecklenburgischen Wredenhagen zum neunten Mal verbrüdert. Das freundschaftliche Band besiegelten mit ihren Unterschriften der Wittstocker Bürgermeister Jörg Gehrmann, seine Amtskollegin Marianne Schmidtke aus Wredenhagen, Antje Styskal vom Gemeinderat Bollewick und Andreas Sprick, Bürgermeister der Stadt Röbel. Es war der Höhepunkt des Burghoffestes, das am Samstagnachmittag viele Gäste nach Wredenhagen lockte.

Jürgen Paul vom Tourismusverband Wittstocker Land und Rainer Sommerfeld, Stadtvertreter aus Röbel, moderierten die Verbrüderung der Prignitzer und Mecklenburger launig und unterhaltsam – natürlich in standesgemäßen Kostümen.

Blitzmärker und Supermecki

Auch hatten sie ganz besondere Urkunden zu vergeben – den Blitzmärker für Agnes Polifke vom Burgverein Wredenhagen und den „Supermecki“ für Petra Fastenrath vom Kulturamt der Stadt Wittstock. Begründung: „Besagte Weibsbilder“ wurden damit für ihre Aktivitäten rund um die gute Nachbarschaft gewürdigt, wie Rainer Sommerfeld für Petra Fastenrath und Jürgen Paul für Agnes Polifke verkündeten. Gemeinsam wurden die brandenburgische und die mecklenburgische Hymne gesungen.

Insgesamt waren rund 30 Wittstocker zur Verbrüderung nach Wredenhagen angereist, wie Kulturamtsleiterin Dorothea Stüben schätzte. Schon gegen Mittag marschierten sie, angeführt von Bürgermeister Jörg Gehrmann, auf die Burg Wredenhagen zu – gemeinsam mit Abordnungen aus Röbel und Bollewick. Sie alle trugen, in historische Kostüme gehüllt, Transparente mit Grüßen an den Gastgeber.

Die Wittstocker Rosenkönigin Tanja I. war mit von der Partie. Die Dossestädter versäumten es nicht, auf die Landesgartenschau 2019 in Wittstock hinzuweisen. Mit den Worten „Seid willkommen, ihr Schmuggler“, begrüßte Marianne Schmidtke die Wittstocker.

Alle zwei Jahre verbrüdert man sich

Die symbolische Verbrüderung der Mecklenburger und Prignitzer findet seit 2001 alle zwei Jahre statt und erinnert daran, dass es zwischen den Nachbarn in der Geschichte immer wieder Grenzstreitigkeiten gegeben hatte. Das lag auch daran, dass bis 1867 Schwarzhändler all das aus Mecklenburg nach Preußen und umgekehrt einschleusten, was es zu Hause nicht gab oder teurer war.

Seither wird die Wittstocker Heide im Volksmund Schmugglerheide genannt. Vor 150 Jahren hatte das Schmuggeln ein Ende, weil Mecklenburg dem Deutschen Zollverein beigetreten war.

Auf dem Burgfest gab es neben verschiedenen Verkaufsständen eine historische Ahnengalerie in der Burg, Spiele, Schaukämpfe, und ab und zu erfüllte Kanonendonner die Luft. Eine Trommelgruppe aus Berlin sorgte für Unterhaltung.

In den Burgstuben konnten Gäste eine kleine Zeitreise unternehmen und sich anschauen, wie die Menschen anno dazumal lebten. Gleichzeitig wurde unter dem Motto „Klassentreffen der Generationen“ 90 Jahre Schulstandort Wredenhagen gefeiert.

Von Björn Wagener

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