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Den Nachlass als Schenkung

Neuruppin Den Nachlass als Schenkung

Wenige Monate vor ihrem 90. Geburtstag war die Künstlerin Marianne Kühn-Berger an den Folgen eines schweren Schlaganfalls gestorben. Nun haben die beiden Söhne mitgeteilt, dass die Hälfte des künstlerischen Erbes ihrer Mutter die Fontanestadt Neuruppin als Schenkung erhält. Dabei geht es um mehr als 200 Werke.

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Marianne Kühn-Berger (1927-2016).

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Fontanestadt erhält die Hälfte des künstlerischen Erbes von Marianne Kühn-Berger und ihrem Mann Kurt-Hermann Kühn als Schenkung. Das haben die Söhne Alexander und Andreas Kühn jetzt der Verwaltung und den Stadtverordneten mitgeteilt. Demnach umfasst die Schenkung mehr als 200 Werke. Ihre Mutter habe in Neuruppin „eine verständnisvolle Wirkungsstätte“ gefunden, heißt es in dem Schreiben der Söhne. Allerdings ist bislang unklar, wo die Werke – Bilder, Grafiken, Miniaturen und Glasgestaltungen – künftig in Neuruppin zu sehen sein werden. Darüber haben die Abgeordneten noch nicht beraten. Das wird vermutlich erst nach der Sommerpause im September passieren.

Auch für die DDR-Frauenzeitschrift „Sibylle“ gearbeitet

Marianne Kühn-Berger war überraschend Ende Dezember an den Folgen eines schweren Schlaganfalls kurz vor ihrem 90. Geburtstag gestorben. Sie wurde 1927 in Breslau geboren. Die Künstlerin war vielseitig interessiert: Sie machte zwischen 1936 und 1944 eine Mal- und Zeichenausbildung und nahm außerdem Ballettunterricht. Nach der Vertreibung der Familie studierte sie ab 1946 in Leipzig und arbeitete seit 1950 am Deutschen Mode­institut sowie bei der DDR-Frauenzeitschrift Sibylle. Auch als Kostümbildnerin für Film und Fernsehen arbeitete Marianne Kühn-Berger und widmete sich dabei vor allem Kostümen für Ballettaufführungen. Zudem entwickelte sie die Bekleidung der Stewardessen der DDR-Fluglinie Interflug mit.

In den 1960er Jahren entdeckte Marianne Kühn-Berger die freie Grafik und die Miniaturmalerei für sich. Zudem erlernte sie verschiedene Glasbearbeitungstechniken. Mit ihrem Mann, dem Maler und Grafiker Kurt-Hermann Kühn, lebte sie bis zu dessen Tod 1989 bei Potsdam. Von Kühn stammen beispielsweise die Fresken im Festsaal der Ruppiner Kliniken.

Stark gemacht für eine Galerie

Seit 1992 lebte Marianne Kühn-Berger in Neuruppin, zunächst in Gildenhall. Später zog sie mit Atelier und Wohnung in eine ehemalige Pumpstation am Neuruppiner Bahndamm. Immer wieder hat sie sich mit ihren Werken auch für die friedliche Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide eingesetzt. Vor allem dem Engagement von Kühn-Berger ist es zudem zu verdanken, dass vor gut zehn Jahren die Galerie am Bollwerk entstand. Der Raum bietet Künstlern aus der Region die Chance, sich und ihre Arbeiten öffentlich zu präsentieren.

Von Andreas Vogel

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