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Ostprignitz-Ruppin Den Schweizern auf der Spur
Lokales Ostprignitz-Ruppin Den Schweizern auf der Spur
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18:01 22.08.2016
Seit einigen Jahren sucht Bodo Lengacker Puzzleteile seiner Familiengeschichte zusammen. Quelle: Fotos (3): Celina Aniol
Rheinsberg

Dass Rudolf Lehnacker ab 1903 der Dorfschulze in Linow war, ja sogar der Amtsvorsteher, dass er im Kreistag saß, der Vize bei der Kreisfeuersozietät war, dass er den Landgemeindeverband Brandenburg anführte und das Rheinsberger Schloss mit Nahrung versorgte – all das wusste Bodo Leng­acker. Dass sein Verwandter aus Linow aber auch ein Standesbeamter gewesen sein soll? Das war für ihn neu. Erfahren hatte er es von einer 90-Jährigen Neuruppinerin. Diese hatte den MAZ-Artikel über die Schweizer Kolonisten in Linow gelesen und schickte dem Rheinsberger, der auf den Spuren seiner Familiengeschichte wandelt, gleich ihre Geburtsurkunde. Ganz unten prangt darauf die verschnörkelte Unterschrift seines Großonkels. „Ich habe mich so gefreut. Es ist ein weiteres Puzzlestück in dem großen Gebilde, das ich versuche nachzuzeichnen“, sagt Bodo Leng­acker.

Ausstellung in der Kirche zur Schweizer Neubesiedlung

Weil das Schriftstück so besonders ist, will er es zusammen mit anderen Dokumenten seiner Familiengeschichte am Sonnabend in der Ausstellung in der Linower Kirche präsentieren. Dort findet am 27. August ein Fest zu 325 Jahren Neubesiedlung des Dorfes durch die Eidgenossen statt. Neben den Ergebnissen seiner Nachforschungen wollen auch Ortsvorsteher Burkhardt Stranz und der Linower Eberhard Schwabe, deren Vorfahren ebenfalls aus dem Alpenraum kamen, die Schau ergänzen. „Wir haben schon sehr viel zusammengetragen“, sagt Stranz. Er hofft, dass durch die Feier auch die etwas eingeschlafenen Kontakte in die Schweiz neu belebt werden. Dafür sorgen soll eine Vertreterin der Schweizer Botschafterin, die sich für das Fest angesagt hat.

Die Detektivarbeit ist zu einer Leidenschaft geworden

Auf der Liste von Burkhardt Stranz stehen insgesamt zehn eidgenössische Familien, die den damals verlassenen Ort Linow ab 1691 aufgebaut und in ein prosperierendes Dorf verwandelt haben. Christian Längacker ist einer der Namen, die dabei erwähnt werden. „In Linow ist die Wiege der Lehnackers, Lengackers, Längackers oder wie sie, je nach Schreibweise des Pastors, auch immer hießen“, bestätigt Bodo Lengacker. Seinen Recherchen zufolge verließen seine Vorfahren 1703 ihre hungersnotgeplagte Heimat im Züricher Raum und kamen auf Einladung des Kurfürsten Friedrich III. in das Dorf. Um der Familiengeschichte auf die Spur zu kommen und gleichzeitig ein Stück Schweizer Historie im Ruppin’schen zu erkunden, blättert der heute 74-Jährige seit einigen Jahren in Kirchenbüchern, Archiven und anderen Quellen. „Dass wir von den Schweizern abstammen, das wussten wir in der Familie schon immer“, sagt Lengacker, der selbst aus Güstrow stammt und erst 1967 nach Rheinsberg zog. Damals schaute er mal beim Grab von Rudolf Lehnacker in Linow vorbei – mehr aber auch nicht. „Erst als Rentner habe ich Zeit dafür“, sagt der ehemalige Kernkraftwerksmitarbeiter, der zu den Nachforschungen von seiner Familie gebracht wurde. „Und mittlerweile, nachdem ich nun die Sütterlinschrift ganz gut entziffern kann, ist diese Detektivarbeit für mich zu einer Leidenschaft geworden“, ergänzt er und vertieft sich in die langen Listen seiner Ahnen, bei denen der Nachname variiert, der Vorname aber über Jahrhunderte hinweg fast ausschließlich zwischen Rudolf und Johann wechselt.

Feier: Das 325-Jahr-Fest startet um 14 Uhr mit einem Gottesdienst. Anschließend wird rund um das Gotteshaus unter anderem mit Alpenhornbläsern gefeiert. Am Abend gibt es einen Fackelumzug und Livemusik.

Von Celina Aniol

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