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Den Waldtieren auf der Spur

Wallitz Den Waldtieren auf der Spur

Mehrmals im Jahr zieht der Wallitzer Revierförster Henry Jantz mit Kindergartenkindern aus Dorf Zechlin im Kreis Ostprignitz-Ruppin in den Wald, um mit ihnen gemeinsam die Natur zu entdecken. Dort lernen sie Pflanzen und Tiere kennen, gehen auf Spurensuche oder sammeln Pilze.

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Gewusst wie – der Förster zeigt den Kita-Kindern wie sie Brennnesseln pflücken können, ohne brennende Quaddeln auf der Haut zu bekommen.

Quelle: Cornelia Felsch

Wallitz. Die Waldzwerge aus dem Dorf Zechliner Kindergarten stürmen den Waldpfad entlang. Den Weg vom Wallitzer Forsthaus zur Köhlerhütte kennen die zehn Kinder mittlerweile ganz genau. Mehrmals im Jahr brechen sie mit dem Revierförster Henry Jantz zu einer Waldwanderung auf. Mit einem Frühstück in der Köhlerhütte und der Begrüßung des Waldes beginnt der besondere Tag in der Natur.

Zum Frühstück gibt es nur gesunde Sachen – Bananen, Äpfel, Möhren und Erbsen befördern die Vier- bis Sechsjährigen aus ihren Rucksäcken. Ein kräftiger Biss in den Apfel gehört zu einem Ausflug dazu. „Wir bitten die Eltern, Obst und Gemüse möglichst nicht in kleine Häppchen zu schneiden“, sagt die Kita-Leiterin Peggy Jachtner. Wir wollen ja den Kindern die Natur näher bringen und dazu gehört auch, dass sie wissen, wie man eine Banane schält.“

Natur pur erlebt: Aus Brennnesseln kann man Tee kochen

Bereits seit 13 Jahren erkundet Henry Jantz gemeinsam mit den Kita-Kindern den Wald. Eigentlich gehören waldpädagogische Angebote seit der Forstreform nicht mehr zu seinem Aufgabengebiet, doch der Förster möchte nicht darauf verzichten. „Das ist so etwas Schönes, so dass ich mich entschieden habe, diese Ausflüge in kleinerem Maße weiter zu führen“, sagt der Förster, der den Kindern zu allen Jahreszeiten kleine Höhepunkte verschaffen will. Im Winter gehen die Kinder Tiere füttern, im Herbst Pilze sammeln, zu Ostern lassen sie die Eier vom Wallitzer Trudelberg rollen. Und auch ein Harvester, der im Wald Holz erntet, ist eine spannende Sache.

Alle wollen ihn einmal streicheln

Alle wollen ihn einmal streicheln: den präparierten Frischling.

Quelle: Cornelia Felsch

Für einige Kinder wird es die letzte Tour mit dem Förster sein, denn sie kommen im September in die Schule. Henry Jantz hat deshalb Urkunden vorbereitet, die er ihnen nun überreicht. Mit dem Dokument erhalten sie einen Namen und bekommen bescheinigt, dass sie kleine Meister des Waldes sind. Friedrich ist nun der stolze röhrende Hirsch, Dean der Keiler und Iven der träumende Hase. Gemeinsam besuchen sie ihre kleine Fichte, die sie in diesem Jahr gepflanzt haben. Den Baum des Jahres zu pflanzen, ist mittlerweile zu einer schönen Tradition geworden. In der Nähe des Forsthauses Wallitz ist so ein kleines Kita-Arboretum entstanden.

Am Wegesrand entdecken die Waldbesucher viel Interessantes – Henry Jantz nutzt die Aufmerksamkeit, erklärt und stellt Fragen: „Was sollte man im Wald nicht tun?“ Wie aus der Pistole geschossen kommen die Antworten: „Nichts zertrampeln!“, „Nichts essen!“, „Nichts abbrechen!“. Große Brennnesseln versperren den Weg – Gelegenheit darüber zu sprechen, wie nützlich diese Pflanze für Mensch und Tier ist. Friedrich weiß von seiner Mutter, dass man daraus Tee kochen kann.

Henry Jantz ist gern mit den Kindern im Wald unterwegs

An einer Pfütze entdecken die Kinder Spuren von Waldbewohnern. Hier haben sich Wildschweine gesuhlt. Doch wie heißen eigentlich die kleinen Wildschweine und wie nennt man den Vater? Nun geht es tiefer in den Wald hinein und dort gibt es viel zu entdecken. Auf dem Ast sitzt ein Eichhörnchen und wenige Meter entfernt entdecken die Kinder einen Frischling. Es ist nur etwas eigenartig, dass die Tiere trotz des Kinderlärms ruhig sitzen bleiben.

Bei näherem Hinsehen stellt sich heraus, dass es sich um Tierpräparate handelt, die der Förster im Wald versteckt hat. Zwei kleine Rehkitze und auch einen Waschbären entdecken die Kinder im Dickicht. Sofort herrscht ein Gedränge, denn jeder möchte die Tiere einmal streicheln. Bis zu vier Kilometer legen die Wanderer an diesem Tag zurück, dabei entdecken sie noch viel Interessantes – schwirrende Mücken, Spinnennetze, Vögel und Käfer kreuzen ihren Weg.

Von Cornelia Felsch

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