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Der Brückenbau beginnt

Tiefbauer betonieren die Fundamente an der Jäglitz Der Brückenbau beginnt

Die Grundlage ist sozusagen geschaffen, jetzt beginnt in der Kyritzer Graf-von-der-Schulenburg-Straße der eigentliche Brückenbau. Fachleute verschalen in der zur Stadtseite hin befindlichen Grube die Fundamente und fügen dann den sogenannten Bewehrungsstahl zusammen, der später einbetoniert wird.

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Wasser und Schlamm sind gewichen: Die Baugrube der neuen Kyritzer Jäglitz-Brücke enthält bereits die ersten Betonschichten.

Quelle: Reichel

Kyritz. Indes wird aus der zweiten Grube das Wasser abgepumpt und danach der verbliebene Schlamm entfernt, um einen möglichst sauberen Untergrund für die folgenden Arbeiten zu erhalten. Die Abdichtungsschicht, die bis in neun Meter Tiefe reicht, ist 2,20 Meter dick. Möglichst noch in diesem Jahr soll die Stahlbetonkonstruktion der Jäglitz-Brücke fertig werden. Ob das Ziel erreicht wird, hänge maßgeblich vom Wetter ab, sagt Claudia Roick vom städtischen Bauamt. Leichte Wintertemperaturen wären beim Verarbeiten des Betons aber unproblematisch.

Die Erneuerung der maroden Jäglitz-Brücke begann im Mai. Das abgerissene Bauwerk soll durch eine moderne Überführung ersetzt werden. Der Bau wird teurer als erwartet. Im Vergleich zur Ausschreibung betragen die Mehrkosten bisher 140 000 Euro. Als einen wesentlichen Grund nennt Claudia Roick den größeren Aufwand, der zur Herstellung des Baugrundes nötig war. Im Untergrund fanden sich beispielsweise Bauteile von älteren Vorgängerbrücken, die dort nicht erwartet wurden. Außerdem erwies sich der Boden als außerordentlich hart, sodass es große Probleme beim Einpressen der Spundbohlen gab. Darüber hinaus musste eine zusätzliche Sicherungsspundwand gesetzt werden.

Zudem ist nach Abriss eines Wehres eine sogenannte Sohlgleite nötig, um einen Höhenunterschied von bis zu 1,40 Metern in der Jäglitz auszugleichen. Solche Bauwerke stellen einen Erosionsschutz dar und sorgen dafür, dass Fische wandern können. Die Kosten für diese Sohlgleite betragen einschließlich der Planung voraussichtlich 340 000 Euro.

Unterm Strich kalkuliert die Stadt Kyritz für 2013 mit überplanmäßigen Ausgaben in Höhe von rund 700 000 Euro. Diese Summe ist auch deshalb so hoch, weil bereits in diesem Jahr Straßenbaukosten anfallen, die ursprünglich erst für 2014 vorgesehen waren. Erfreulicherweise liegt seit Mitte Juli aber ein Zuwendungsbescheid des Landesbetriebs Straßenwesen für die Förderung des Brückenbaus vor. Danach erhält die Stadt für die Jahre 2013 und 2014 insgesamt 755 000 Euro. Über die überplanmäßige Ausgabe will die Stadtverordnetenversammlung am 16. Oktober einen Beschluss fassen. Die Gesamtkosten für die Brücke belaufen sich einschließlich Sohlgleite auf rund 2,5 Millionen Euro.

In der Sitzung am 16. Oktober wollen die Kommunalpolitiker dann auch über eine Kreditaufnahme in Höhe von 600 000 Euro sprechen. Dank der derzeit niedrigen Zinsen wäre es mittelfristig für die Stadt günstiger, jetzt Schulden zu machen, anstatt vorhandene Rücklagen aufzubrauchen. Denn künftig, so prognostizierte jüngst Kämmerer Michael Köhn im Haupt- und Finanzausschuss, wird eine Kreditaufnahme für alle Kommunen „wahrscheinlich schwieriger“. Der Haupt- und Finanzausschuss sprach sich sowohl einstimmig für eine Kreditaufnahme, bei der der Jahreszins aber nicht über zwei Prozent liegen darf, als auch für die überplanmäßige Ausgabe beim Brückenbau aus.

Während der Bauzeit ist die Kyritzer Innenstadt für Kraftfahrer über die Westfahlenallee beziehungsweise die Pritzwalker Straße zu erreichen. Für Fußgänger und Radfahrer gibt es neben der Baustelle eine Behelfsbrücke. Alle Gewerbebetriebe in der Graf-von-der-Schulenburg-Straße, wie der Bosch-Service Schumann, Netto und die Friedhofsgärtnerei, sind weiter erreichbar.

Von Axel Knopf

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