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Ostprignitz-Ruppin Der Farbenkoch
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06:07 12.11.2016
Jürgen Gammelin stellt Farben und Lacke selbst her – mit Farbpigmenten, denen der Leinöl zusetzt. Verschmolzen und verquirlt wird alles in Töpfen. Quelle: Peter Geisler
Werder


Eigentlich suchte Jürgen Gammelin nur eine Farbe, um einen Zaun zu streichen. Doch „bei den Preisen bin ich in die Knie gegangen“, sagt er. Die Farbdose blieb im Baumarktregal stehen, Gammelin fuhr nach Hause – und besann sich auf seine Fähigkeiten.

Der letzte Mohikaner

„Wenn du etwas suchst und kannst es nicht kaufen, mach es selbst“, sagte er sich. Das nötige Wissen hatte er als gelernter Physiklehrer. Außerdem erinnerte er sich, dass er mal 2002 in der Erwachsenenqualifizierung über Farben referiert hatte. Aus seiner Jugend kannte er Leinöl. Also begann er, sich zu belesen. Dem Internet sei Dank fand er die entsprechenden Anleitungen. Dann legte Gammelin los und begann zu experimentieren. Als er mit den Ergebnissen zufrieden war, machte er sich 2009 mit seiner Farbmanufaktur in Werder, wo er seit 1996 lebt, selbstständig.

Jürgen Gammelin. Quelle: Peter Geisler

„Ich bin der letzte Mohikaner, der Farben noch selbst macht.“ In seiner Werkstatt kocht der 60-Jährige seitdem Ölfarben in Naturfarben. Kiefernholzteer empfiehlt der Fachmann für Holzhausgiebel oder Fensterbretter, also für saugfähiges Holz. Schwedenfarbe, die fertig gekocht nur begrenzt haltbar ist, bietet er ähnlich einer Kuchen-Fertigmischung als Packung zum Selbstkochen an. Wie Gammelin verspricht, ist diese Farbe insbesondere auf rohem, angewitterten Holz extrem haltbar.

Seine Holzlacke stellt er nach historischem Vorbild her. Dabei werden das Öl und gegebenenfalls Harz in einem Topf bei über 100 Grad verschmolzen. Bevor die Farbpigmente hinzugegeben werden, fügt Jürgen Gammelin noch Balsamterpentin oder Citrusterpene wegen der besseren Streichfähigkeit hinzu. Dann wirft der Farbenkoch die Maschine an, die mit 30 000 Umdrehungen pro Minute die Farbpigmente püriert. Und schon hat er die schönsten Farben, die er aus den Grundfarben rot, gelb, schwarz weiß, blau und grün zaubert. Rote und schwarze Pigmente gemischt, ergeben beispielsweise braun.

Kunden in ganz Europa und Deutschland

Seine Kunden, vorwiegend Haus- und Grundbesitzer, sind über Europa und Deutschland verteilt. Gammelin vertreibt seine Bestellungen überwiegend über das Internet. In der Region verkauft er seine Farben nicht. Wie sagt bereits ein Sprichwort: Der Prophet gilt im eigenen Lande nichts. So ergeht es auch Gammelin. Denn ansonsten sind seine Produkte gefragt, im In- und Ausland. Selbst ein altes Mahagoni-Boot wurde mit seinen Produkten aufgearbeitet. Und natürlich verwendet er seine eigene Ware auch. „Wenn man Farbe herstellt, hat man meistens Rest. Entweder verwendet man sie als Muster oder aber man verpinselt sie.“

Noch ist bei Jürgen Gammelin Saison. Dutzende Pakete stehen bereit zum Transport. Auch hier setzt er auf Natur. Die Kartons werden nicht mit Styropor ausgekoffert, sondern mit alten Zeitungen, die Gammelin zuvor durch den Schredder gejagt hat. Eben alles Natur – vom Inhalt bis zur Verpackung.

Von Dagmar Simons

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